Wilder Pelz

Fuchsfelle & Co. machen Mode

SWR 2 Matinee (Thema: Füchse)

26. März 2017

Nach 10 Uhr

Livestream und Podcast

http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/matinee/swr2-matinee-vom-26-februar-2017-fuchs/-/id=660804/did=19035918/nid=660804/1un470t/index.html

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In Mode: Pelzbesatz an Kapuzenrändern © CF

Fuchspelze erfreuen sich großer Beliebtheit. Sie bilden Applikationen, Accessoires, Schals, Decken, Taschen. Ein Bruchteil der Füchse wird erlegt, die meisten Tiere haben ein leidvolles Leben auf Farmen. In winzigen Käfigen fristen sie ihr Dasein bis zur „Ernte“, so heißt der zynische Begriff fürs Erschlagen, Vergasen oder Töten per Elektroschock und Häuten der Leichen. Rund 8 Millionen Fuchspelze werden jährlich produziert. In Auktionshäusern kaufen Händler_innen ihre Ware. 90% der Fuchspelze landen als Pelzbesatz auf Kleidung.

In Zürich arbeitete Antoine F. Goetschel viele Jahre als Tieranwalt, vertrat ihre Würde vor Gericht. In seinem Buch Tiere klagen an setzt er sich mit Ethik und Recht in Bezug auf Tiere auseinander. Auch als Präsident des Global Animal Law (GAL) Projektes setzt er sich für Tierrechte weltweit ein.

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Wer Pelze ablehnt, dürfte auch kein Fleisch essen. Stimmt das? © CF

„Ohne Ethik geht gar nichts“, sagt auch der Konzeptioner Nikolas Gleber. Für sein Modelabel Friendly Fur werden die Füchse ausschließlich auf der Jagd geschossen, nachdem sie ihr Leben in deutschen Wäldern verbracht hatten. Die Kollektionen entstehen aus Fellen, die ansonsten in der Tierkörperbeseitigungsanstalt landen würden.

Ein geschossener Fuchs ist besser als ein gezüchteter. Doch ist das wirklich gut? Die Miniatur entzündet sich an einem Trend, der der Pelzindustrie zu einer neuen Blüte verhalf.

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Der kleine Fuchs, er raunte: „Was ist der Welt Ruin?“ William Butler Yeats. Das glückliche Gehege © CF

Literatur

Goetschel, Antoine F.: Tiere klagen an. S. Fischer Verlag. Frankfurt am Main 2012

Link

Antoine F. Goetschel

http://www.afgoetschel.com

Global Animal Law Project (GAL)

https://www.globalanimallaw.org

Label

Friendly Fur

https://www.friendlyfur.de

Inhaber: Nikolas Gleber

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Schreibwut

Die vielen Leben des Schriftstellers Karl May

ZeitZeichen

175. Geburtstag des Schriftstellers Karl May

25. Februar 2017

WDR 5: 9.45 Uhr

WDR 3: 17.45 Uhr

NDR

Link zum Podcast

http://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/zeitzeichen/karl-may-schriftsteller-100.html

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Karl May als Old Shatterhand: Denkmal von Wilfried Fitzenreiter im Geburtshaus © CF

50 000 Manuskriptseiten hinterließ Karl May. Reiseerzählungen, Essays, Romane, Memoiren. Seine fiktiven Figuren wie Winnetou und Old Shatterhand, Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar erlangten Weltruhm. Charaktere, die in den USA und im Orient agierten: Indianer, Scheichs, böse Weiße, gute Weiße, brutale Wilde, edle Wilde. An Karl May scheiden sich die Geister. Ein Schundautor, sagen die Einen. Ein großer Literat, sagen die Anderen. Ein Rassist. Ein Humanist. Dieb. Dichter.

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Grüne Fassade: Geburtshaus von Karl May in Hohenstein-Ernstthal © CF

Karl May erlebte Abgründe und Höhenflüge, überlebte bitterste Armut und neun seiner 13 Geschwister, die kurz nach der Geburt starben. Sein Vater war Weber, seine Mutter Hebamme. Es war am Abend eines Februartages, als Karl Friedrich May das Licht der Welt erblickte, in Hohenstein-Ernstthal, am Nordrand des Erzgebirges.

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Garten hinter dem Haus, in dem der Pflaumenbaum der Großmutter heilig war © CF

Von der Großmutter erbte der Enkelsohn vielleicht den größten Schatz, den er durch sein Leben trug, unzählige Märchen, Legenden, Geschichten, die sie ihm vorlas. Genau. „Sie ist die Quelle seiner geistigen Fähigkeiten“, sagt der Historiker André Neubert (Direktor des Karl-May-Hauses), Dank eines Stipendiums wurde Karl May Lehrer, aufgrund eines „angeblichen“ Diebstahls verlor er seine Stellung. Karl May geriet auf Abwege, die ihn mehrfach ins Gefängnis brachten und rund sieben Jahre Freiheit kosteten.

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André Neubert (Direktor des Karl-May-Hauses in Hohenstein-Ernstthal) © CF

Schließlich verwandelte er seine realen Krimis in Fiktion. „Gelungene Resozialisation“, sagt der Literaturwissenschaftler Helmut Schmiedt (Vorstand Karl May-Gesellschaft). Karl May schrieb Bücher und hatte Erfolg. Seine Selbstinszenierungen machten ihn zum Popstar. Im März 1912 starb Karl May in Radebeul bei Dresden.

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Helmut Schmiedt © CF

Ich besuchte Hohenstein-Ernsthal, schlenderte durch das schmale Weberhaus, wanderte auf dem Karl-May-Weg bis zur Höhle, in der er sich zuweilen vor der Polizei versteckte. Im 17. Jahrhundert trieben Bergleute den Stollen rund 30 Meter in den Kiefernberg. Später hausten Räuber in dem still gelegten Stollen. In den 1870er Jahren saß dort Karl May.

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Karl-May-Höhle im Oberwald, nördlich von Hohenstein-Ernstthal © CF

Ich sprach mit dem Historiker André Neubert und dem Literaturwissenschaftler Helmut Schmiedt. Bei der Produktion des WDR-Hörspiels „Der Orientzyklus“ im Jahr 2006 sprach ich mit dem Regisseur Walter Adler und den Schauspielern Sylvester Groth und Dietmar Mues (✝ 2011). Sie alle kommen in dem Feature zu Wort.

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Ehemalige Niedergasse, heute Karl-May-Straße © CF

Karl May Haus

Literaturmuseum und Forschungsstätte

Karl-May-Straße 54

09337 Hohenstein-Ernstthal

Museumsleitung: André Neubert

http://karl-may-haus.de

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Inszenierung im Museum: Die Wohnstube der Familie May © CF

Karl May-Verlag

Bamberg Radebeul

Schützenstraße 30

96047 Bamberg

http://www.karl-may.de

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Zu den Drei Schwanen: Karl May wurde 1861 beim Billardspiel verhaftet. Zwei Jahre später trat er als Rezitator auf © CF

Karl May Gesellschaft

Wasastraße 50

01445 Radebeul

http://www.karl-may-gesellschaft.de

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Oberwald bei Hohenstein-Ernstthal: Tal des Pechgrabens, Richtung Höhle © CF

Literatur

Schmiedt, Helmut: Karl May. Oder die Macht der Phantasie. C.H. Beck Verlag. München 2011

Schweikert, Rudi: Das gewandelte Lexikon. Zu Karl Mays und Arno Schmidts produktivem Umgang mit Nachschlagewerken. Aus dem poetischen Mischkrug. Bangert und Metzler. Wiesenbach 2002

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Hohlweg zur Höhle im Kiefernberg © CF

Der Orientzyklus

Hörspiel in 12 Teilen nach den Reiseerzählungen von Karl May

Regie: Walter Adler

Kara Ben Nemsi/ Karl May: Sylvester Groth

Melek: Dietmar Mues

WDR. Köln 2007

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© CF

Ohne Original

Die Serien des Künstlers Ottmar Hörl

Sonntag, 19. Februar 2017

SWR 2 Matinee, Thema „Serien“

11 Uhr

Der Link zur Sendung

http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/matinee/serielle-kunst-ottmar-hoerl-und-die-kunst-der-serie/-/id=660804/did=19034928/nid=660804/1vqgjhn/index.html

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Ottmar Hör’s „Forschungsraum“ im Mannheimer Kunstverein © CF

Wer kennt sie nicht: die bunten PVC-Gartenzwerge, Ampelmännchen, Maulwürfe, die Figuren von Berühmtheiten wie Friedrich Rückert und Karl Marx. Ihr Schöpfer ist Ottmar Hörl, Konzeptkünstler und Bildhauer. Ottmar Hörl ist der Präsident der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. In Mannheim läuft aktuell eine Einzel-Ausstellung, im Mannheimer Kunstverein. Titel: Handlungsanweisung zur Erlösung des schwarzen Quadrats. Eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Klassiker der monochromen Malerei von Kasimir Malewitsch „Schwarzes Quadrat auf weißem Grund“

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Mannheimer Kunstverein © CF

Ausstellung

Ottmar Hörl: Handlungsanweisung zur Erlösung des Schwarzen Quadrats

Bis 16. April 2017

Mannheimer Kunstverein, Augustaanlage 58, 68165 Mannheim

http://www.mannheimer-kunstverein.de

Ottmar Hörl: https://www.ottmar-hoerl.de

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Ottmar Hörl: Weltanschauungsmodell © CF

Tanz gegen Gewalt

# Flash Fem am Valentinstag

One Billion RisingEine Milliarde erhebt sich.

Mein „Zwischenruf“ ist in der WDR Mediathek (Audio) zu hören.

http://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr3/

 

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Alter Markt in Köln © CF

Unter diesem Titel kommen an verschiedenen Orten der Welt Menschen zusammen, um gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu protestieren. Die Milliarde steht für die Zahl der jährlichen Opfer. Die Kampagne initiierte die USamerikanische Schriftstellerin Eve Ensler. Eve Ensler erlangte internationalen Ruhm mit ihrem Theaterstück Vagina-Monologe, in denen es um Leidenschaft und Lust geht, aber auch um sexuellen Missbrauch und Vergewaltigung.

Die Vagina Monologe gaben den Impuls für den (V)agina-Aktions-Tag. Am (V)alentinstag 1998 gab es den ersten (V)agina-Tag. Anlässlich des 15-jährigen Jubiläums des V-Days startete die Initiatorin Eve Ensler die weltweite Kampagne One Billion Rising, am 14. Februar 2013.

Frauen und Männer sind weltweit dazu eingeladen, rauszugehen, zu tanzen und sich zu erheben, um das Ende der Gewalt zu fordern. Am 14. Februar 2017 wurde der Aktionstag zum fünften Mal begangen. Allein in Deutschland beteiligen sich über hundert Städte, unter anderem Münster, Paderborn, Leverkusen, Bonn, Aachen, Herne, Bielefeld.

Die Impressionen stammen vom Alter Markt in Köln.

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Das Geschenk der Bienen

Ein Insekt, das besticht und betört

WDR 5, Scala

10. Februar, 14 Uhr (Wiederholung: 21 Uhr)

Der Link führt zum Feature: www.wdr5.de

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Bienenwachskerzen in einer der 42 Kirchen in Monemvasia @ CF

Bienen sind mythisch und göttlich. Sie bauen perfekte Waben aus Wachs, verwandeln Nektar in Honig. Seit Menschengedenken inspirieren die Hautflügler Kunst und Religion. Galten sie doch als jungfräulich, die sich geschlechtslos vermehren, galten als königlich, die ein großes Reich regieren. Bis ins 17. Jahrhundert beruhte die Kulturgeschichte der Biene auf einem Irrtum.

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Die Küsterin Katerina Klinika in Monemvasia (Peloponnes) @ CF

Die Königin wurde für einen König gehalten, der im Stock das Sagen hat. Erst unterm Mikroskop offenbarte sich das wahre Geschlecht des Oberhaupts. Eine Frau, die in luftigen Höhen Sex hat und täglich tausende Eier legt. Bis heute gilt die Biene als geheimnisvoll und schöpferisch. Ihr Summen beschreibt der Schriftsteller Ralph Dutli als Urmusik, in seinem Buch namens „Das Lied vom Honig“. Viele Künstler_innen imkerten selbst, zum Beispiel Vergil, Wilhelm Busch, Sylvia Plath, Mary Bauermeister.

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Mary Bauermeister (Einstige Weggefährten von Karlheinz Stockhausen, Künstlerin, Gärtnerin, Imkerin) @ CF

Der verzweifelte Ruf eines Mönches nach seinem Bienenvolk sind die ersten gereimten Verse in deutscher Sprache. Schmerzlich musste der erste Imker Aristaios erfahren, was es heißt, wenn die Bienen sterben. Christina Pluhar inszenierte den Fluch des Orakels in ihrer Oper Orfeo Chamán. Droht den Bienen der Tod, verlieren wir die Süße des Lebens.

Christina Pluharfoto: Marco Borggreve
Christina Pluhar (Leiterin des Ensembles L’Arpeggiata, Theorbespielerin, Komponistin und Arrangeurin der Oper Orfeo Chamán) © Marco Borggreve – Virgin Classics

Apisticus Tag 2017

26. Bienenkunde in Münster. Große Imkermesse rund um Honigbiene und Imkerei

Motto: Biene und Mensch

11. und 12. Februar 2017

Backhalle – Speicherstadt. An den Speichern 10. 48157 Münster

http://www.apis-ev.de

 

Literatur

Busch, Wilhelm: Umsäsuselt von sumsenden Bienen. Schriften zur Imkerei. Wallstein Verlag. Göttingen 2016

Dutli, Ralph: Das Lied vom Honig. Eine Kulturgeschichte der Biene. Wallstein Verlag. Göttingen 2012

Rinck, Monika: Honigprotokolle. Kookbooks. Berlin 2/ 2014

Wagner, Jan: Selbstportrait mit Bienenschwarm. Ausgewählte Gedichte 2001-2015. Hanser Verlage. München 2016

 

CD – Orfeo Chamán

Komposition und Leitung: Christina Pluhar

Ensemble: L’Arpeggiata

Libretto: Adaption des Stücks El Jaguar de Orfeó von Hugo Chaparro Valderama

Regie: Rolf und Heidi Abderhalden

Kostüme: Elizabeth Abderhalden

Bonus DVD

Orfeo Chamán

Regie: Sonia Paramo

Warner Classics. 2016

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© CF

 

 

GETEILTES KREUZ

Kirche(n) in der Stadt – Evangelisch im Rheinland

Neujahrsempfang des Rheinischen Vereins für Denkmalschutz und Landschaftspflege

4. Februar, 2017

Christuskirche, Koblenz

11 Uhr

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Wittenberg © CF

Iß, was gar ist,

trink, was klar ist,

red, was wahr ist.                            Martin Luther

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Martin Luther- Skulptur in Eisleben, der Geburtsstadt des Theologen. Bei einem Besuch in Eisleben starb Martin Luther 1546. (Bronzestatue von Rudolf Siemering, 1883) © CF

Altardiskussion 

Präses Manfred Rekowski (Evangelische Kirche im Rheinland)

Roswitha Kaiser (Leiterin der Direktion Landesdenkmalpflege der Generaldirektion Kulturelles Erbe – GDKE)

Moderation: Claudia Friedrich

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Wittenberg: Katharina von Bora – Ordensschwester, Ehefrau von Martin Luther, Mutter von sechs Kindern, Verwalterin, Gutsherrin, Bierbrauerin (Bronze-Skulptur von Nina Koch, 1999) © CF

Martin Luther musste es ja wissen. Der hat den Leuten aufs Maul geschaut und die Religion gespalten. Natürlich nur aus Versehen. Im Oktober 1517 klebte er 95 Thesen an die Schlosskirche von Wittenberg. „Die Schätze der Ablässe sind Netze, mit denen nun die Reichtümer der Menschen gefischt werden.“ Thesen gegen die Missstände der Institution, in der er selbst als Mönch arbeitete. Martin Luther wollte reformieren, nicht rebellieren. Doch es kam anders. Es folgten Religionskriege und schließlich zwei Konfessionen.

500 Jahre später ist der Reformationstag ein Jahresfest. Was es zu feiern gibt? Die Spaltung?  Gottes Gnade?  Es gibt Lutherkekse, Lutherweingummis, Lutherspiele, Lutherbücher, Luthermusik, Lutherhäuser, Lutherplakate, Lutherpartys. Es gibt Lutherstreit über die Luthertat. Ist der Anschlag der Thesen an die Kirchentür Legende oder Wirklichkeit? Egal.

Wie viel Luther steckt überhaupt in der Reformation. Und ist sie wirklich so ein Feuerwerk? Vielleicht steht die Reformation nur in einer langen Tradition verschiedener Reformströmungen. Es bleibt auch die Frage nach dem Erbe der Reformation, nach Differenz, Pluralismus und Moderne, nach der Architektur der Gemeinden. Eine Altardiskussion über Konfessionen, Kirche und Kultur.

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Die Reformation hinterließ ein geteiltes Friedhofwesen. Die Katholik_innen hatten weiterhin ihre Kirchhöfe, die Protestant_innen begruben ihre Toten außerhalb, zum Beispiel auf dem Campo Santo (Heiliger Acker), dem Alten Friedhof in Eisleben ( 1533-1876) © CF