„Wellness“ im Kloster Arenberg

Heilende Liebe

Zwischen Vitalzentrum und Mutterkirche

SWR 2 Matinee mit Schwerpunkt „Klöster“

Mein Stück über das Kloster Arenberg ist die Eröffnungspforte der Sendung

Sonntag, 1. Oktober 2017

9 Uhr

Das ist der Link zur Sendung

https://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/matinee/swr2-matinee-am-1-oktober-2017-kloester/-/id=660804/did=20098358/nid=660804/1d6ts6c/index.html

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In die Stille tauchen: Weg zum Gästehaus „Haus Marianum“ des Klosters Arenberg © CF

Auf einem Hügel über Koblenz liegt das Kloster Arenberg, eine weitläufige Anlage, gebettet in Parks, Streuobstwiesen, Kräutergärten. Rund 60 Dominikanerinnen leben hier in der Klausur, einem 150 Jahre alten Gebäudekomplex aus roten Klinkern, folgen dem täglichen Ritual der Stundengebete. Zusammen mit weltlichen Angestellten betreiben sie ein Vitalzentrum und ein Gästehaus. Tourist_innen pilgern auf den Hügel, suchen Heilung, Seelsorge oder einfach nur Wellness. Wellness? In einem Kloster?!

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Den Klang spüren: Claudia Ruech (Physiotherapeutin und Leiterin des Vitalzentrums) © CF

Seit 2000 geht der Frauenorden einen ungewöhnlichen Weg. Mit einer Vision und viel Geld ließen sie das Gästehaus aus hellem Sandstein bauen. Für ihr hoch modernes Vitalzentrum holten sie sich Therapeut_innen ins Haus, die verschiedene Techniken aus vielen Kulturkreisen anbieten: Klangmassage, Shiatsu, japanisches Heilströmen, Qui Gong.

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Der Bestimmung folgen: Scholastika Jurt (Generalpriorin der Schwestern der heiligen Katharina von Sienna im Orden des heiligen Dominikus) © CF

Andere Klöster kämpfen ums Überleben. Ihre Pforten schließen für immer oder öffnen sich für andere Zwecke. Viele Anlagen werden umgewidmet, sind Flüchtlingsunterkünfte, Kosmetikfirmen, Eigentumswohnungen. Ein Grund ist, dass die Bewohnerschaft älter wird und der Nachwuchs ausbleibt. Auch die Arenberger Dominikanerinnen sind im Schnitt um die 80. Doch ihr Konzept trifft den Nerv der Zeit, ohne dass es das Klosterideal der Gründerin Cherubine Willimann verrät. Ihre Formel lautet: Heilende Liebe.

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Zu sich selbst finden: Das Labyrinth von Chartres auf einer Wiese vor dem Kloster Arenberg © CF

Im kommenden Jahr feiert Kloster Arenberg 150 jähriges Bestehen. Ich besuchte den Orden und das Vitalzentrum, erlebte ein Stundengebet und Wellness im besten Sinne.

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Nach außen gehen: Jessica Bock und Schwester Siegfrieda an der Rezeption im Gästehaus © CF

Kloster Arenberg

http://www.kloster-arenberg.de

Cherubine-Willimann-Weg 1, 56077 Koblenz

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Zu Gott sprechen: Turm der Mutterhauskirche © CF
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Von Zeichen und Zahlen in der Kabbala

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Gott = 86 = מ (Mem) + י (Jod) + ה (He)+ ל (Lamed) + א (Alef)

Eine Miniatur, die am 24. September in der SWR 2 Matinee ausgestrahlt wurde. Das Stück kann im Netz nachgehört werden. Hier ist der Link.

https://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/matinee/die-kabbala-religioese-mathematik/-/id=660804/did=20323652/nid=660804/2c0ban/index.html

Die Sängerin und Religionslehrerin Shuli Grohmann (siehe Titelbild) liest aus der Tora. Sie weiß um das Muster, das den Worten zugrunde liegt.

Im 16. Jahrhundert soll ein Rabbi im polnischen Chelm aus einem Lehmklumpen den Golem geformt haben, einen Humanoiden. Etwas später soll sein berühmter Kollege Rabbi Löw im tschechischen Prag eine ebensolche Kreatur geschaffen und ihr Leben eingehaucht haben, mittels einer festgelegten Formel. beide Schöpfer arbeiteten mit Zahlen und Zeichen, kannten sich aus in der Kabbala, einer Strömung der jüdischen Mystik.

„Um den Golem zum Leben zu erwecken, muss man ein Schlüsselwort kennen, das durch die Kombination von Buchstaben zustande kommt“, sagt Andres Kilcher.

Andreas B. Kilcher ist Professor für Literatur- und Kulturwissenschaft an der ETH Zürich und im Direktorium des Zentrums für Geschichte des Wissens der ETH und der Universität Zürich. Seine Forschungsgebiete sind jüdische Literatur- und Kulturgeschichte, literatur- und kulturwissenschaftliche Wissensforschung sowie Kabbala- und Esoterikforschung. Mit ihm sprach ich über die Kabbala und die wichtigsten Werke, die geistige Bewegung maßgeblich prägten.

Literatur

Kilcher, Andreas: Die Namen der Kabbala. (IN: Rahden, Wolfert von/ Sommer, Urs (Hg.): Namen. Zeitschrift für Ideengeschichte. Verlag C.H.Beck. München 2013. S. 5-28)

Herrmann, Klaus (Hg. und Ü aus dem Hebräischen): Sefer Jezira. Buch der Schöpfung. Verlag der Weltreligionen (Insel) Frankfurt am Main 2008

Necker, Gerold (Hg. und Ü aus dem Hebräischen und Aramäischen): Sohar. Schriften aus dem Buch des Glanzes. Verlag der Weltreligionen (Insel) Frankfurt am Main 2012

Tyradellis, Daniel/ Friedlander, Michal (HG.): 10+5=Gott. Die Macht der Zeichen. DuMont Verlag. Köln 2004

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Im Hebräischen sind Buchstaben auch Zahlen. © CF 

 

Akustische Signale in der Binnenschifffahrt

Schall und Schiff – Wenn das Typhon hupt

Leinen los © CF
Blick auf den Schwimmanleger © CF

SWR 2 Matinee

10. September 2017, 9-12 Uhr

Nach 11 Uhr läuft mein Beitrag

MS RheinFantasie © CF
MS RheinFantasie © CF

Hier ist der Link zur Reportage

https://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/matinee/schallsignale-in-der-schiffahrt-wenn-es-auf-den-wasserstrassen-hupt/-/id=660804/did=20250892/nid=660804/dzllp7/index.html

Harald Kampe (Schiffsmanager) © CF
Der Schiffsmanager Harald Kampe © CF

Wer sein Schiff über den Rhein lenken will, muss ein Rhein-Patent absolvieren. Jede Kurve, jede Untiefe, jede Klippe muss im Schlaf abgerufen werden können. Die Schifffahrt verlangt Funkzeugnisse, Radar- und GPS-Kenntnisse. Damit nicht genug.

AIS und Radar © CF
Orientierung per Radar (rechter Bildschirm) und Automatischem Identifikationssystem (AIS) © CF

Symbole, Bojen, Leuchten, Schallsignale wollen richtig gedeutet werden. Wer Fehler macht, gerät unter Umständen auf Abwege. Doch außer lauter Motoren und Musik ist von den Schiffen oft wenig zu hören. Kaum ein Horn, keine Glocke. Und was ist, wenn es brenzlig wird auf dem Rhein?

Patrick Gereke (Kapitän) © CF
10 Meter über dem Wasser: Kapitän Patrick Gereke im Steuerhaus © CF

Im Steuerhaus halten die Schiffsführer einen Joystick in der Hand, mit dem sie den Kurs vorgeben. Per Radar und Automatischen Identifikationssystem (AIS) navigieren sie den Cruiser an anderen Schiffen vorbei. Per Funk gibt es direkten Kontakt.

Schiffsglocke © CF
Mehr Tradition denn Funktion: Die Schiffsglocke am Steuerhaus © CF

Das Typhon (siehe Titelbild) erreicht die anderen mit einem satten Klang. Die Folge von kurzen und langen Tönen muss ein Kapitän zu deuten wissen. Auch die Glockenschläge transportieren Anweisungen und Mahnungen, zum Beispiel, wenn Gefahr im Verzug ist. Doch nur noch selten röhrt das Typhon auf der Bugspitze. Und die Glocke an der Reling ist fast nur noch schöner Schein.

Dominik Frühauf (Küchenleiter) © CF
Chefkoch Dominik Frühauf in der Bordküche. Wenn sein Team zu viel Dampf produziert, schlägt der Feueralarm an. © CF
Im Maschinenraum © CF
Meine Begleiterin Katerina Katsatou und ich stiegen in die Höhle der Propeller. Wer im Schiffsherz steht, hört nichts anderes als den rhythmischen Lärm der Maschinen, die die MS RheinFantasie durch den Fluss schieben. © CF

Mit 85 Metern Länge und 14 Metern Breite ist die MS RheinFantasie eines der größten und modernsten Fahrgastschiffe, die die Flotte der Köln Düsseldorfer Deutsche Rheinschifffahrt zu bieten hat.

Patrick Gereke am Außenpult © CF
Fingerspitzengefühl: Patrick Gerede manövriert das Schiff per Handle am Außenpult an die Anlegestelle. © CF

Mit rund 11 km/ h bestritten wir die Bergfahrt nach Linz. Mit doppelter Geschwindigkeit glitten wir gen Tal, nach Köln zurück. 120 Kilometer Wasserstraße liegen zwischen Start und Ziel.

Patrick Gereke (li) und Nico Braune (Steuermann) © CF
Glockenschlag aus der Vergangenheit: Schiffsführer Patrick Gereke (li) und Steuermann Nico Braune auf dem Austritt neben dem Steuerhaus.

Köln Düsseldorfer Deutsche Rheinschifffahrt: https://www.k-d.com

Nico Braune legt an © CF
Halt im Heimathafen: Nico Braune vertäut das Schiff am schwimmenden Anleger. © CF