Von Schlüsseln und Schlössern

Die Chemie muss stimmen…….. Bei Menschen und Molekülen

SWR 2 Matinee am 29. April 2018 (Schlüssel)

9 bis 12 Uhr

Mein Schlüssel steckt in der ersten Stunde

Miniatur zum Schlüssel-Schloss-Prinzip

Graphik 1 © CF

Enzyme haben die Schlüsselgewalt.

Graphik 2 © CF

Enzyme zum Beispiel wissen, welcher Schlüssel in ihr Schloss passt.

Graphik 3 © CF

Das Prinzip wurde 1884 zum ersten Mal beschrieben. Der Chemiker Emil Fischer erklärte per Modell die Bindung von Enzymen und Substraten. In den 1950er Jahren entwickelte der Biochemiker Daniel E. Koshland das Prinzip weiter. Er ersetzte die starre Schlüssel – Schloss – Metapher durch das Induced-Fit Modell.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Am Zentrum für Pharmakologie in der Uniklinik Köln forscht der Pharmakologe, Biochemiker Markus Pietsch über Enzyme © CF

Das Hand im Handschuh-Prinzip zeigt, dass Schlüssel und Schloss sich erst im Prozess aufeinander abstimmen. Stimmt die Chemie, bilden Schlüssel und Schloss ein erfolgversprechendes, komplexes System. Das geht nicht nur Molekülen so, bei den Menschen ist es ganz ähnlich.

Christiane Sautter © Christiane Sautter
Christiane Sautter (Familien- und systemische Therapeutin, Buchautorin) © Christiane Sautter

Warum verliebe ich mich immer in einen ähnlichen Typ Mann/ Frau? Schlüssel suchen sich das Schloss, das zu ihnen passt, sagt Christiane Sautter. Dass es plötzlich klemmt, liegt in den allerwenigsten Fällen an den „falschen“ Partner_innen.

Buchcover 2 © Verlag Sautter
Ravensburg 3/ 2015

Praxis für Systemische Therapie

Christiane und Alexander Sautter

Praxis für systemische Therapie von Christiane und Alexander Sautter

 Buchcover 1 © Verlag Sautter

Videospiel

Fold.it – Solve Puzzle for Science (Englisch)

Fold.it – Videospiel Proteine falten

Fold-It Truppe © CF
Steffen, Martina und Christina (v.r) spielen das Videospiel Fold.it. Sie versuchen, Aminosäureketten so zu falten, dass daraus Proteine entstehen. Ist der Körper ein Gebäude, ist die Zelle die Leitzentrale, das Ribosom die Werkhalle, das Protein Monteur, Produkt, Schloss, manchmal auch Schlüssel. Jede Zelle besitzt auf seiner Oberfläche derartige Strukturen und Gegenstrukturen, also Schlüssel und Schlösser. Sie dienen der Kommunikation zwischen den Zellen, sorgen für den Zusammenhalt. © CF
Werbeanzeigen

Geschichten vom Siegertreppchen

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Großer Wurf: 2009 beendete die Speerwerferin Steffi Nerius ihre Karriere mit einem Weltmeistertitel. Im Olympiastadion in Berlin waren 80 000 Zuschauer_innen dabei, als sie ganz hoch stieg. © CF

Ganz oben

SWR 2 Matinee über Treppen

22. April 2018

9 bis 12 Uhr

Link zur Miniatur übers Siegerpodest

Formation Swinging Sisters Neu © CF
Show in Übung: Die A-Formation der Swinging Sisters in Köln will auf die Goldstufen der Equality-Dance Wettkämpfe. Sie stellen Bilder in geometrischen Figuren. Drehen sich, verharren in Posen, laufen, springen, bis das Finale kommt. © CF

Siegertreppen sind universell. Selbst Kinder wissen, dass zu jedem Wettkampf ein Podest gehört. Sie wissen, dass die Besten in der Mitte stehen, ganz oben, die zweiten etwas tiefer, die dritten noch etwas tiefer. Das war nicht immer so. Bei den Olympischen Spielen der Antike gab es weder Treppchen noch Medaillen. Nur der Erste wurde geehrt, mit einem opulenten Festmahl und einem Lorbeerkranz.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Historischer Blick: Stephan Wassong ist Leiter des Instituts für Sportgeschichte und Direktor des Zentrums für Olympische Studien an der Deutschen Sporthochschule Köln © CF

Das dreistufige Podest ist eine Erfindung der Moderne. Längst ist die Siegertreppe eine kulturelle Konstante, eine Bühne für den Moment der Ehre, für große Gefühle und politische Gesten.

Claudia Reger am Graffito © CF
Perfekte Pose: Claudia Reger (Swinging Sisters) ist eine Pionierin des Equality Dancings, das heißt, Führende und Folgende wechseln ihre Rollen mitten im Tanz. Mit Stil fiel sie aus dem Rahmen und tanzte sich so an die Weltspitze. Bei den aktuellen Wettbewerben begibt sich die vielfache Welt-, Europa- und Deutsche Meisterin wieder aufs glatte Parkett. © CF

Die Funktion des Treppchens ist bis heute geblieben, das Design hat sich verändert. Die ersten Objekte waren klobige Holzkonstruktionen, auf denen große Zahlen klebten. Später waren sie geschmückt. Inzwischen gibt es sie in allen Formen und Farben. Sie bestehen aus stilisierten Tartanbahnen, Kreisen, Wellen. In Zeiten der Inklusion sind die olympischen Siegertreppchen barrierefrei. Im Breitensport bilden auch mal Tonnen oder Gemüsestiegen die Dreiertreppe. Hauptsache, die Besten steigen nach oben.

Löwin der Formation © CF
Tierisch gut: Auf dem Podest vertritt sie die acht Paare der Swinging Sisters-Formation. In der Tanzschule wird schonmal geübt. © CF

Swinging Sisters – Frauentanzschule und Verein

Frauen für mehr Akzeptanz

Claudia Reger

http://www.swinging-sisters.de

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Steffi Nerius © CF

http://www.steffi-nerius.de

 Literatur

Das Olympia-Buch. Athen 1896 – 2004 Athen. Delius-Klasing Verlag. Bielefeld 2004.

Swinging Sisters Formation 1 © CF
Schönes Scheitern: Die A-Formation der Swinging Sisters folgt einer strengen Choreographie ihrer Trainerin Claudia Reger. Am Ende wollen die 16 Frauen ganz oben stehen. © CF

10. Gay Games 2018 in Paris

4. bis 12. August 2018

https://www.paris2018.com

14. Internationale offene Deutsche Meisterschaften für Frauen- und Männerpaare in den Standard- und Lateinamerikanischen Tänzen

19. und 20. Mai 2018

http://www.dm-equalitydancing.de

TIC Rot-Gold Köln e.V.

Venloer Straße 1031

50829 Köln

Claudia Reger und Dunja Jansen © CF
Tanzen wie die Weltmeisterinnen: Claudia Reger (re.) und Dunja Jansen gewannen bei den Gay Games im australischen Sydney dreimal Gold. © CF

 

Die Rose „des kleinen Prinzen“

Vier Dornen

Am 6. April 1943 erschien „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint Exupéry

6. April 2018

WDR 5 Neugier Genügt

nach 10 Uhr

Vier Dornen – Der Link zum Audio

Jean-Marc Probst zwischen 4700 Kleinen Prinzen © Jean-Marc Probst_
Mit 4700 Kleinen Prinzen besitzt der Schweizer Maschinenbauingenieur Jean-Marc Probst die größte Sammlung weltweit. Jean-Marc Probst, avec sa collection personnelle de livres de la „Petit Prince“. Photographié dans sa maison avec une chambre juste pour la grande collection. Photo © Darrin Vanselow for the L’illustre

Als das Buch in New York erschien, war in Europa war Krieg. Eine Luxusausgabe der Erzählung verstaute der fliegende Autor Antoine de Saint-Exupéry in sein Reisegepäck und fuhr mit einem amerikanischen Militärschiff nach Algier. Seit Juni 1943 gehörte der französische Spross einer aristokratischen Familie dem Aufklärungsgeschwader 2/ 33 an, das unter amerikanischem Oberbefehl stand. Am 31. Juli 1944 begab sich der Pilot auf einen weiteren Aufklärungsflug Richtung Grenoble, Chambéry und Lyon. Von diesem Flug kehrte Antoine de Saint-Exupéry nie zurück. Jahrzehnte später fand ein Fischer sein Armband im Mittelmeer, in einer Bucht bei Nizza.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Im Verlag des kleinen Prinzen: Hans-Gerd Koch ist Verlagsleiter des Karl Rauch-Verlags. In diesem Verlag erschien die erste deutsche Ausgabe in der Übersetzung von Grete und Josef Leitgeb © CF

Der kleine Prinz ist eines der meist gelesenen Bücher weltweit. Es ist in mehr als 250 Sprachen veröffentlicht und dient als Vorlage für Theater, Film, Musical, Literatur.

Isabel Pin © Isabel Pin
Die Schriftstellerin und Illustratorin Isabel Pin schrieb eine  Version des Kleinen Prinzen für Kindergartenkinder © Isabel Pin

Die Erzählung Der kleine Prinz schöpft aus Tierfabeln und dem eigenen Leben, besteht aus Allegorien, Märchenelementen, ist voller Symbole und Mythen. Eines der meist diskutierten Metaphern ist die Rose, um die sich der kleine Prinz kümmert. Wer ist die Rose?

Moritz Bierbaum © Moritz Bierbaum
Der Sänger und Schauspieler Moritz Bierbaum spielt die Titelfigur dem Musical Der kleine Prinz des Kreativteams Deborah Saison und Jochen Sautter © Moritz Bierbaum

In meinem Feature fließen viele Gedanken zusammen, die eher noch mehr Fragen aufwerfen als eindeutige Antworten geben, ganz im Sinne der Titelfigur.

Kinder, wenn Euch ein kleiner Prinz begegnet © Karl Rauch Verlag

Literatur

Saint-Exupéry, Antoine de: Der kleine Prinz. Originalübersetzung: Grete und Joseph Leitgeb. Originalausgabe und Taschenbuch. Karl Rauch Verlag. Düsseldorf 2014 und 2018.

Pin, Isabel: Kinder, wenn Euch ein kleiner Prinz begegnet. Antoine de Saint-Exupérys Der Kleine Prinz. Erzählt für Kinder von Isabel Pin. Karl Rauch Verlag. Düsseldorf 2018

Drewermann, Eugen: Das Eigentliche ist unsichtbar. Der kleine Prinz tiefenpsychologisch gedeutet. Herder Verlag. Freiburg, Basel, Wien 2015 (Neuausgabe)

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Die iranische Sängerin und Schauspielerin Sima Behmanesch ein Theaterstück über den alt gewordenen kleinen Prinzen, der schon lange im Exil lebt. Auf einmal begegnet ihm ein junger kleiner Prinz, der gerade im Exil ankommt. Im Feature liest sie aus dem Original auf Farsi in der Übertragung von Ahmad Schamlos Schazdeh Kuchulu © CF

Hörbuch

Der kleine Prinz. Gelesen von Anna Maria und Ulrich Mühe. Originalübersetzung. Karl Rauch Verlag. Düsseldorf 2015. LC 20084

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
David Benneyworth (USA) liest aus The Little Prince in der ersten englischen Übertragung von Katherine Woods © CF

Link

Jean Marc Probst

http://www.petit-prince-collection.com

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Anna Herling (Polen) liest aus Mały Książę auf Polnisch © CF

Musical

Der kleine Prinz. Das Musical für große und kleine Menschen.

Kreativteam: Deborah Sasson und Jochen Sautter

Darsteller: Moritz Bierbaum als kleiner Prinz

Musik: Matthias Suschke

Videoanimation: Daniel Stryjecki

Premiere: Januar 2016

Termine 2019 in NRW

5.1. (Münster)/ 13.1. (Essen)/ 20.1. (Düsseldorf)/ 22.1. (Paderborn)

OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Victor Berrazueta (Ecuador) liest aus El Principito auf Spanisch, der Muttersprache der Ehefrau Consuelo de Saint-Exupéry. Sie stammte aus El Salvador © CF
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Katerina Katsatou (Griechenland) liest aus Ο μικρός Πρίγκιπας auf Griechisch. © CF

Bleib stehen, Wanderer

Die Logbücher des griechischen Dichters Giorgos Seferis

WDR 3, Mosaik

4. April 2018

8 Uhr

Miniatur über Logbücher von Giorgos Seferis

Gedichte aus rund zwei Jahrzehnten vereinen die Logbücher von Giorgos Seferis. Giorgos Seferis gehört zu den Wegbereitern der modernen Dichtung in Griechenland. 1963 erhielt er als erster griechischer Schriftsteller den Literaturnobelpreis.

Andrea Schellinger © Privat
Mehr als zehn Jahre befasste sich Andrea Schellinger mit den drei Zyklen der Logbücher. Jetzt liegen sämtliche Gedichte in einer zweisprachigen Ausgabe vor. © Andrea Schellinger

Andrea Schellinger übertrug die drei Zyklen der Logbücher ins Deutsche. Ein Schwarz Weiß Foto (s. Titelbild) ziert das Cover des Gedichtbandes, eine Statuette aus dem Heiligtum der Aphrodite in Pafos (Zypern), fotografiert von Giorgos Seferis selbst.

Katerina Katsatou 1 © CF
In meiner Miniatur liest Katerina Katsatou Gedichte aus den Logbüchern im griechischen Original. © CF

Literatur

Seferis, Giorgos: Logbücher. Gedichte Griechisch Deutsch. Übersetzt, kommentiert und mit einem Nachwort versehen von Andrea Schellinger. Elfenbein Verlag. Berlin 2017

Logbücher in den Lyrikempfehlungen 2018

Neuerscheinungen von Anfang 2017 bis März 2018. Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung/ Stiftung Lyrikkabinett/ Haus der Poesie (HG.)

Lyrikempfehlungen 2018