Odyssee per Bus, Bahn, Flugzeug

Miniatur über Odysseen im öffentlichen Verkehr

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Am Flughafen © CF
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
© CF

Odysseen in Bus, Bahn, Flugzeug

Von Umwegen und Abwegen im öffentlichen Verkehr

SWR 2 Matinee

29. Oktober 2017

9 Uhr

Der Link zur Sendung über Odysseen

Gleise
© CF

Der öffentliche Verkehr stiehlt den Autos die Show. Immer mehr Passagiere nutzen Bus, Bahn und Flugzeug. Warum allein im Stau stehen? In den letzten Jahren stiegen hierzulande rund 11 Milliarden Reisende in Busse und Bahnen. Fast 200 Millionen Passagiere hoben ab: von bundesdeutschen Flughäfen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Heike Voss und Michael Kamp erlebten ihre Odyssee mit dem Fernbus. © CF

Auf dem Siegertreppchen steht der Zug, gefolgt von Fernbussen und Flugzeug. Das heißt, es gibt fast 11 Milliarden Geschichten.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Aus dem Gleis geworfen und auf der Insel gestrandet. Sie erleben verschiedene Odysseen:  der Fernbahnpendler René Oldenburger (li.) und der Flugbegleiter Markus Oldenburger © CF

Denn wer erlebte sie nicht: ungeheuerliche Irrfahrten und Fluggeschichten?! Claudia Friedrich ließ sich Reiseabenteuer erzählen.

Katerina Katsatou
Katerina Katsatou pendelt seit 30 Jahren zwischen Arbeits- und Wohnort. © CF
Gleise 2
© CF

Royal Philatelic Collection

Besuch beim Keeper der königlichen Briefmarkensammlung

St. James’s Palace in London

WDR 3 – Kultur am Mittag

5.10. 2017

12 Uhr

Link zum Podcast – Go to the Feature

http://www1.wdr.de

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Blick zum Gatehouse des St. James’s Palace © CF

In St. James’s Palace exists the royal philatelic collection. Around 250 000 stamps tell about the philatelic history of Great Britain and the states of the Commonwealth. Pearls of paper stick in 328 red leather albums, a heritage of King George V.. He is known as a great stamp collector. Together with his counselor, Keeper Sir Edward Bacon he assembled the collection. The actual Keeper Michael Sefi takes care of the rare objects of the British Empire. He writes articles, selects certain objects for exhibitions, takes part in auctions. I had the chance to visit him in the Stamp Room in St. James’s Palace.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Suche nach dem Weg zur Briefmarkensammlung der Queen – St. James’s Park © CF

Queen Elisabeth II. ist keine Briefmarkensammlerin, aber sie ist Besitzerin einer Kollektion aus lauter Raritäten. Im St. James’s Palace lagern eine viertel Million Wertmarken. In einem unscheinbaren, fensterlosen Hinterzimmer entziehen sie sich den Blicken der Öffentlichkeit. Michael Sefi (siehe Titelbild) kümmert sich um die Privatsammlung. Er ist der Keeper, der Kurator. Den Titel führte King George V. ein, als er anfing, sich systematisch mit den aufklebbaren Quittungen zu befassen und seinen Berater Sir Edward Bacon (✝ 1938) zum Kurator der königlichen Sammlung ernannte. Elisabeths Großvater ist das Erbe zu verdanken. Er trug die schönsten Exemplare aus dem Britischen Empire zusammen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Penny Black – die erste Briefmarke der Welt aus dem Jahre 1840 (ein Exemplar aus dem Auktionshaus Heinrich Köhler) © CF

Da ist die Penny Black, die erste Briefmarke der Welt, gestochen und gedruckt in England. Da ist eine ungestempelte Blaue Mauritius, die ein Agent des Königs 1904 auf einer Auktion erwarb und sie quasi dem Deutschen Postmuseum vor der Nase wegschnappte.

Da ist ein Briefumschlag, versehen mit der orangeroten One Penny Mauritius-Marke, abgestempelt am 21. September 1847 in Mauritius’ Hauptstadt Port Louis. An diesem Tag erschien eine kleine Auflage der Post Office-Mauritius-Marken. Sie sind die ersten eigenen Postwertzeichen, die eine Kronkolonie je druckte.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Seitenflügel des St. James’s Palace © CF

Der Brief mit Marke und Stempel ist ein Mythos der Philatelie. Insgesamt existieren drei dieser kleinen Umschläge, in denen wahrscheinlich Zutrittskarte für den Ball steckten, den Lady Gomm in Port Louis geben würde. Lady Gomm war die Frau des Gouverneurs, eines Waterloo-Veteranen. Sie sandte dem Jet Set von Mauritius Post zu, mit druckfrischen, orangeroten Post Office-Mauritiusmarken. Eine der vielen Legenden ist, dass nur wegen Lady Gomms Ball der Graveur und Uhrmacher Joseph Osmond Barnard beauftragt wurde, Briefmarken zu stechen. Michael Sefi: Es existieren so viele Legenden, und das meiste ist Müll.

Der Keeper zieht Alben aus dem Regal, zeigt Perlen, die Geschichten und Geschichte erzählen, von Kriegen, Kolonien, Kunst, Kommunikation.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Die blaue Schwester der Penny Black mit dem Motiv der 17jährigen Queen Victoria  (ein Exemplar aus dem Auktionshaus Heinrich Köhler) © CF

1847 – Der Bordeaux-Brief verlässt Mauritius

Dokument & Monument

Der Bordeauxbrief ist frankiert mit einer Blauen und einer Roten Mauritius

WDR 5 ZeitZeichen

4.10. 2017

WDR 5: 9.45 Uhr

WDR 3: 17.45 Uhr

WDR 2 StichTag

4.10. 2017

WDR 2: ca. 9.40 Uhr/ Wiederholung: 18.40 Uhr

Hier steht das Podcast zum ZeitZeichen über den Bordeauxbrief 

http://www1.wdr.de

Unter diesem Link ist das Podcast zum StichTag zu finden

http://www1.wdr.de/stichtag/stichtag-bordeauxbrief-wird-abgeschickt-100~_tag-04102017.html

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Andreas Hahn ist der Leiter des Archivs für Philatelie der Museumsstiftung Post und Telekommunikation in Bonn. Im Tresor liegen über 800 Alben. Das berühmteste Exemplar ist eine Blaue Mauritius auf Brief © CF

Mauritius. Port Louis, die Hauptstadt des Inselstaates. Es ist der 4. Oktober 1847, ein Montag. Ein Angestellter der Weinhandlung Edward Francis trägt einen Brief zur Post, frankiert mit zwei Wertmarken, Orangerot und tiefstes Blau. One Penny und Two Pence. Sekunden später sind die Marken entwertet: Post Paid.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Das Museum für Kommunikation in Berlin befindet sich im Bau des ehemaligen Reichspostmuseums, das 1872 eröffnet wurde, als erstes Museum dieser Art weltweit © CF

Als das Geschäftsschreiben den Hafen von Port Louis verließ, existierten die Briefmarken knapp zwei Wochen. Im September 1847 gingen die ersten 500 One Penny und Two Pence-Marken durch die Handpresse. In der Mitte das Profil der Queen Viktoria, umrandet von einem Schriftzug: Post Office Postage Mauritius. Damit war die Vulkaninsel im Indischen Ozean die erste Kolonie des British Empire, die über eigene Briefmarken verfügte.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Klaus-Peter Wagner (Leiter des Sicherheitsdienstes) hütet unter anderem Philatelie-Raritäten in der Schatzkammer des Museums für Kommunikation. © CF

Ende Dezember 1847 erhält der Lieferant des Weinhändlers in Bordeaux jenen Faltbrief aus Mauritius. Kurze Zeit später bekommen die Herren Ducau und Lurguie einen weiteren Brief mit dem gleichen Inhalt. Vorsichtshalber schickte ihr Geschäftspartner aus Mauritius die Doublette mit einem anderen Schiff. Das Original ging als Bordeauxbrief in die Geschichte ein, das zweite Schreiben wurde als Brief nach Bordeaux  berühmt. Das mit beiden Marken frankierte Dokument befindet sich in Privathand; der kleine Bruder trägt eine Marke, die Blaue Mauritius, und liegt in der Schatzkammer des Museums für Kommunikation.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Das Mauritius Tableau in der Schatzkammer des Museums für Kommunikation in Berlin. Für weniger als eine Minute ist eine Leselampe aktiv, mit der Leuchtkraft einer Fahrradlampe; 50 Lux. Mehr Licht zerstört Tinte und Papier. Neben einer Roten Mauritius, zwei Britisch-Guayana-Marken,  vier Hawaii-Postmeistermarken ist die Blaue Mauritius zu sehen, auf dem Brief nach Bordeaux (o.r.) © CF

Sowohl der Bordeaux-Brief als auch Beide Briefe wurden mit Wertmarken frankiert, die es ein Jahr später in dieser Form nicht mehr gab. Die zweite Auflage trug zwar das gleiche Motiv, die gleichen Farben, den gleichen Wert, aber statt Post Office ist Post Paid zu lesen. Ein veränderter Schriftzug, der die erste Auflage zum Unikat werden lässt.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Sternstunde für jeden Auktionator, wenn eine der Post Office Mauritius-Marken unter den Hammer kommt. In seinem Auktionshaus versteigerte der Philatelist Heinrich Köhler zweimal eine Rote Mauritius. Der Hammer des Gründers des ältesten Auktionshauses Deutschlands ist immer noch im Gebrauch, auch bei der 365. Auktion im September 2017. © CF

Einige Jahrzehnte nach dem Druck der ersten 500 Mauritiusmarken sind jene Postwertzeichen von der kleinen Vulkaninsel im Indischen Ozean gefragte Sammlerobjekte. Der Bordeauxbrief gilt bis heute als Kronjuwel der Philatelie. Warum eigentlich? Ein Rätsel, das alles andere als gelöst ist.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Karl Louis (Philatelistischer Gutachter, Kaufmann, Co-Geschäftsführer beim Auktionshaus Heinrich Köhler) © CF

Literatur

Kugler, Lieselotte/ Hahn, Andreas (Hg.)Die Blaue Mauritius. Das Treffen der Königinnen in Berlin. Katalog. Museumsstiftung Post und Telekommunikation. Berlin 2011

Zeitschrift

Deutsche Briefmarken-Zeitung (DBZ)

http://www.deutsche-briefmarken-zeitung.de

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
„Briefmarken sind Zeitgeschichte.“ Frank Eder ist mit 30 Jahren einer der jüngsten Briefmarkenhändler. Im Besichtigungsraum des Auktionshauses Heinrich Köhler stöbert der Berufsphilatelist in Alben, die versteigert werden. © CF

Adressen

Archiv für Philatelie

Museumsstiftung Post und Telekommunikation

http://sammlungen.museumsstiftung.de/archiv-fuer-philatelie-bonn/

Robert-Schumann-Platz 3

53175 Bonn

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Im Archiv für Philatelie betrachtet der Kunsthistoriker Andreas Hahn Raritäten der Postgeschichte. © CF

Museum für Kommunikation

mfk-berlin.de

Leipziger Straße 16. 10117 Berlin-Mitte

St. James’s Palace

Cleveland Row London

U-Bahn: Green Park

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Im St. James’s Palace in London befindet sich die königliche Briefmarkensammlung, unter anderem die Blaue Mauritius, eine von vier ungestempelten Exemplaren, die auf der Welt existieren. © CF

Heinrich Köhler Auktionshaus

heinrich-koehler.de

Wilhelmstraße 48, 65183 Wiesbaden

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Dieter Michelson (Geschäftsführer Auktionshaus Heinrich Köhler, auch im Titelbild zu sehen) bei der 365. Auktion in Wiesbaden. Einmal den Bordeauxbrief in den Händen halten, das wäre ein Traum des irischen Philatelisten. © CF