Frauenwahlrecht im Iran

27. Februar 1963

Schah erlässt Dekret zum aktiven und passiven Frauenwahlrecht im Iran

ZeitZeichen – WDR 5: 9.45 Uhr/ WDR 3: 17.45 Uhr/ NDR

ZeitZeichen – Frauenwahlrecht im Iran

StichTag – WDR 2: ca. 9.40 Uhr (Wiederholung: 18.40 Uhr)

StichTag – Frauenwahlrecht im Iran

Sima Behmanesch (Titelbild li.) und Hellen Vaziri erinnern sich an die Zeit, als der Schah Mohammad Reza Pahlavi ihr Land mit Gewalt in die Moderne peitschte. Sie erlebten die Revolution im Jahr 1979 und flohen aus der Islamischen Republik Anfang der 1980er Jahre.

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Die Modernisierung des Schahs hatte keine Tiefenwirkung. Es gab keine Frauengruppen, geschweige denn eine Frauenbewegung, die eine wirkliche Emanzipation vorantreiben würde. Hellen Vaziri und Sima Behmanesch erinnern sich an zehn Nächte im Oktober 1977. Im Goethe Institut in Teheran feierten 62 000 Besucher_innen feierten die Freiheit der Poesie. „Dort habe ich mein erstes Flugblatt gelesen“, sagt Hellen Vaziri: „Nieder mit dem König hießt die Parole.“ Die junge Studentin hatte keine Ahnung, dass die Stadtpartisanin Sima Behmanesch jene Flyer ins Deutsche Kulturinstitut getragen hatte, im Schutz ihres Tschadors. „Wir haben geglaubt, nach dem Sturz des Schahs wird alles besser.“ © CF

Sima Behmanesch und Hellen Vaziri leben im Exil, hoffen auf die mutigen Frauen, die derzeit stille Zeichen des Protests setzen. Sie steigen auf Stromkästen an großen Straßen, lüften ihre erzwungenen Schleier, hängen sie an Stöcke und schwenken sie über ihren Köpfen. Doch die Revolutionswächter lassen nicht lange auf sich warten. Sie stürzen die Demonstrantinnen von ihren Bühnen, verprügeln und verhaften sie. Ihnen drohen bis zu zehn Jahre Haft.

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Sima Behmanesch ist Theaterpädagogin und Schauspielerin. Sie arbeitet mit Flüchtlingskindern. © CF

Nach wie vor sind Frauen vor dem Gesetz weniger wert als Männer. Fürs Verreisen brauchen sie die Erlaubnis von Vater oder Ehemann. Neunjährige Mädchen gelten als heiratsfähig und können für eine Straftat vor Gericht belangt werden. Auf Ehebruch steht Steinigung. Ehrenmorde seitens des Mannes werden nicht geahndet. Das ist die eine Facette. Eine andere: 60% der Studierenden sind Frauen.

Seit 1963 dürfen Frauen wählen und gewählt werden. Irans letzter Monarch Mohammad Reza Pahlevi erließ das Frauenwahlrecht per Dekret.

Auch in der Islamischen Republik geben Frauen ihre Stimme ab: in Moscheen und Schulen. Alle vier Jahre stellen sich Politikerinnen zur Wahl. Im aktuellen Parlament sind unter den 290 Abgeordneten 14 Frauen.

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Hellen Vaziri (li) ist Anwendungsentwicklerin und setzt sich für Frauenrechte im Iran ein.  © CF

Frauen prägen seit zweieinhalb Tausend Jahren den Iran. Sie waren Königinnen, sind Bäuerinnen, Kriegerinnen, Poetinnen, Nobelpreisträgerinnen. Vielleicht bekleiden sie einst das Amt der Staatspräsidentin oder der Premierministerin in einer säkularen Republik. 

Zur Zeit prägen sie das Bild der Proteste mit, tragen grüne Tücher, spielen Fußball, bloggen, twittern, facebooken ihre Gier nach Freiheit.

In beiden Features ist die musikalische Ebene weiblich. Zu hören sind iranische Stars, Sing/Songwriterinnen, Rapperinnen, das Spiel von Komponistinnen.

Adnan Tabatabai © Privat
Adnan Tabatabai: Analyst und Iran-Experte. Geschäftsführer von CARPO – Center for Applied Research in Partnership with the Orient. © Privat

Literatur

Tabatabai, Adnan: Morgen in Iran. Die Islamische Republik im Aufbruch. Edition Körper-Stiftung. Hamburg 2016

Link

My stealthy Freedom – Meine heimliche Freiheit

Facebook-Kampagne der iranischen Journalistin Masih Alinejad

Facebook – My stealthy Freedom

Über die Kampagne

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© CF

Fotos über Hippies und Black Panthers

Flower Power und Black Power in Schwarz Weiß 

Ausstellung mit 50 Werken des Künstler_innenpaares Ruth-Marion Baruch und Pickel Jones

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Barbara Engelbach: Kuratorin der Fotoausstellung Black Power – Flower Power © CF

Besprechung bei Scala auf WDR 5

2. Februar 2018

14 Uhr/ 21 Uhr: Wiederholung

Gespräch über die Ausstellung

Ruth-Marion Baruch und Pirkle Jones zeigen mit ihren Fotos den Inner Circle der Gegenbewegungen in den USA, Hippies und die Black Panther Party. Sie besuchten die Urzelle der Flower Power im Stadtteil Haight-Ashbury in San Francisco und sie waren bei einer Demonstration im nordkalifornischen Oakland, dem Gründungsort der Black Panther Partei zur Selbstverteidigung der African Americans. Die Fotos sind Poesie ohne Pathos, sie zeigen individuelle Gesichter zweier Bewegungen, die die USA erschütterten und nachhaltig prägten. Scala-Moderatorin Stefanie Junker sprach mit mir über die Ausstellung.

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Ein Foto von Pirkle Jones: Kathleen Cleaver, die Pressesprecherin der Plack Panther Partei, bei der Kundgebung Free Huey in Oakland. Aus der Kundgebung wurde eine Massenbewegung © CF

Black Power – Flower Power

Fotografien von Pirkle Jones und Ruth-Marion Baruch

3.2. bis 3.6. 2018

Museum Ludwig Köln/ Fotoraum

Heinrich-Böll-Platz

50667 Köln

http://www.museum-ludwig.de

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Ein Foto von Ruth-Marion Baruch: Jesus verkauft die Untergrundzeitschrift Oracle, das Organ des Summer of Love, mit Texten von Beat Poeten und LSD Gurus wie Allen Ginsbergh, Ken Kesey, Timothy Leary © CF