Christa Wolf

Der Schriftstellerin zum 90. Geburtstag

Denn ich, ohne Bücher, bin ich nicht

18. März 2019

WDR 5, Scala

14 und 21 Uhr

Link zu meiner Fotostrecke im WDR Web

Link zum Audio des Portraits über Christa Wolf

Im Flur der Wolfs hängt das Plakat einer Veranstaltung im heute polnischen Gorzów Wielkopolski – Landsberg an der Warthe, dem Geburtsort der Schriftstellerin © Katerina Katsatou

Am 18. März wäre Christa Wolf 90 Jahre alt geworden. Sie ist eine der berühmtesten, deutschsprachigen Schriftstellerinnen. Subjektive Authentizität nannte sie ihr Konzept, auf dem sie ihr Schreiben begründet. Ihr ging es nicht um das Exempel, das dem Kollektiv den Spiegel vorhält. Ihr ging es ums Individuum, das sich an der Gesellschaft reibt. 

Das Wohnhaus am Amalienpark, einer Wohnparkanlage im Landhausstil, erbaut im 19. Jahrhundert © CF

In beiden deutschen Staaten wurde sie unterschiedlich rezipiert. In der DDR deuteten Leser_innen die Zwischentöne als Systemkritik, in der BRD begriffen vor allem Feministinnen ihre Werke als Patriarchatskritik. 

Christa Wolf (1999) © Christa Wolf Gesellschaft/ Foto: Ute Mahler

Nachdenken über Christa T., Kindheitsmuster, Kein Ort. Nirgends, Kassandra, sind inzwischen Klassiker. Ich unterhielt mich mit einer Opernregisseurin und einer Liedermacherin über ihre Erinnerungen. Die eine stammt aus dem Osten, die andere aus dem Westen.

60 Jahre gemeinsame Ehejahre mit Christa Wolf: Gerhard Wolf (Essayist, Publizist, Drehbuchautor, Herausgeber) © CF

Sicherlich schützte Christa Wolf ihre Parteizugehörigkeit vor Schlimmerem und sicher wägte sie oft genug ab. Andererseits mischte sie sich ein, mischte auf, hielt dagegen, während viele schwiegen. 

Ehrengrab auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof © CF

Christa Wolf starb am 1. Dezember 2011. Ihr Grab: ein weißer Stein auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof, ganz nah bei Schrifstellerkolleg_innen wie Stephan Hermlin, Thomas Brasch, Anna Seghers. 

Gerhard Wolf im Arbeitszimmer seiner Frau (s. Titelbild) © CF

Gerhard Wolf empfing mich in der gemeinsamen Wohnung in Berlin Pankow. Gerhard Wolf ist Essayist, Publizist, Drehbuchautor. Seine Liebe gilt der Lyrik und der Malerei, und natürlich den Werken seiner Frau Christa Wolf. Ob ein harter Kritiker war? Gerhard Wolf lacht: „Kein harter, ein gerechter….“

LINK

Christa-Wolf-Gesellschaft

Akademie der Künste

LITERATURAUSWAHL

Leibhaftig. Luchterhand: München 2002

Mit anderem Blick. Suhrkamp. Berlin 2005

Kassandra. Vier Vorlesungen. Eine Erzählung. Aufbau-Verlag. 3/ 1985

Lesen und Schreiben (IN: Fortgesetzter Versuch). Reclam Leipzig 1980

Nachdenken über Christa T. (1968) eBook Suhrkamp Verlag. Berlin 2017

Kindheitsmuster. Luchterhand. München 2000 (Werke 5)

Der geteilte Himmel. Luchterhand. München 1999 (Werke 1)

Brief vom 16.8. 1972
Liebe Christa und lieber Gerhard Wolf, 
ich sitze bei einer Flasche Wein, denke an Sie, sehe ab und zu in die Nebelschwaden, die über die Straße ziehen. (Carlfriedrich Claus) © CF
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Wölfe in Mythen & Märchen

Kreide gefressen

SWR 2 Matinee über Wölfe

17. März 2019, 9 bis 12 Uhr

Meine läuft Miniatur läuft nach 10 Uhr

Link zum Audio über die Legenden der Wölfe

Marcus de Bye (um 1639 –
nach 1688): Wolf in Dreiviertelansicht, (nach Paulus Potter), 1659
Radierung auf Vergé ©
Graphische Sammlung, Wallraf-Richartz-Museum

Ja, Wölfe töten……. Spazierende, Unschuldslämmer, Rotkäppchens Großmutter. Gelegentlich. Und genau deshalb werden aus den Jägern Gejagte. Sind sie erst einmal tot, werden sie zum Mythos. Wölfe stehen für das Böse. Nicht immer, aber meistens. Seit Jahrhunderten streifen sie durch Märchen, Sagen, Legenden. Sie fressen um des Fressens willen, verschlingen Sonne und Mond, kauen Kreide, schmücken sich mit fremden Fellen. 

Hendrick Goltzius(Werkstatt): Jupiter verwandelt Lycaon in einen Wolf, 1589. Kupferstich © Graphische Sammlung, Wallraf-Richartz-Museum

In Köln zeigt eine kleine, feine Ausstellung die verschiedenen Facetten vom bösen Wolf. Druckgraphiken aus vier Jahrhunderten spielen mit der reichen Wolfs-Symbolik. Das Titelbild ist eine Lithographie von Adolphe François Pannemaker (nach Gustave Doré) aus dem Jahre 1862. Das Original dieser Rotkäppchen-Darstellung liegt auf der Burg Wissem, dem Bilderbuchmuseum der Stadt Troisdorf. 

Rotkäppchen, ein virtuelles Horrorspiel: The Path © Tale of Tales

Das Videospiel The Path aus dem Studio des belgischen Independend Labels Tale of Tales erlebt Rotkäppchen den Wolf als Verführer, als einen, der stets andere Identitäten annimmt. Ein Werwolf. Der Urtyp des Werwolfs ist Arkadiens König Lykaon, den Zeus im Zorn verwandelte. Lykaon hatte dem olympischen Göttervater Menschenfleisch vorgesetzt.

An der Stelle, an der das Spukschloss Wolfskuhlen steht, wurden im Mittelalter Kuhlen ausgehoben und Wölfe reingetrieben, die in den Gruben einen qualvollen Tod starben. © CF

Ich stapfte in den Kunst-Wald, besuche einen Geisterort namens Wolfskuhlen und treffe die Kunsthistorikerin Maria Linsmann.

Maria Linsmann (Kunsthistorikerin, Märchenforscherin, Mitkuratorin) © CF

Ausstellung

Der Wolf zwischen Mythos und Märchen

Bis 28. 4. 2019

Graphisches Kabinett

Wallraf-Richartz Museum

Obenmarspforten

Am Kölner Rathaus

50667 Köln

Katalog

Ketelsen, Thomas und Petersen, Mariele: Der Wolf – Zwischen Mythos und Märchen. Heft 29. Der un/gewisse Blick. Graphisches Kabinett des Wallraf-Richatz-Museum & Foundation Corboud. Köln 2019

Literatur

Matthes und Seitz. Berlin 2/ 2017

Physiologus. Frühchristliche Tiersymbolik (Hg. und Ü: Ursula Treu). Union Verlag. Berlin 1981

The Path © Tale of Tales

A short horror game

Entwickler_in: Auriea Harvey und Michaël Samyn

Musik: Jarboe und Kris Force

Tale of Tales

Studio für Videospiele: Michaël Samynund Auriea Harvey

Ein Ort für Werwölfe: Haus Wolfskuhlen am Niederrhein © CF

Kloster Fulda

12. März 744: Gründung des Klosters Fulda

Wie ein Kloster die Region verändert

verbum domini manet in aeternum: Bildsäule des heiligen, in Fulda hoch verehrten Bonifatius (1842) © CF

12. 3. 2019

WDR 5: 9.45

WDR 3: 17.45

Link zum Audio über Kloster Fulda

In Bronze gegossen: Klostergründer Sturmius, Schüler von Bonifatius © CF

Ein Fluss gab dem Kloster den Namen. Das Kloster gab der Stadt den Namen: Fulda. Am 12. März 744 legte der Mönch Sturmius mit seinen Gefährten den Grundstein für den Bau, ein Auftragswerk des englischen Missionars Bonifatius. Der Bau entstand in einer Gegend, in der Heiden lebten und das Christentum sich nur mühsam durchsetzte.

Am Horizont: Der Frauenberg. Von diesem Berg aus soll Bonifatius den Klosterbau verfolgt haben © CF

Die Brüder lebten nach der Regula Bendicti in Abgeschiedenheit und innerer Einkehr. Allerdings nicht lange. Auf seiner letzten Missionsreise wurde Sturmius’ Mentor Bonifatius Opfer eines Raubüberfalls.

Um einen Brunnen gruppiert: Bonifatius (li.), Sturmius, Bendikt von Nursia (re.) © CF

Der über 82jährige Bischof war gestorben, sein Mythos geboren. Als Märtyrer kehrte er zurück. Sein Grab löste einen Pilgerstrom aus.

Büro im Stadtschloss, dem einstigen Machtzentrum der Fürstäbte: Thomas Heiler (Stadtarchivar und Kulturamtsleiter) © CF

Reiche Adlige vermachten den Mönchen Ländereien, Leibeigene, Rechte. 100 Jahre später war das Kloster ein komplexes Unternehmen und eines der bedeutendsten Zentren der Buchproduktion.

Karolingische Minuskel auf Pergament. Die Einheitsschrift führte Karl der Große ein © CF
Ein Mönch kommentierte den Text in der Handschrift des Hauses, der angelsächsischen Minuskel © CF

Während der erbitterten Religionskriege im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts wurde die Bibliothek verwüstet.

In der Bibliotheca Fuldensis: Alessandra Sorbello Staub (Direktorin der bischöflichen Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars in Fulda) rekonstruiert die verlorenen Handschriften © CF

Nach dem 30jährigen Krieg entstand eine zweite Bibliothek.

Der einstige Lesesaal der zweiten Klosterbibliothek, die 15 000 Bände umfasste © CF

Fulda 1776. Im Geist der Aufklärung gründete Fürstbischof und Abt Heinrich von Bibra im Kloster die erste öffentliche Bibliothek. Ein barockes Kleinod. Holzvitrinen für Folianten, Wendeltreppen, eine Galerie.

Auf der Galerie: Heute ist die Bibliothek das Audimax der Theologischen Fakultät © CF

Lesepulte in der Form einer Lyra. Ihr Bestand bildete den Grundstock für die heutige Landesbibliothek am Heinrich von Bibra Platz in Fulda. 

Seiten aus Schafleder zwischen Holzdeckeln: Der Victor-Codex aus Capua stammt aus der Zeit um 450 und ist das älteste Werk im Bestand © CF

Auch die kostbaren Überreste der frühen Pergamente liegen in dem Zweckbau aus dem Jahr 1931. In einem fensterlosen Raum mit kleinen Spots, die Lichtgassen ins Dunkel schneiden, zeigen die Nadine Hecht (Leiterin der Abteilung Handschriften) und Manfred Wess (Schriftgut-Restaurator) die ältesten Werke.

Irischer Taschenevangeliar aus dem 8. Jahrhundert © CF

Der Codex aus Capua gehörte Bonifatius, wie auch das Evangeliar im Taschenbuchformat, das der Bischof ganz bestimmt bei seinen Missionsreisen bei sich trug.

Der Dom zu Fulda mit Blick auf die ebenfalls barocke Orgel © CF

1803, im Zuge der Säkularisierung wurde das Kloster geschlossen und ein Priesterseminar eröffnet.

Alessandra Sorbello Staub steht vor dem Rundbogenfenster zur Krypta mit dem Grab des Heiligen Bonifatius © CF

Die ehemalige Abteikirche, der barocke Dom zu Fulda, ist Wahrzeichen der Stadt und Wallfahrtsort. Über das Kloster, die Bibliothek und die Aktualität sprach ich mit dem Mittelalterarchäologen Matthias Wemhoff, mit Thomas Heiler und Alessandra Sorbello Staub.

Literatur

Aris, Marc-Aeilko/ Pütz, Regina: Bibliotheca Fuldensis. Ausgewählte Handschriften und Handschriftenfragmente aus der mittelalterlichen Bibliothek des Klosters Fulda. Parzellers Buchverlag. Fulda

Engelbert, Pius: Die Vita Sturmi des Eigil von Fulda. Literaturkritisch-histiorische Untersuchung und Edition. 1968

Hier dem Dom: das Priesterseminar © CF

CD

Veni creator spiritus. Ein Text von Hrabanus Maurus in Vertonungen für Orgel. Orgel: Hans-Jürgen Kaiser. Parzellers Buchverlag 2018

Der Geist der Anfänge weht durch die Krypta der Michaelskirche neben dem Dom (s. Titelbild) © CF

Kaspar

Name Legende Symbol

WDR 5 Neugier genügt

Rosenmontag, 4. März 2019

Nach 10 Uhr

Link zum Audio über Kaspar

Link zur Fotogalerie über Kaspar

Im Dom zu Köln: Hier liegen die Gebeine der drei heiligen Könige Kaspar, Melchior und Balthasar. Kaspar wird zum Namensgeber ganzer Generationen. © CF

Er heißt Kaspar, geboren 2007 im englischen Hertfordshire. Kaspar trägt Baseballkappe, blaue Hosen, Ringelsocken. Kaspar unterhält sich mit autistischen Kindern. Er blinzelt mit den Augen und hat stets ein Lächeln auf den Lippen. Kaspar ist ein Roboter, aus dessen Rücken Kabel wachsen. Ein Maschinenmensch, der sich steuern lässt wie eine Marionette. Genau wie Kasperle, der Held der Puppenbühnen. Ein Spaßvogel, dem das Lachen nie vergeht. Ein Kerl, der einen Allerweltsnamen trägt.

Hinter der Puppenbühne: Manfred Blaschke mit einer seiner Kasperle-Figuren © CF

Kaspar! Mit dem Theologen Manfred Becker-Huberti sprach ich über die Anfänge, als nur ein König diesen Namen trug; und wie aus Kaspar Kasperle wurde. Mit dem Puppenspieler Andreas Blaschke sprach ich über den spitzmützigen Kinderfreund.

In meinem Feature streife ich durch Kaspars Kulturgeschichte. Suppen-Kaspar leidet an Anorexie. Findelkind Kaspar Hauser lebt ein kurzes, tragisches Leben. Kaspar heißt der Jägerbursche, der mit dem Teufel im Bunde ist und bei Mitternacht Kugeln gießt, in Carl Maria von Webers Oper Der Freischütz. Kaspar ist mehr als ein Name. 

Im Struwwelpeter: Suppen-Kaspar von Heinrich Hoffmann © Verlag Loewe

Literatur

Becker-Huberti, Manfred: Die heiligen Drei Könige. Geschichten, Legenden und Bräuche. Greven Verlag. Köln 2005

Buresch, Wolfgang: Schnuffi trifft den Weihnachtsmann. Ein vorweihnachtliches Kasperstück in drei Akten für einen Spieler. Für Andreas Blaschke, Figurentheater Köln. Hamburg 2010

Loewe Verlag. Bindlach 4/ 2012

Pocci, Franz von: Neues Kasperl-Theater. Nach der Erstausgabe von 1855. Allitera Verlag. München 2/ 2009

Kasperl-Graf von Pocci kreiert einen Schelm, der durchaus über Leichen geht © Alliteration Verlag

Pocci, Franz von: Lustiges Komödienbüchlein. Erstes Bändchen. Nach der Erstausgabe von 1859. Allitera Verlag. München 3/ 2009

Adressen

Figurentheater Köln

Andreas Blaschke

Manfred Becker-Huberti (Theologe und Brauchtumsforscher)

https://becker-huberti.de

Kaspar Hauser © Markgrafenmuseum Ansbach. Stahlstich von Christoph Veit Schellhorn

Markgrafenmuseum

https://www.museumsland.de

Kaspar-Hauser-Platz 1

91522 Ansbach

In Kunststoff gegossen: Kaspar Hauser (2013), eine Figur des Bildhauers Ottmar Hörl im Schlosspark in Ansbach © Werner Scheuermann

Ev.-luth. Domkirche St. Blasii zu Braunschweig

www.braunschweigerdom.de

Domplatz 5

38100 Braunschweig

In der Oper: Jägerbursche Kaspar (Heiko Trinsinger) im Freischütz von Carl Maria von Weber © Aalto Theater/ Foto: Martin Kaufhold

Oper

Der Freischütz

Romantischer Oper von Carl Maria von Weber

Libretto: Johann Friedrich Kind

Regie: Tatjana Gürbaca

Premiere: 8.12. 2018 

Bis 7.6. 2019

Aalto Theater Essen

https://www.theater-essen.de/oper/

Opernplatz 10

45128 Essen

Bommeln sind IN

Kick auf dem Kopf

SWR 2 Matinee

24.2.2019 zum Thema Mützen

9 bis 12 Uhr

Daniela Johannsenová (Textilkünstlerin) produziert Bommel mit Pompon-Maker © CF

Mein Stück befasst sich mit einem pikanten Accessoire

Nach 9 Uhr

Link zum Audio über Kulturgeschichte der Bommel

Wachablösung am Denkmal des Unbekannten Soldaten vor dem Parlament in Athen: Die Evzonen (Präsidialgardisten) tragen Founda am Hut und auf dem Schuh © CF

Da fängt es schon an: der Bommel oder die Bommel. Geht Beides. Und schon kommt die nächste Frage. Mit Bommel oder ohne Bommel? Geht Beides. Aber „mit“ ist schöner. Und sicherer. Vor allem seit es Glowbee gibt. Glowbeeist ein Startup, gegründet 2015 in Stuttgart. Die beiden Inhaber guckten den Glühwürmchen aufs Kleid und übertrugen das Prinzip auf die Bommel. Der synthetische Ball ist mit LED Lämpchen ausgestattet und sorgen für helle Köpfchen, so lange Bommeln ganz oben mit mischen.

In der Kaserne der Evzonen: Der Schneider knüpft Troddeln aus schwarzer Seide. © CF
© CF
Die Founda am Fario (Filzkappe) symbolisiert die Träne des Christus © CF

Sie zieren den Scheitel, hängen auch lässig an anderen Körperregionen.

Daniela Johannsenová wickelt, schneidet, bindet © CF

Ich besuchte Daniela Johannsenová, einen Star der jungen, kreativen Strickszene.

Natürlich mit Bommel: Kasperle und Andreas Blaschke (Mitte/ Puppenspieler)

Außerdem zeigte mir Puppenspieler Andreas Blaschke den Urtyp der Bommelmützenträger, Kasperle.

In der Evzonen-Kaserne in Athen: Schuster Jorgos Dermatas verpasst der Schafswollbommel auf dem Lederschuh die richtige Frisur © CF
In der Zeit der Unabhängigkeitskriege versteckten die Kämpfer Dolche in der Founda © CF

Und ich schaute in die kaserneneigenen Werkstätten der griechischen Präsidialgardisten, der Evzonen. Sie tragen die Founda an Filzhut und Lederschuh. Eine Miniatur über die Kulturgeschichte der Bommel. 

Kirschbommeln vorm Frisieren © CF

Daniela Johannsenová (Textilkünstlerin)

http://maschenkunst.de

Kirschbommeln nach dem Frisieren © CF

Wollfestival

http://www.wollfestival.de

17. bis 18. August 2019

Rheinterrasse Düsseldorf

Tri Tra Trullala! Der Bommelmann ist wieder da © CF

Andreas Blaschke (Figurentheater Köln)

http://www.figurentheater-koeln.de

Kasperle mit Schnuffi und Andreas Blaschke © CF

Glowbee – die Leuchtenden Mützen

Wärmespender und Waffenhalter © CF
© CF

Evzonen am Denkmal des unbekannten Soldaten

Syntagma Platz, Athen

Fast fertig © CF
Katzenbommel © CF
Katzenbommel? Nichts für Kater Eddie © CF

Elijah Levita

Geburtstag des jüdischen Grammatikers am 13.2.1469 

13.2.2019

Link zum Audio

WDR 5: 9.45 Uhr

WDR 3: 17.45 Uhr

Elijah Levita war einer der schillerndsten, jüdischen Renaissancegelehrten. Er war Humanist, Hebraist, Übersetzer, Dichter. Zeitlebens setzte er sich mit sprachwissenschaftlichen Themen auseinander, studierte die Sprache der Bibel, brachte christlichen Gelehrten Hebräisch bei. Italienische Ritterromanzen übersetzte er ins Westjiddische. Mit 79 Jahren starb Elijah Levita in Venedig. 

Neuer Fund: Ein Brief, geschrieben von Elijah Levita an seinen Schwiegersohn. Verfasst auf Westjiddisch, Levitas Muttersprache. © Bayerische Staatsbibliothek München

Geboren wurde er im Aischtal bei Nürnberg als der jüngste von neun Söhnen. Seine Familie gehörte zum Landjudentum, das sich in der frühen Neuzeit herausbildete, als Juden das Leben in größeren Städten verwehrt wurde. Wahrscheinlich bewogen Elijah Levita Antisemtismus und Vertreibungen, nach Italien auszuwandern, wo er die längste Zeit seines Lebens verbrachte.

Stefan Jakob Wimmer (Fachreferent für Hebraica und Alter Orient an der Orient- und Asienabteilung an Bayerischen Staatsbibliothek München © Bayerische Staatsbibliothek München)

In einer der angesehensten Druckereien Venedigs arbeitete er als Korrekturleser. Mit den Übersetzungen der Psalmen ins Jiddische feierte er Erfolge. Mit seinen Thesen über die menschliche Mitarbeit an den von Gott gegebenen Bibeltexten machte er sich viele Feinde. Zu Levitas Schülern und Briefpartnern gehörten berühmte Humanisten der Reformationszeit wie Sebastian Münster und Andreas Osiander. 

Melanie Lange (Theologin) © Privat

Für das ZeitZeichensprach ich mit der Theologin Melanie Lange und dem Orientalisten Stefan Jakob Wimmer. Melanie Lange veröffentlichte eine der ersten Studien über Elijah Levita. Stefan Jakob Wimmer entdeckte kürzlich zwei Briefe mit der Handschrift von Elijah Levita, studierte und übersetzte sie.

Literatur

Evangelische Verlagsanstalt. Leipzig 2018

Levita, Elijah: Übersetzung des Buchs Massoreth Hammassoreth. Unter Aufsicht und mit Anmerkungen. Johannes Salomo Semlers. Hansebooks.com

Shuli Grohmann (Religionslehrerin, Tänzerin, Sängerin) liest aus der Tora auf Hebräisch © Claudia Friedrich

MITTWOCH

수요일 Wassertag Wednesday 星期三 Der Dritte Merkurtag środa יום רביעי 348 Mercredi Η Τετάρτη Die Vierte

WDR 5 Neugier Genügt

9. Januar 2019

nach 10 Uhr 

Link zur Miniatur über den Mittwoch

Am Mittwoch ist es nicht mehr weit bis zum Wochenende. Nach Mittwoch geht es einfach nur noch bergab. Im Koreanischen heißt Mittwoch Wassertag, in den romanischen Sprachen ist der Tag dem Merkur gewidmet, im englischen Sprachraum ist der Mittwoch Wednesday, der Tag des germanischen Göttervaters Wotan. In der mystischen Lehre der Kabbala ergibt Mittwoch die Zahl 348. Im Chinesischen und Mongolischen ist Mittwoch der dritte Tag, im Griechischen der vierte, der Tag in der Mitte. Warum das so ist, bespreche ich mit dem Theologen Manfred Becker-Huberti. Eine Miniatur.