Terror der Transparenz

Von der digitalen Gier nach Daten

Neuer Terror schreit nach neuen Gesetzen, schärferen Gesetzen. Kurz vor den feigen Anschlägen auf den Istanbuler Flughafen verabschiedete die Große Koalition ein verschärftes Anti-Terror Gesetz, zwischen Brexit und EM. Ist das die richtige Antwort? Brauchen wir neue Gesetze? Brauchen wir mehr Transparenz? Mein Zwischenruf lief bei WDR 3 – Resonanzen und steht in der WDR-Mediathek.

Link zum Audio

http://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr3/wdr3-resonanzen/audio-zwischenruf-neues-anti-terror-gesetz-100.html

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Schreiben ist wie Wandern

Die Aufbrüche der Schriftstellerin Sylvie Schenk

Die Romane erlauben uns, unberührt unseren eigenen Tod in allen Variationen zu erleben.                                            Sylvie Schenk. Die Tochter des Buchhändlers.

In Sylvie Schenks Romanen wirkt der Tod wie ein Tänzer, der seine Opfer einfach aus dem Leben schwenkt. Den Buchhändler, der nach dem Wachkoma starb; die Pianistin, ermordet lag sie am See; die Patienten in dem Roman Der Gesang der Haut, denen Moira Blumen aus Vorgärten stahl, an Wegrändern pflückte. „Ich konnte meinen Sterbenden nur noch einen toten Frühling bringen.

Sylvie Schenk ist eine Grenzgängerin, eine Wanderin zwischen zwei Ländern, zwei Sprachen, zwei Genres. Sie schreibt auf Französisch und Deutsch, schreibt Poesie und Prosa, pendelt zwischen Alpen und Voreifel. Das Schreiben selbst sei für sie wie das Gehen. Zeilen und Schritte bringen die Autorin ihrem Ziel näher, wo bei es sehr viel anstrengender sei, ein Buch zu vollenden denn einen Gipfel zu besteigen. Geboren 1944 wuchs sie in den Hautes-Alpes auf, 100 Kilometer südlich von Grenoble. Als Studentin verliebte sie sich in einen Deutschen und folgte ihm nach Stolberg. Sie arbeitete als Lehrerin, schrieb Schulbücher, später Romane. Aus ihrem achten Roman liest sie im österreichischen Klagenfurt, bei den 40. Tagen der deutschsprachigen Literatur.

Per Scype unterhielt ich mich mit Sylvie Schenk über das Spazieren, das Schreiben, das Lesen, das sich verlieren und finden

Das Portrait über die Schriftstellerin ist bei WDR 5 zu hören, in der Sendung Scala am 29. Juni, 14 Uhr. Die Wiederholung erfolgt um 21 Uhr.

Der Link zum Audio 

http://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/scala/uebersicht-scala100.html

 

Romane von Sylvie Schenk

Schnell, dein Leben. Hanser Verlag. München 2016

Bodin lacht. Picus Verlag. Wien 2013

Der Aufbruch des Erik Jansen. Picus Verlag. Wien 2012

Der Gesang der Haut. Picus Verlag. Wien 2011

Parksünder. Picus Verlag. Wien 2009

Die Tochter des Buchhändlers. Picus Verlag. Wien 2008

 

Link

Sylvie Schenk. Schriftstellerin

http://www.sylvie-schenk.com

 

Veranstaltungen

40. Tage der deutschsprachigen Literatur

29. Juni  bis 3. Juli

Klagenfurt, Österreich

Eröffnung: 29. Juni mit der Auslosung der Leserreihenfolge

Preisverleihung: 3. Juli, 11 Uhr

Juryvorsitz: Burkhard Spinnen

http://bachmannpreis.orf.at

 

Lesung aus Schnell, dein Leben

6. Oktober, 20 Uhr

Aachen

Buchhandlung Schmetz am Dom

 

13. Oktober, 20 Uhr

Herne

Literaturhaus Herne Ruhr

Tod der Theophanu am 15. Juni 991

Prinzessin & Kaiserin

Das ist der Link zum StichTag am 15. Juni 2016

http://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr2/wdr2-stichtag/audio-theophanu-dt-kaiserin-todestag–100.html

Die Klosterkirche in Köln ist einem griechischen Heiligen gewidmet: St. Pantaleon. Vielleicht liebte Theophanu deshalb die Abtei in Köln, weil sie hier ihrer byzantinischen Heimat nah war. Am Bau des Westwerks der Kirche war sie maßgeblich beteiligt. Theophanu starb in ihrer Pfalz in Nimwegen. Sie hatte verfügt, in Köln ihre letzte Ruhe zu finden. Im Westwerk der Kölner Klosterkirche wurde ihre Beisetzung mit einem feierlichen Requiem zelebriert.

 

Faustpfand für den Frieden

WDR 2 STICHTAG – 15.  Juni 991

Tod der Kaiserin Theophanu

Europas unbekannte Herrscherin

Den Ratshausturm in Köln zieren 124 Tuffstein-Figuren. Sie zeigen berühmte Persönlichkeiten der Stadt. Der Kölner Frauengeschichtsverein erkämpfte die 18 weiblichen Figuren. Elisabeth Baumeister-Bühler, die erste Dombildhauerin an der Dombauhütte Köln, schuf die Skulptur der byzantinischen Prinzessin Theophanu. Ostern 972 heiratete sie Kaiser Otto II.

In der Kölner Klosterkirche St. Pantaleon hängt das Faksimile der Heiratsurkunde. Das Original liegt im Staatsarchiv in Wolfenbüttel, ein einmaliges Kunstwerk aus Pergament, das aussieht wie eine Seidenmalerei. Wer war die Frau, der diese Urkunde galt? Heute vor 1025 starb die Kaiserin Theophanu. In St. Pantaleon wurde sie feierlich beigesetzt.

Die Kunsthistorikerin Heike Rentrop (Kölner Frauengeschichtsverein) führt regelmäßig ihre Gäste durch Theophanus Lieblingsort in Köln, St. Pantaleon. In der romanischen Kirche nahm Dorothée Hahne ihr Konzert auf, das sie Theophanu gewidmet hat.

Für den StichTag traf ich die Kunsthistorikerin und die Komponistin in der Kirche.

Das Miniaturportrait läuft im Hörfunk

WDR 2, 15. Juni

9.40 Uhr/ Wiederholung: 18.40 Uhr

Der Link führt zum Podcast

http://www1.wdr.de/stichtag/

 

Hinweis

Literatur

Schulze, Hans K.: Die Heiratsurkunde der Kaiserin Theophanu. Die griechische Kaiserin und das römisch-deutsche Reich 972-991. Verlag Hahnsche Buchhandlung Hannover. Hannover 2007.

CD

Theophanu. Konzert für Sopran, Flöten & Live-Elektronik

K.: Dorothée Hahne

Mit: Maria Jonas (Sopran) Dorothee Oberlinger (Blockflöten) Norbert Rodenkirchen (Traversflöten) Dorothée Hahne (Live-Elektronik, Klangregie)

Aufnahme: St. Pantaleon (Köln. 8/ 2003)

Ensemble Newsic. LC12580

 

Adressen

Kölner Frauengeschichtsverein

Marienplatz 4

50676 Köln (bei St. Maria im Kapitol)

http://frauengeschichtsverein.de

 

St. Pantaleon Köln

Am Pantaleonsberg 10a

50676 Köln

 

Veranstaltung

15. Juni

17.45 bis 19.15 Uhr

Philosophikum Uni Köln, Raum S 89

Spielfilm

Doxobus. Regie: Fotos Lambrinos (1987)

Vortrag

Dr. K. Chryssogelos spricht über Byzantinisches Erbe im griechischen Kino (Byzantine heritage in Greek cinematography) (Englisch)

Organisation

Universität zu Köln, Philosophische Fakultät Institut für Altertumskunde: Abteilung Byzantinistik und Neugriechische Philologie, Prof. Dr. Claudia Sode, mit Unterstützung der ΠΟΠ

Internet: http://www.byzantinistik.phil-fak.uni-koeln.de

http://www.pop-griechische-kultur.de

Heike Rentrop (Kunsthistorikerin) © CF
Heike Rentrop, Kunsthistorikerin und Mitarbeiterin beim Kölner Frauengeschichtsverein, führt ihr Publikum durch den Lieblingsort der byzantinischen Prinzessin. Trotz weniger originaler Dokumente und vieler Spekulationen zeichnet sie ein facettenreiches Bild von Theophanu, einer ungewöhnlichen Frau. An der Wand hängt das Faksimile der Heiratsurkunde, ein graphisches Meisterwerk © CF
Dorothée Hahne (Komponistin) © CF
In St. Pantheon nahm die Komponistin Dorothée Hahne „Theophanu“ auf, ihr Konzert für Sopran, Flöten und Live-Elektronik. © CF
Sarkophag der Theophanu im Westwerk © CF
Der Sarkophag ist eine moderne Skulptur, 1965 in weißen Marmor gehauen. Er steht im Westwerk der Kirche St. Pantaleon, an der Stelle, die sich Theophanu auserkoren hatte. © CF

in gedenken an orlando

an

die tanzenden

die toten

die trauernden

die verwundeten

die getroffenen

die, die ihre Tränen verstecken müssen

Was für eine blutbühne!

Was für ein feiger akt!

Die Tat zielt auf die Einzelnen.

Die Tat zielt auf LesbischSchwulBiTransInterQueer*

Die Tat galt nicht der Demokratie im Allgemeinen, sie galt einer Gruppe im Besonderen.

LSBTIQ* entspricht noch lange nicht der gesellschaftlichen Norm und die Gesellschaft trägt schwer an LSBTIQ. An den Waffen hingegen trägt die Gesellschaft leichter, denn eine Änderung des Gesetztes von Waffen in Privatbesitz ist nicht in Sicht.

 

In Gedenken an Orlando © CF