eMail an Jacques Offenbach

Landtagswahl in Thüringen

Bad Frankenhausen, auf einem der blutigsten Schauplätze der Bauernkriege: Museum für Werner Tübkes Panoramagemälde über Reformation und Bauernkriege © CF

WDR 5, Scala

28. Oktober 2019

14 und 21 Uhr

Link zur Glosse, in der ich die eMail an Jacques Offenbach vorlese

Mühlhausen in Thüringen: Thomas Müntzer (Reformator) wurde am 27.5.1525 in Mülhausen hingerichtet, nachdem er die aufständigen Bauern in die Schlacht bei Bad Frankenhausen geführt hatte. © CF

Ich sah die Wahlergebnisse und suchte Hilfe. Ich dachte, wenn einer was erreichen kann, dann Jacques Offenbach, der König der Operetten.

Kaum bekannt: Jüdischer Friedhof in einem Wald bei Bad Frankenhausen © CF
Mühlhausen © CF

Grundgesetz Änderungen

Nicht in Stein gemeißelt

WDR, 27. Oktober 2019

1994: 42. Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes

9.45 Uhr (WDR 5) und 17.45 Uhr (WDR 3)

Link zum Audio über das 42. Änderungspaket im GG

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (Antisemitismusbeauftragte des landes NRW) in ihrem Büro in der Staatskanzlei in Düsseldorf © CF

Das Grundgesetz ist alles andere als in Stein gemeißelt. Der Regelkatalog gilt als eine der meisten geänderten Verfassungen der Welt. Bis 2019 gibt es über 60 Änderungsgesetze. Artikel werden ergänzt, gestrichen, erweitert.

Am 27. Oktober 1994 wird das 42. Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes verkündet.

Vor der Staatskanzlei © CF

Im Zuge der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten schnürt das Parlament 1994 eines der umfangreichsten Änderungspakete. Artikel 3 zum Beispiel erhält zwei Zusätze. Die faktische Gleichberechtigung von Frauen und Männern wird zum Staatsziel erklärt; und die Benachteiligung von Menschen mit Behinderung wird verboten. Auch der Umweltschutz ist seit 1994 ein erklärtes Staatsziel. Nach jahrelangen Debatten stimmt eine zwei Drittelmehrheit in Bundestag und Bundessrat für die Änderungen. Bundesjustizministerin war damals die FDP-Politikerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.

Sabine Leutheusser Schnarrenberger (Bundesjustizministerin a.D.) © CF

Inwieweit spiegeln sich im Grundgesetz die Themen der Zeit? Wie gelingt der Balanceakt zwischen Grenze und Flexibilität? Wo liegen die Herausforderungen der Zukunft. Machen die Eingriffe das Grundgesetz besser oder zerlegen sie die Paragraphen, die für ihre Kargheit berühmt sind?

Staatskanzlei in Düsseldorf © CF

In ihrem Büro traf ich Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Antisemitismusbeauftragte des Landes NRW. Und ich sprach mit Christoph Möllers, Professor für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Wissenschaftliche Buchgesellschaft Theiss. Darmstadt 2019

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

München 2019

Christoph Möllers

Der Wolf

Gejagt Gefürchtet Verehrt

WDR 5, Scala am 21. Oktober 2019

14 Uhr (Wiederholung: 21 Uhr)

Audio zum Feature über den Wolf

Wolf in Dreiviertelansicht (nach Paulus Potter). Radierung von Marcus de Bye (1659) © Wallraf-Richartz-Museum in Köln

Seit jeher streift er durch Mythen, Sagen, Legenden: Der Wolf. Er inspiriert sämtliche Kunstgenres, erscheint in Literatur, Malerei, Videospielen. Die kapitolinische Wölfin (Titelbild) ernährt Romus und Remulus und befeuert Gründungsmythos von Rom.

Regina Sommer (Geschichtenerzählerin) © CF

Aus dunklen Wäldern zieht der Wolf in die Lichtung. Als Wappentier steht er für Stärke, als Fabelwesen für das Böse. Die Kunst spielgelt das ambivalente Verhältnis von Mensch und Wolf, zeigt aber auch die reiche Symbolik, die mit dem Tier verbunden ist.

Maria Linsmann (Märchenforscherin, Kunsthistorikerin, Dozentin) © CF

Wölfe stehen für Ängste, Träume, das Fremde, die Politik.

Wolfsburg: Adolf Hitler wollte die Stadt des Kraft-Durch-Freude-Wagens so benennen. Die Umbenennung erfolgte nach dem Suizid des Reichskanzlers © CF

Im nationalsozialistischen Deutschland wird ausgerechnet der Wolf zum Codewort der Führungselite, auch die AfD nutzt den Wolf als Symbol.

Lost Place: Haus Wolfskuhlen am Niederrhein © CF

Bereits im Mittelalter wurden Wölfe in Kuhlen getrieben und abgeschlachtet. Im 18. Jahrhundert waren die Tiere nahezu ausgerottet.

Sabine Sweetsir (Archivarin im Stadtarchiv Rheinberg) vor Haus Wolfskuhlen.

In meinem Feature geht es um den Wolf als Kunstfigur.

Matthes und Seitz. Berlin 2/ 2017

Physiologus. Frühchristliche Tiersymbolik (Hg. und Ü: Ursula Treu). Union Verlag. Berlin 1981

Videospiel

Screenshot aus dem Videospiel © Tale of Tales

The Path. A short horror game

Entwickler_in: Auriea Harvey und Michaël Samyn

Tale of Tales

Studio für Videospiele: Michaël Samyn und Auriea Harvey

Rotkäppchen mit dem Wolf (nach Ernst Bosch). Radierung von Fritz Dinger © Wallraf-Richartz-Museum in Köln

1969: Tod von Jack Kerouac

On the Road

21. Oktober 2019

WDR 2 gegen 9.40 Uhr

Link zum Audio über das Portrait des Schriftstellers Jack Kerouac

Leg den Stift

            Beiseite, weder

Gedanke, noch Blei

Jack Kerouac. American Haiku

© CF

1957 erscheint On the Road von Jack Kerouac, der zu den 100 besten Romanen des 20. Jahrhunderts zählt. Das Werk macht den Schriftsteller über Nacht zum Star. Weltliteratur zählt. Er wird zum Idol der Jugendbewegung. Erst feiern ihn die Beatniks, später die Hippies. Fünf Jahrzehnte nach der Erstveröffentlichung the original scroll, die Urfassung des Jahrhundertromans, kantig, unmittelbar, düster.

@ CF

Seine Frauenfiguren haben zwar Sex und nehmen Drogen, doch in der Essenz taugen sie nur fürs Bett, nicht fürs Gespräch. Er wendet sich dem Buddhismus zu, schreibt eine Biographie und schreibt eine Biographie über den historischen Buddha, Prinz Siddhartha Gautama. Am Ende äußert sich der alkoholkranke Schriftsteller zunehmend schwulenfeindlich und antisemitisch. Am 21. Oktober 1969 starb Jack Kerouac in St. Petersburg in Florida.

Literatur

Lebendiger Buddha. Ü: Ursula Gräfe. Insel Verlag. Berlin 2011

American Haiku. IN: Haiku. Fischer Taschenbuch. Frankfurt/ Main 2016

Lonesome Traveller. Ü: Hans Hermann. Rowohlt Verlag. Reinbek bei Hamburg 10/ 2018

Tod von Kaiser Claudius

13. Oktober 54 nach Christus

StichTag WDR 2: ca. 9.40 Uhr

Audio zum StichTag über den Tod von Kaiser Claudius

ZeitZeichen WDR 5: 9.45 Uhr/ WDR 3: 17.45 Uhr

Audio zum ZeitZeichen über den Tod von Kaiser Claudius

Im antiken Rom waren Giftmorde schwer nachzuweisen. Beauftragte Agrippina, die Ehefrau des Kaisers, die stadtbekannte Giftmischerin Locusta, eine tödliche Essenz herzustellen? © CF

Kaum eine andere Tötungsart befeuert die Phantasie wie der Mord durch ein zerstörerisches Elixier. Er liefert den Stoff für Gemälde, Romane, Dramen, Comics, gibt der Forschung Rätsel auf und macht den Weg frei für Spekulationen.

Kaiser Claudius feierte ausschweifende Feste, lag zu Tisch, ließ sich exotische Speisen reichen und trank reichlich. © CF

Bis heute ist nicht klar, woran Kaiser Claudius starb. Altersschwäche? Durch den Stich einer Malariamücke, die in Roms Sümpfen lebte? War es Gift, das ihm Agrippina reichte, Claudius’ vierte Ehefrau?

Antike wie aktuelle Quellen schließen einen Gattenmord nicht aus. Denn als Claudius starb, bestieg Agrippinas leiblicher Sohn Nero den Thron. 13 Jahre stand Claudius an der Spitze der Weltmacht. Er galt als Sonderling mit körperlichen Gebrechen und schriftstellerischen Ambitionen. Mitnichten war Claudius der Favorit fürs Prinzipat. Doch nachdem sein kaiserlicher Neffe Caligula einer Verschwörung zum Opfer gefallen war, wurde der 50jährige Privatgelehrte Kaiser. Ein widersprüchlicher Monarch, der klug regierte, jedoch seine Gefühle nicht im Griff hatte. Er liebte Würfelspiele, Wein und Frauen. Er gab große Feste. An seinem letzten Abend speiste Kaiser Claudius ein Pilzgericht. War ein Pilz präpariert, mit Akonitin?

Kaiser Claudius hatte den Politiker, Philosophen und Schriftsteller Seneca verbannen lassen, seine Frau Agrippina holte ihn zurück. Nach Claudius‘ Tod verfasste Seneca eine bitterböse Satire © Reclam

Über Leben und Tod von Kaiser Claudius sprach ich mit den Althistorikern Matthäus Heil und Werner Eck.

Werner Eck (Althistoriker und Buchautor an der Uni Köln) © Privat

Eck, Werner: Augustus und seine Zeit. Verlag C.H.Beck. München 6/ 2014

Kosztolányi, Dezsõ: Nero. Historischer Roman aus der römischen Kaiserzeit. Ü: Stefan J. Klein. Verlag der Nation. Berlin 1979

Meissner, Christoph/ Kaatsch, Hans-Jürgen (Hg.): Gift und Giftmord. Schmidt-Römhild. Lübeck 2015

Die Gerüchteküche kochte bereits kurz nach dem Tod des vierten Princeps des Römischen Reiches © CF