Vom Golem und der Kabbala

אמת = Wahrheit

WDR 5 Scala, 12. Dezember 2017

14 Uhr/ Wiederholung: 21 Uhr

Unter dem Link kann mein Feature nachgehört werden.

Eine kleine Kulturgeschichte des Golem

Der Schatten des Golem 1 @ Knesebeck
Joseph und Zelmira, gezeichnet von Benjamin Lacombe: Der Golem und sitzt auf einer Bank im Hof des Oberrabbis Löw im Jüdischen Viertel in Prag. © Knesebeck Verlag

Der Golem ist seit mindestens 200 Jahren ein Medienstar. Um den Superhelden ranken sich Geschichten. Es gibt Filme, Gemälde, Computerspiele. Frankestein ist ein Zitat auf den Golem. Spiderman hat Ähnlichkeiten, Roboter stehen in seiner Tradition.

Der Schatten des Golem sw © Knesebeck
© Knesebeck Verlag

Vor kurzem erschien beim Knesebeck-Verlag eine weitere Golem-Erzählung mit großformatigen Illustrationen unter dem Titel Der Schatten des Golem. Das Original entstand in Frankreich. Éliette Abécassis schrieb den Text, Benjamin Lacombe schuf die Zeichnungen.

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Jüdische Mystiker überlegten, wie es möglich ist, künstliches Leben herzustellen. © CF

Der Golem geht in die Blütezeit der jüdischen Mystik zurück, er ist ein Konstrukt der Kabbala.

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Michael Moses in seiner Töpferwerkstatt. Mit Lehm aus dem Westerwald formt er einen Golem © CF

Lange fristete die Kabbala ein Nischendasein. Doch dann erforschte der Religionshistoriker Gershom Sholem die jüdische Mystik und verhalf der Kabbala zu neuem Ruhm.

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Über einen Code wird der Golem gesteuert. Alef, Mem, Tav steht auf seiner Stirn. Das heißt Emet. Und Emet heißt Wahrheit. © CF

Ende der 1960er Jahre entstand in Tel Aviv das erste Kabbala-Centre. Inzwischen gibt es 40 Zentren, unter anderem in Los Angeles und Berlin. Eine der prominentesten Mitglieder ist die Sängerin Madonna.

Der Schatten des Golem 4 @ Knesebeck
© Knesebeck Verlag

Der Golem ist Form gewordene Kabbala. Die Lektüre Der Schatten des Golem bietet einen  sanften Einstieg in das „Leben“ des Humanoiden, geboren aus der jüdischen Mystik.

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Shuli Grohmann liest aus der Tora © CF

Zu Wort kommen Shuli Grohmann (Sängerin, Tänzerin, Religionslehrerin aus Israel), Andreas Kilcher (Professor für Literatur- und Kulturwissenschaft/ Kabbala-und Esoterikforschung an der ETH Zürich) und Michael Moses (Töpfermeister, Keramikgestalter aus Israel). Er setzte sich in die Werkstatt und töpferte drei Golem aus Lehm.

Der Schatten des Golem 2 @ Knesebeck

Literatur

Abécassis, Éliette/ Lacombe, Benjamin: Der Schatten des Golem. (Ü aus dem FR: Anja Kootz) Knesebeck Verlag. München 2017

Kilcher, Andreas: Die Namen der Kabbala. (IN: Rahden, Wolfert von/ Sommer, Urs (Hg.): Namen. Zeitschrift für Ideengeschichte. Verlag C.H.Beck. München 2013. S. 5-28)

Tyradellis, Daniel/ Friedlander, Michal (HG.): 10+5=Gott. Die Macht der Zeichen. DuMont Verlag. Köln 2004

Herrmann, Klaus (Hg. und Ü aus dem Hebräischen): Sefer Jezira. Buch der Schöpfung. Verlag der Weltreligionen (Insel) Frankfurt am Main 2008

Necker, Gerold (Hg. und Ü aus dem Hebräischen und Aramäischen): Sohar. Schriften aus dem Buch des Glanzes. Verlag der Weltreligionen (Insel) Frankfurt am Main 2012

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Den ersten Golem erschuf Elijah Ba’al Shem, der Rabbi von Chelm, sagt die Legende. Er soll einen Lehmklumpen zum Leben erweckt haben, indem er den Namen Emet – Wahrheit auf seine Stirn schrieb © CF

Adresse

Michael Moses (Töpfer) und Verena Hielscher (Textilkunst)

Wallenthalerstraße 17

53925 Kall-Scheven

www.verenahielscher.com

www.toepferei-moses.de

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© CF
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