Feuer und Flamme

Kochen ohne Küche 

Feuer ist mehr als nur ein Feuer. Feuer heißt auf altes Wissen setzen. Für Mia Hoffmann eine Herzensangelegenheit. Die 34jährige Wildnispädagogin wuchs mit dem guten, alten Küchenherd auf. Ihre Eltern brachten ihr das Kochen am Feuer nahe. Sie lebte zwei Jahre im Wald, erlernte das Leben und Arbeiten in und mit der Natur. Heute arbeitet sie bei der Firma Waldabenteuer und betreibt eine Wildpflanzenschule. Claudia Friedrich besuchte Mia Hoffmann im Hunsrück.

Die Reportage läuft im Hörfunk auf SWR 2.

Sonntag, 27. März, gegen 11.30 Uhr

SWR 2 Matinee (9 bis 12 Uhr)

Der Link zur Sendung

http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/matinee/swr2-matinee-hot-spot-neues-aus-der-kueche/-/id=660804/did=16955860/nid=660804/1m9vpcc/index.html

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Zwischen Glut und Asche

Drei Gänge Menü am offenen Feuer

Küchen sind Kathedralen, Kochinseln ihre Altäre. In Küchen wird getafelt, getrunken, getratscht. Die Architektur der Zukunft setzt auf Reduktion, auf Geräte mit Rollen und pneumatische Sessel, auf Technik, die sich hinter spiegelnden Oberflächen verbirgt.

Doch trotz aller Neuinszenierungen ist die Küche ein Archetyp. Auf seiner Bühne werden die Flammen immer wieder neu entfacht, die Beute gegart und gemeinsam gegessen. Ihr originärer Raum liegt unterm freien Himmel, ihre Vorratskammern auf den Wiesen, ihr Herz ist das offene Feuer. In den Küchen zeigt das Individuum seine Haltung zur Welt, gibt sein Innerstes preis, verrät, ob hier ein asketisches Ich zugange ist oder ein hedonistisches, ein genießendes oder abstinentes, ein lustvolles Ich, ein Ich, das mit dem Feuer spielt.

Sie liebt dieses Spiel: Mia Hoffmann, Wildnispädagogin, Kräuterkundige, Feuermacherin. In jener Naturküche entwirft ein Kochkunst, ein Tafelwerk für alle Sinne. Kreiert für den Moment und die Erinnerung.

Ich besuchte Mia Hoffmann am Feuer in ihrem Gartenhaus im Hunsrück. Wir sammelten Kräuter für die Grüne Neune – Suppe, legten Auberginen in die Glut für ein Gericht der Beduinen, präparierten den Nachtisch.

Die Reportage läuft bei der SWR 2 Matinee am 27. März 2016.

 

Kunst dem Krater

Enthüllungen im siebten Jahr

2009 – Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln

 

LINK zum Gespräch mit Claudia Friedrich (WDR 5. Scala. 3. März 2016)

http://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-scala-aktuelle-kultur/audio-kuenstler-erinnern-an-den-archiv-einsturz-102.html

 

Mischa Kuball. Einsturzstelle

Severinsstraße 22. Köln

Siebter Jahrestag des Archiveinsturzes

http://www.archivkomplex.de

 

Beyer, Marcel: Muskatblut, Muskatblüt. Zwiesprachen – Eine Reihe des Lyrik Kabinett München (Hg. Ursula Häusgen und Holger Pils). Verlag Das Wunderhorn. Heidelberg 2016

Offene Wunde

Köln nach dem 3. März 2009, 13.58 Uhr

Einsturz des Historischen Archivs der Stadt

Köln. Südstadt. 3. März 2016. 13.58 Uhr. Zwei Minuten Schweigen, Denken, Erinnern. Danach die Enthüllung. Der Künstler Mischa Kuball schenkt der Stadt ein Kunstwerk, eine touristische Unterichtstafel, so wie sie an Autobahnen stehen. Braun-weiße Rechtecke mit Piktogramm und einem Wort. Auch dieses Schild zeigt ein Baudenkmal, genauer, eine Baugrube. Weiße Großbuchstaben verdichten Kölns Katastrophe auf ein Wort Einsturzstelle.

Köln. Südstadt. 3. März 2009, 13.58 Uhr. Das Magazinhaus des Historischen Archivs der Stadt Köln stürzte in den U-Bhan-Schaut-Neubau. Drei Minuten später waren zwei junge Männer tot, 36 Menschen wohnungslos; das Gedächtnis Kölns lag im Schlamm.

Sieben Jahre später gibt es keinen Hinweis am Ort und die Ursachen sind ungeklärt. Private Initiativen wie der ArchivKomplex erinnern, verstören, klären auf.

Nach wie vor werden die Ursachen erforscht. Ein neuer Archivbau an einem neuen Ort ist in Planung. 2019 soll am Eifelwall ein hoch moderner Archivbau eröffnet werden. Bis dahin lagern die geretteten Bestände in verschiedenen Städten, in 20 sogenannten Asylarchiven. In Gedenken an die Einsturzstelle an der Severinstraße 222, Kölns offene Wunde, eine Miniatur von Claudia Friedrich.