Offene Wunde

Köln nach dem 3. März 2009, 13.58 Uhr

Einsturz des Historischen Archivs der Stadt

Köln. Südstadt. 3. März 2016. 13.58 Uhr. Zwei Minuten Schweigen, Denken, Erinnern. Danach die Enthüllung. Der Künstler Mischa Kuball schenkt der Stadt ein Kunstwerk, eine touristische Unterichtstafel, so wie sie an Autobahnen stehen. Braun-weiße Rechtecke mit Piktogramm und einem Wort. Auch dieses Schild zeigt ein Baudenkmal, genauer, eine Baugrube. Weiße Großbuchstaben verdichten Kölns Katastrophe auf ein Wort Einsturzstelle.

Köln. Südstadt. 3. März 2009, 13.58 Uhr. Das Magazinhaus des Historischen Archivs der Stadt Köln stürzte in den U-Bhan-Schaut-Neubau. Drei Minuten später waren zwei junge Männer tot, 36 Menschen wohnungslos; das Gedächtnis Kölns lag im Schlamm.

Sieben Jahre später gibt es keinen Hinweis am Ort und die Ursachen sind ungeklärt. Private Initiativen wie der ArchivKomplex erinnern, verstören, klären auf.

Nach wie vor werden die Ursachen erforscht. Ein neuer Archivbau an einem neuen Ort ist in Planung. 2019 soll am Eifelwall ein hoch moderner Archivbau eröffnet werden. Bis dahin lagern die geretteten Bestände in verschiedenen Städten, in 20 sogenannten Asylarchiven. In Gedenken an die Einsturzstelle an der Severinstraße 222, Kölns offene Wunde, eine Miniatur von Claudia Friedrich.

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