Mit Wünschelrute am Westschacht

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Wünschelrutengänger Joachim Lang mit einem Instrument ortet den Schacht per Hyperschall. © CF

Energie der Erden. Ein still gelegter Schacht in der Eifel

Letzter Teil aus meiner fünfteiligen Reihe über Lost Places

Verlassen & Vergessen. Ein Streifzug durch Lost Places

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Die Trafostation am Westschacht © CF

Lost in Place V: 10. August 2018

WDR 5, Scala

14 Uhr (Wiederholung 21 Uhr)

Link zu meiner Fotogalerie bei wdr5.de

Link zum Audio über den verlassenen Westschacht bei Scheven

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Verlassene Industriebauten am Bleiberg © CF

Mein letzter Lost Place führ an den Nordrand der Eifel, nach Kall Westschacht bei Scheven.

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Keramiker Michael Moses zeigte uns das Ensemble. Ausgerechnet seine Zunft lebte vor rund 2000 Jahren von dem Bodenschatz am Bleiberg. Römische Siedler schürften nach dem Schwermetall. Ihre Krüge überzogen die Töpfer mit einer Bleilasur. © CF

Als ich nach verlassenen Orten suchte, sagte mein Freund Michael Moses, dass er mit seinem Hund ab und zu an verlassenen Bergwerksgebäuden vorbeispazieren würde. Er wiederum brachte seinen Freund mit, den Wünschelrutengänger Joachim Lang. Zusammen erkundeten wir die Häuser, die in aller Stille verfallen.

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Erst Waschkaue, dann Schafstall, heute verlassen © CF
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Die Inneneinrichtung © CF
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An der Decke verrostete Umschlagrollen © CF

Wir ahnten, mutmaßten, wussten nichts Genaues.

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im Bergbaumuseum in Mechernich steht ein Modell (1:100) der gesamten Industrieanlage. 1957, im Jahr der Schließung, ist der Westschacht mit all seinen Gebäuden zu sehen: Das Haus des Obersteigers (li.), diesseits der Straße, heute eine abgebrannte Ruine; jeneits der Straße stehen (v. li.) Waschkaue, Förderturm, Maschinenraum und Aufenthaltsräume, Trafostation, ein weiteres Werkzeughaus. © CF

Im Bergbaumuseum in Mechernich traf ich den Vorsitzenden des Fördervereins Günter Ließen und den 80jährigen Alfred Schink.

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Günter Nießen (li.) und Alfred Schink am Modell des Bergwerks zwischen Mechernich und Westschacht (15 mal 2 Meter) Mitte des 19. Jahrhunderts stand das Bergwerk (über und unter Tage) in seiner Blüte. Noch heute liegen hier die größten Vorkommen in Europa. Doch 1957 war Schicht im Schacht. Bis 1971 verhütteten die Arbeiter_innen in Kall importiertes Blei aus Australien. © CF

Alfred Schink ist gelernter Bergmann. Als Lehrhauer arbeitete er u.a. im Westschacht, als er noch in Betrieb war. Er stand auch Günter Nießen (Maschienbautechniker und Metallbaumeister) mit Rat und Tat beiseite, als mit Kollegen das Modell der riesigen Bleindustrie-Anlage baute, die bis 1957 die Gegend um Mechernich prägte.

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Am still gelegten Kallmuther Bleiberg liegen alte Bahnschwellen. Ein Eisenbahnnetz durchzog das Bergwerk, beförderte Erze und Sand. © CF

Bergbaumuseum Mechernich

www.bergbau,useum-mechernich.de

Bleibergstr. 6

53894 Mechernich

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In Mittelalter und Renaissance waren Wünschelrutengänger von unschätzbarem Wert. Sie fanden die Erzvorkommen. Altes Wissen, das Joachim Lang seit Jahrzehnten anwendet und somit auch bewahrt. © CF
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Der Kallmuther Berg ist eine Formation, die aus Buntsandstein besteht. Die Steine bergen  winzige Kugeln reinsten Bleis in sich, so genannte Knotten. Der Bleiberg entstammt der Trias, der ältesten Periode des Erdmittelalters. © CF
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Warten an einer Tankstelle

Verlassen & Vergessen

Ein Streifzug durch Lost Places

Spirit statt Sprit

Lost in Place II

WDR 5, Scala

7.8. 18, 14 Uhr (Wiederholung 21 Uhr)

Der Link zum Audio über die Tankstelle

Fotogalerie zu den fünf Lost Places

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Abgefüllt: Vor Ölkrise und Selbstbedienung eilten Tankwart_innen aus dem Kassenhaus mit angeschlossener Werkstatt, um die Tanks ihrer Kundschaft zu befüllen. © CF

Unter dem Titel Verlassen & vergessen widmet sich die aktuelle ScalaSommerSerie fünf Lost Places, brach liegenden Bauten, die irgendwann einmal mehr Leben gesehen haben als jetzt.

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Abgelaufen: Sind die Tage der Tankstellen gezählt? © CF

Heute führt der Weg in den Süden von NRW, ganz nah an den Rhein. Joachim Dies hatte diesen Ort eher zufällig entdeckt. Er war auf der Suche nach umgewidmeten Tankstellen und fand den „Leerstand“. So nennt er das letzte Kapitel in seinem Fotoband Abgetankt über alte Tankstellen. An diesem 60er Jahre-Bau ist fossile Energie schon lange nicht mehr zu haben. Also tanken wir ihre Geschichten, die sie eher schweigend erzählt.

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Abgehängt: Der obligatorische Preismast © CF

Die Adresse bleibt anonym. Denn allzu oft werden diese Orte zerstört, bevor sie verfallen. Die Spurensuche nach verlassenen Tankstellen ist ein Roadmovie mit Überraschungen.

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Abgelichtet: Der Fotograf Joachim sitzt auf der Tankinsel. Vor zwei Jahre fotografierte er die Tankstelle in der Zeit der Dämmerung. © CF

Literatur

Gies, Joachim: Abgetankt. Selbstverlag. Köln 2014

http://www.abgetankt.de

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Abehoben: Das Flügeldach aus Spannbeton. © CF

Ein Streifzug durch Lost Places

Verlassen und Vergessen

LOST IN PLACE I (6.8.18)

Haus Wolfskuhlen am Niederrhein

6. bis 10. August

WDR 5 Scala-Reihe

14 Uhr (Wiederholung: 21 Uhr)

Link zum Audio über Haus Wolfskuhlen

Parallel zur Audioreihe gibt es eine Fotogalerie auf der WDR Seite im Netz

Link zur Fotogalerie im WDR-WEB

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Der erste Lost Place führt an den Niederrhein, nach Wolfskuhlen. Im frühen Mittelalter legten Jäger Netze in Kuhlen aus und trieben Wölfe in die Falle. Daher stammt vermutlich der Name Wolfskuhlen. Im 13. Jahrhundert stand an der Stelle ein Rittergut. Um 1800 bauten die Besitzer  ein stolzes Herrenhaus. Seit 40 Jahren steht das Anwesen leer. © CF

Bauboom, Gentrifizierung, Eigentumswohnungen rücken jeder Brache auf den Leib. Alles wird umgewidmet und zu Geld gemacht. Ausgediente Architekturen werden abgerissen, grundsaniert und entkernt. Und doch gibt es sie: Lost Places, Orte, die einfach vor sich hin verfallen: Industriehallen, Bunker, Hörsäle, Villen.

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Rheinischer Uradel lebte auf Wolfskuhlen. Nach dem Krieg zogen Berglehrlinge ein. Später nutzte der Landschaftsverband das Anwesen. Ende der 1970er plante eine Immobilienfirma, das Gelände in einen Luxuswohnkomplex zu verwandeln. Die Firma ging pleite und das Herrenhaus an die Familie zurück. © CF

Verlassen & Vergessen heißt mein Radio-Fünfteiler. Es geht um Lost Places, verfallene Orte. Oft sind sie auch mit Geheimnissen verbunden.

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In den 1980er Jahren wurde Haus Wolfskuhlen ein letztes Mal zur offiziellen Kulisse, als regionale Künstler_innen ihre Werke in der spätbarocken Architektur zeigten. Seit Jahren ist es eine inoffizielle Bühne für den Geistertourismus. Manche Gäste verhalten sich leider alles andere als respektvoll gegenüber der Ruine. © CF

Der erste Teil führt an den Niederrhein. In einer Waldidylle, auf einer Lichtung steht das einstige Rittergut von Wolfskuhlen. Vor allem ist es bekannt für die grausamen Legenden, die bis heute erzählt werden.

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Sabine Sweetsir (Archivarin im Stadtarchiv Rheinberg) kennt die Geschichte von Haus Wolfskuhlen und sie kennt die Legenden. © CF

In einer Vollmondnacht besuchte ich Haus Wolfskuhlen. Am helllichten Tag interviewte ich Rheinbergs Stadtarchivarin Sabine Sweetsir.

Stadtarchiv Rheinberg

https://www.rheinberg.de/de/inhalt/stadtarchiv-rheinberg/

Innenwall 104, 47495 Rheinberg

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Welke Schönheit: Der Park um Haus Wolfskuhlen. © CF

 

Von der Lust am Kino im Freien

Räume fürs Träumen

WDR 5 – Scala

21. Juni 2017, 14 Uhr (Wiederholung: 21 Uhr)

Über diesen Link geht es zu Fotogalerie und zum Feature zum Nachhören (WDR Mediathek)

http://www1.wdr.de/kultur/film/sommer-kino-open-air-100.html

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Kurzkunst im Sommerkino im Kölner Rheinauhafen mit der Sängerin Talya © CF

Juni 1933. In den USA stellte ein Autohändler seinen Filmprojektor auf ein Wagendach, hängte Leinentücher zwischen die Bäume und montierte Lautsprecher an die Äste. Während er seinen Kunden die Reifen wechselte, schauten sie Filme im Freien. Ein Werbegag wird zum Autokino, das Warten zum Traum.

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Bochum: Privatbrauerei Fiege – Nachts verwandelt sich die Bierfabrik in einen Sommernachtstraum © CF

Heute bespielen Sommerkinos ehemalige Industriebrachen, Rasenplätze und Museumsdächer. Krimis, Klassiker und Blockbuster locken die Gäste. Sommerkinos sind wie Landschaftsgärten. Kompositionen aus Farben, Licht, Schatten, Bewegung. Natur und Film liefern ihr Schauspiel. Worin liegt der Charme vom Lichtspieltheater unterm Sternenzelt?

Duisburg_Stadtwerke Sommerkino © Thomas Berns
Duisburg_Landschaftspark Nord_Stadtwerke Sommerkino © Thomas Berns
Duisburg Hochofen 1_im Landschaftspark Nord © CF
Duisburg: Hochofen Eins, in der Gießhalle. Industriedenkmal und Kinokulisse © CF

Ich besuchte Orte, die am Tag nichts von ihrer nächtlichen Verwandlung verraten und ich begab mich zu den Wurzeln der Freiluftkinos, die 2400 Jahre alt sind. Mindestens. Ich begutachtete die Architektur der Sommerkinos, Skulpturen aus Projektor, Leinwand, Himmelsdach. Meine Auswahl ist wirklich nur ein Streiflicht einer inzwischen sehr reichen Sommerkino-Kultur. Merkwürdig nur, dass ich keiner einzigen Sommerkino-Betreiberin begegnete.

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Klaus Eschmann (Veranstalter und Initiator des Sommerkinos im Rheinauhafen) © CF

Köln – Rheinauhafen

  1. Mai bis 14. September

https://koeln.openairkino.de

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Düsseldorf_Im Biergarten VierLinden_Tom Birke (li) ist Mitgründer des Sommerkinos und Nico Elze ist seit 2016 Geschäftsführer der Düsseldorfer Filmkuntskinos © CF

Düsseldorf – Biergarten VierLinden

  1. Juni bis 2. September

http://www.biergarten-vierlinden.de

http://www.filmkunstkinos.de/kinos.php?kinos=akki

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Marcus Gloria lebt in Bochum und veranstaltet zusammen mit Martin Semerad das Sommerkino auf dem Hof der Brauerei seit 1999 © CF
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Martin Semerad © CF

Bochum – Fiege Kino Lounge

  1. Juli bis 27. August

http://www.fiegekino.de

Duisburg_Kai Gottlob (Geschäftsführer des Filmforums) am Hochofen © CF
Kai Gottlob (Geschäftsführer des Filmforums in Duisburg) © CF

Duisburg – Stadtwerke Sommerkino

  1. Juli bis 20. August

https://www.stadtwerke-sommerkino.de

 

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Udo Heimansberg – Cineast und Mitgründer des Sommerkinos im Biergarten VierLinden © CF

Open-Air-Kinos

Die schönsten Kinos unter freiem Himmel in NRW

https://www.nrw-tourismus.de/open-air-kinos

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Zaungäste an der Düsend, direkt hinter dem Sommerkino VierLinden © CF
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© CF

Grüne Hauptstadt Europas 2017

Essen – Von der Kunst des Wandels

23. Mai 2017

WDR 3, Kultur am Mittag, 12 Uhr

Fotogalerie und Podcast stehen in der WDR – Mediathek 

http://www1.wdr.de/kultur/kunst/essen-gruene-hauptstadt-essen-100.html

Die Emscher (siehe Titelbild) steht für Tod, Abwasser, Geruch nach welker Süße. Doch das soll anders werden. Abschnitt für Abschnitt wird der Fluss renaturiert. Ist das ein Grund, Grüne Hauptstadt Europas zu sein?

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Essen im Norden: „Warten auf den Fluss“ heißt das Kunstwerk auf der Emscherinsel, ein temporäres Hotel der niederländischen Künstlergruppe „Observatorium“. Wer auch auf den Fluss warten will, kann ins Hotel einchecken und eine Nacht zwischen Emsiger und Rhein-Herne-Kanal verbringen. © Katerina Katsatou

In diesem Jahr trägt Essen den Titel als achte europäische Stadt. 2010 wurde mit Stockholm Europas erste grüne Hauptstadt gekürt. Okay. Aber Essen?! Die einstige Montanhochburg?!

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Essen im Süden: Ralph Kinder steht auf einem Ökobauernhof in Schuir. Der Kommunikationswissenschaftler ist der Projektleiter der Grünen Hauptstadt Essen 2017. „Ruhrgebiet heißt für mich Yin und Yang, Schön und Hässlich. Wir verändern uns dauernd.“ © CF

Essen gilt als die grünste Stadt in NRW und die drittgrünste in der Bundesrepublik. Ich habe Essen besucht und vor allem eine lebendige Subkultur gefunden. Aktivist_innen kämpfen um weniger Autos und mehr Fahrradverkehr.

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Essen im Zentrum: Björn Ahaus und sein Sohn stehen im Planckgarten (Holsterhausen), auf dem Beet mit dem Maya-Mix, Kürbis, Mais, Bohnen. Der Sozialwissenschaftler engagiert sich in der Initiative Transition Town Essen, einer Bewegung, die an einer irischen Universität begann. Ziel ist, die Welt lebenswerter zu gestalten, nicht zuletzt durch eine Zukunft ohne fossile Brennstoff. Das Mott: Einfach. Jetzt. Machen!  © CF

Immerhin gibt es im Ruhrgebiet RS 1, den Radschnellweg, das benzinfreie Pendant zu den Autobahnen. Es gibt Gemeinschaftsgärten und die Initiative Transition Town Essen.

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Eine Gemeinschaftsgärtnerin formt die Hülle aus Ton für eine Samenbombe. © CF

Ausstellung

Grün in der Stadt Essen. Mehr als Parks und Gärten

Bis 27. August 2017

Ruhr Museum/ UNESCO-Welterbe Zollverein

Areal A [Schacht XII]/ Kohlenwäsche [A 14]

Gelsenkirchener Straße 181/ 45309 Essen

https://www.ruhrmuseum.de

 

RS3202_01_Blick auf die Zinkhütte Borbeck_1964-scr

Essen im Westen: Smog über Zinkhütte Borbeck, Essen 1964 © Ruhr Museum. Foto: Walter Moog.

Grüne Hauptstadt Essen 2017

https://www.essengreen.capital/startseite_essen_egc.de.html

Transition Town Essen

www.transitiontown-essen.dewww.transition-initiativen.de

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Holsterhausen: Besucher im Planckgarten, einem der zehn Gemeinschaftsgärten in Essen © CF

Gemeinschaftsgärten in Essen

https://gemeinschaftsgartenessen.wordpress.com

Save our seeds

http://www.saveourseeds.org

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Heidi Santo ist eine der Freiwilligen, die mit ihren Infopoints durch die Grüne Hauptstadt reisen. © CF

Warten auf den Fluss

4. Juni bis 4. September

Künstlergruppe Observatorium (NL/ Rotterdam)

http://wartenaufdenfluss.de/home/

Literatur

Emschergenossenschaft/ Regionalverband Ruhr/ Künstlergruppe Observatorium (Hrsg.): Warten auf den Fluss. Das Neue Emschertal im Wandel der Kunst. Ein Lesebuch. Klartext Verlag. Essen 2011

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Karnap, an der Emscher: Carbon Obelisk von Rita McBride, installiert 2010 anlässlich der Kulturhauptstadt Europas. Eine 14 Meter hohe Spitzsäule aus Kunststoff und Karbonfaser. © CF

Carbon Obelisk

http://www.ruhrkunstmuseen.com/public-art-ruhr/carbon-obelisk.html

Feldmann’s Grüner Markt

Schuirweg 105, 45133 Essen

http://www.feldmanns-gruener-markt.de

 

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Feldmann’s grüner Markt © CF

Alles im Bruch

Duisburger Akzente ankern am Sturm der Zeit

WDR 3, Mosaik

10. März 2017, 7 Uhr

Link zum Audio

http://www1.wdr.de

Link zur Fotogalerie

http://www1.wdr.de/kultur/buehne/duisburger-akzente-104.html

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Umschlagplatz: Tonnenschwere Seecontainer im Duisburg Ruhrorter Hafen. © CF

Revolution, Reformation, Revolte liefern den Hintergrundsound für die 38. Duisburger Akzente. Russland im Oktober 1917, Wittenberg im Oktober 1517, Berlin im Juni 1967. Ereignisse, die symbolhaft für Umbrüche stehen. Umbrüche lautet der Titel des internationalen Kulturfestivals. Umbrüche sind keine Naturgewalten. Umbrüche sind Ausdruck menschlichen Zusammenlebens, das alles andere als statisch ist. Umbrüche haben Folgen. Aber welche?

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Im „Lokal Harmonie“: Thorsten Töpp (Musiker, Komponist) erspielt mit „2047-oder Am Anfang aller Tage“ sein achtes Projekt bei den Duisburger Akzenten © CF

Im Kunstlabor der Akzente werden politische und private Sollbruchstellen unter die Lupe genommen. Es geht um Krisen und Kriege, um Visionen. Wie die Welt 2047 aussieht? Die Künstlertruppe um Anja Schöne und Thorsten Töpp wagen Prognosen. Wie die Welt um 1937 aussah? Beim Akzente-Theatertreffen erspürt Hanna Kertesz die Figur der Sophie Scholl. Wie die Welt in anderen Ländern aussieht? Autoren lesen ihre Texte. Verleger veröffentlichen Literatur, wie Thomas Frahm, Herausgeber und Übersetzer bulgarischer Romane. Seinen Verlag betreibt er in Ruhrort, ganz nah am größten Binnenhafen Europas, einer wichtigen Bühne für den mehrwöchigen Kulturrausch. Der Hafen: Metapher für Wandel, Flucht, Ankunft, Umbruch.

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Während der Performance liefert der Künstler Luan Xiaochen malerische Impressionen. Der Prozess wird direkt auf die Leinwand übertragen (siehe Titelbild) © CF

In Ruhrort besuchte ich das „Lokal Harmonie“, in dem das mulitmediale Werk von Anja Schöne und Thorsten Töpp aufgeführt wird, eine Melange aus Musik, Poesie, Theater, Live-Painting, Hörspiel. Im Titelbild zu sehen ist Jana Reiß als Flussnomadin im Jahre 2047. Die Kulisse wird live gemalt und per Video auf eine Leinwand übertragen.

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Thomas Frahm (Publizist, Schriftsteller, Chora-Verlag) © CF

Ebenfalls in Ruhrort war ich zu Gast bei Thomas Frahm, der in seiner Ein-Zimmer-Wohung den Chora-Verlag betreibt. In dem kleinen und feinen Verlag erscheint bulgarische Literatur, Texte über Bulgarien und Essays, die nicht zuletzt den Eurozentrismus des Westens aufs Korn nehmen.

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Im Theater Duisburg: Hanna Kertesz spielt Sophie Scholl. Nicht DIE Sophie Scholl, sondern Sophie, deren Mutter einen Scholl heiratete. © CF

Im Theater Duisburg erlebte ich eine Probe des Ein-Personen-Stücks „Name: Sophie Scholl“ von Rieke Reiniger. Hanna Kertesz ist Mitglied des  Jugendensembles Spieltrieb. Beim Akzente-Theatertreffen bringt sie den Monolog der Sophie Scholl auf die Bühne. Sophie Scholl, eine Jurastudentin, die zufällig so heißt wie Weiße Rose. „Etwa verwandt mit der Sophie Scholl?
 Nein.“

INTERNATIONALES KULTURFESTIVAL

38. Duisburger Akzente „Umbrüche“

10. bis 26. März

http://www.duisburger-akzente.de

Ausgewählte Termine

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Vor dem „Lokal Harmonie“ Anja Schöne (Regisseurin, Autorin, Theatermacherin) © CF

2047 – Oder am Anfang aller Tage

Live-Hörspiel-Theater-Konzert-Film-Performance-Austellungs-Poetry-Slam-Ereignis

Anja Schöne (Text und Regie) und Thorsten Töpp (Musik)

Premiere: 11.3., 20 Uhr (ausverkauft)

12.3., 18 Uhr

15. und 16.3., 19.30 Uhr

Harmoniestr. 41, 47119 Duisburg-Ruhrort

www.lokal-harmonie.de

LITERATUR

Ich als Bulgare und doch Mensch

Lesung mit Thomas Frahm

Musik: Pietsch, der Schurke & die anderen

17.3., 20 Uhr

Rheinanlagen 13, 47198 Duisburg-Homberg

www.rheinblick-homberg.de

AKZENTE-THEATERTREFFEN

Mein Name: Sophie Scholl

Mit Hanna Kertesz

Reiniger Rike: Name. Sophie Scholl. Theaterstückverlag. München 2014

Premiere: 16.3., 20 Uhr

FOYER III

Opernplatz / Neckarstraße 1, 47051 Duisburg

www.theater-duisburg.de

Link

Chora Verlag Thomas Frahm

https://choraverlag.de

Frahm, Thomas

Oh, Bulgarien. Land und Leute. Kultur und Gesellschaft. Chora Verlag. Duisburg 2017

Heiliger Buchstabe heillose Zeiten. Texte zur bulgarischen Literatur. Chora Verlag. Duisburg 2016

Die beiden Hälften der Walnuss. Ein Deutscher in Bulgarien. Chora Verlag. Duisburg 2014

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Architektur des Umbruchs: In den Logports treffen sich Schiene, Straße und Strom, bilden das Herz eines Wegesystems, das das Ruhrgebiet mit der Welt verbindet.© CF

Tanz gegen Gewalt

# Flash Fem am Valentinstag

One Billion RisingEine Milliarde erhebt sich.

Mein „Zwischenruf“ ist in der WDR Mediathek (Audio) zu hören.

http://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr3/

 

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Alter Markt in Köln © CF

Unter diesem Titel kommen an verschiedenen Orten der Welt Menschen zusammen, um gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu protestieren. Die Milliarde steht für die Zahl der jährlichen Opfer. Die Kampagne initiierte die USamerikanische Schriftstellerin Eve Ensler. Eve Ensler erlangte internationalen Ruhm mit ihrem Theaterstück Vagina-Monologe, in denen es um Leidenschaft und Lust geht, aber auch um sexuellen Missbrauch und Vergewaltigung.

Die Vagina Monologe gaben den Impuls für den (V)agina-Aktions-Tag. Am (V)alentinstag 1998 gab es den ersten (V)agina-Tag. Anlässlich des 15-jährigen Jubiläums des V-Days startete die Initiatorin Eve Ensler die weltweite Kampagne One Billion Rising, am 14. Februar 2013.

Frauen und Männer sind weltweit dazu eingeladen, rauszugehen, zu tanzen und sich zu erheben, um das Ende der Gewalt zu fordern. Am 14. Februar 2017 wurde der Aktionstag zum fünften Mal begangen. Allein in Deutschland beteiligen sich über hundert Städte, unter anderem Münster, Paderborn, Leverkusen, Bonn, Aachen, Herne, Bielefeld.

Die Impressionen stammen vom Alter Markt in Köln.

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