Labyrinth im MARTa Herford

Einfach mal verloren gehen

WDR 5, Scala

25. Juni 2018

gegen 21.20 Uhr

Der Link zum Audio über Labyrinthe

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Der chinesische Konzeptkünstler Song Dong in dem Skelett seines Kunstwerks Everywhere © CF

Das MARTa Herford ist ein Labyrinth.

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Das Zeltinnere des Kunstwerks Everywhere, verwandelt sich in ein Spiegelkabinett © CF

Sechs begehbare Großinstallationen wie Everywhere, Nieteum, Secret Passage (s. Titelbild) zitieren die uralte Denkfigur auf eigenwillige Weise.

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Song Dong sitzt vor Fenstern für Everywhere. Die Fenster hingen einst in den Hutongs, den traditionellen Häusern Pekings. Unzählige dieser steinernen Wohnanlagen landen unter der Abrissbirne. © CF

Everywhere spielt mit Illusion und Wirklichkeit, mit den Grenzen des Außen und dem Schein innerer Freiheit. Von der Zeltkrone unterm Lichtschacht (s. Titelbild) hängen 900 Lampen, die das Innere beleuchten und von den Spiegeln tausendfach reflektiert werden. © CF

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MARTa (M wie Museum, ART wie Kunst, a wie ambiente & architektur) Herford (Entwurf: Frank Gehry) © CF

Seit 5000 Jahren treibt es die Menschen auf den gewundenen Pfad, der auf Umwegen in die Mitte führt, oder in die Irre. Auch im Herforder Frank Gehry-Bau werden die Gäste auf einen abenteuerlichen Parcours geschickt.

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Im Entstehen: Das Nieteum von Christian Odzuck. Eine Gerüstplane trennt die Sudeltherme von Clapsmule und Kaiser. © CF

Im Nieteum zum Beispiel schlendern die Gäste durch drei Räume, die mysteriöse Namen tragen: Sudeltherme, Clapsmule, Kaiser. Der Titel ist eine Anspielung auf historische Orte, Nietleben und Danteum.

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Christian Odzuck mit seiner Assistentin Kanade Hamawaki © CF

Das Danteum ist ein monumentaler, nie realisierter Entwurf des italienischen Architekten Guiseppe Terragni, eine monumentale Inszenierung für Dante und dessen selbst ernannten Erben Benito Mussolini. Das Danteum existiert nur auf Skizzen und Aquarellen, anders als das Nieteum.Nietleben wiederum kleinen Ort westlich von Halle an der Saale. 1844 entstand hier eine Nervenheilanstalt. Sie galt als fortschrittlich. 90 Jahre später wurde sie geschlossen, die restlichen Patienten wurden ausgelagert und starben durch die nationalsozialistische Euthanasie. Heute existieren von der Anlage noch ein paar Patientenvillen und die Anstaltskirche. Vielleicht ist meine Assoziation auch nur ein Irrweg, eine Sackgasse.

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Christian Odzuck und Kanade Hamawake stehen auf dem Schutt-Pfad des Labyrinths © CF

Wozu die ganzen Um- und Abwege? Um nichts weiter als verloren zu gehen.

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Die Matrix, eine zeitgenössische Variante des Labyrinths, entworfen von dem Computerkünstler Peter Kohler © CF

Für mein Feature besuchte ich das MARTa Herford zur Zeit des Aufbaus der Installationen. Eine Großbaustelle.

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Die Kuratorinnen Eva Wolpers (v.li), Friederike Fast, Ann Kristin Kreisel © CF

Ausstellung

Willkommen im Labyrinth. Künstlerische Irreführungen

23. Juni bis 23. September

MARTa Herford

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Der Museumsdirektor Roland Nachtigäller © CF

Katalog

Franziska Brückmann, Friederike Fast, Ann Kristin Kreisel, Roland Nachtigäller, Eva Wolpers (Redaktion): Willkommen im Labyrinth. Künstlerische Irreführungen. Marta Herford 2018

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Everywhere © CF

Literatur

Kern, Hermann: Labyrinthe – Erscheinungsformen und Deutungen 5000 Jahre Gegenwart eines Urbilds. Prestel Verlag. München 1982

Marta Herford

Museum für Kunst, Architektur, Design

Goebenstraße 2–10, 32052 Herford

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© CF
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Die Rose „des kleinen Prinzen“

Vier Dornen

Am 6. April 1943 erschien „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint Exupéry

6. April 2018

WDR 5 Neugier Genügt

nach 10 Uhr

Vier Dornen – Der Link zum Audio

Jean-Marc Probst zwischen 4700 Kleinen Prinzen © Jean-Marc Probst_
Mit 4700 Kleinen Prinzen besitzt der Schweizer Maschinenbauingenieur Jean-Marc Probst die größte Sammlung weltweit. Jean-Marc Probst, avec sa collection personnelle de livres de la „Petit Prince“. Photographié dans sa maison avec une chambre juste pour la grande collection. Photo © Darrin Vanselow for the L’illustre

Als das Buch in New York erschien, war in Europa war Krieg. Eine Luxusausgabe der Erzählung verstaute der fliegende Autor Antoine de Saint-Exupéry in sein Reisegepäck und fuhr mit einem amerikanischen Militärschiff nach Algier. Seit Juni 1943 gehörte der französische Spross einer aristokratischen Familie dem Aufklärungsgeschwader 2/ 33 an, das unter amerikanischem Oberbefehl stand. Am 31. Juli 1944 begab sich der Pilot auf einen weiteren Aufklärungsflug Richtung Grenoble, Chambéry und Lyon. Von diesem Flug kehrte Antoine de Saint-Exupéry nie zurück. Jahrzehnte später fand ein Fischer sein Armband im Mittelmeer, in einer Bucht bei Nizza.

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Im Verlag des kleinen Prinzen: Hans-Gerd Koch ist Verlagsleiter des Karl Rauch-Verlags. In diesem Verlag erschien die erste deutsche Ausgabe in der Übersetzung von Grete und Josef Leitgeb © CF

Der kleine Prinz ist eines der meist gelesenen Bücher weltweit. Es ist in mehr als 250 Sprachen veröffentlicht und dient als Vorlage für Theater, Film, Musical, Literatur.

Isabel Pin © Isabel Pin
Die Schriftstellerin und Illustratorin Isabel Pin schrieb eine  Version des Kleinen Prinzen für Kindergartenkinder © Isabel Pin

Die Erzählung Der kleine Prinz schöpft aus Tierfabeln und dem eigenen Leben, besteht aus Allegorien, Märchenelementen, ist voller Symbole und Mythen. Eines der meist diskutierten Metaphern ist die Rose, um die sich der kleine Prinz kümmert. Wer ist die Rose?

Moritz Bierbaum © Moritz Bierbaum
Der Sänger und Schauspieler Moritz Bierbaum spielt die Titelfigur dem Musical Der kleine Prinz des Kreativteams Deborah Saison und Jochen Sautter © Moritz Bierbaum

In meinem Feature fließen viele Gedanken zusammen, die eher noch mehr Fragen aufwerfen als eindeutige Antworten geben, ganz im Sinne der Titelfigur.

Kinder, wenn Euch ein kleiner Prinz begegnet © Karl Rauch Verlag

Literatur

Saint-Exupéry, Antoine de: Der kleine Prinz. Originalübersetzung: Grete und Joseph Leitgeb. Originalausgabe und Taschenbuch. Karl Rauch Verlag. Düsseldorf 2014 und 2018.

Pin, Isabel: Kinder, wenn Euch ein kleiner Prinz begegnet. Antoine de Saint-Exupérys Der Kleine Prinz. Erzählt für Kinder von Isabel Pin. Karl Rauch Verlag. Düsseldorf 2018

Drewermann, Eugen: Das Eigentliche ist unsichtbar. Der kleine Prinz tiefenpsychologisch gedeutet. Herder Verlag. Freiburg, Basel, Wien 2015 (Neuausgabe)

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Die iranische Sängerin und Schauspielerin Sima Behmanesch ein Theaterstück über den alt gewordenen kleinen Prinzen, der schon lange im Exil lebt. Auf einmal begegnet ihm ein junger kleiner Prinz, der gerade im Exil ankommt. Im Feature liest sie aus dem Original auf Farsi in der Übertragung von Ahmad Schamlos Schazdeh Kuchulu © CF

Hörbuch

Der kleine Prinz. Gelesen von Anna Maria und Ulrich Mühe. Originalübersetzung. Karl Rauch Verlag. Düsseldorf 2015. LC 20084

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David Benneyworth (USA) liest aus The Little Prince in der ersten englischen Übertragung von Katherine Woods © CF

Link

Jean Marc Probst

http://www.petit-prince-collection.com

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Anna Herling (Polen) liest aus Mały Książę auf Polnisch © CF

Musical

Der kleine Prinz. Das Musical für große und kleine Menschen.

Kreativteam: Deborah Sasson und Jochen Sautter

Darsteller: Moritz Bierbaum als kleiner Prinz

Musik: Matthias Suschke

Videoanimation: Daniel Stryjecki

Premiere: Januar 2016

Termine 2019 in NRW

5.1. (Münster)/ 13.1. (Essen)/ 20.1. (Düsseldorf)/ 22.1. (Paderborn)

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Victor Berrazueta (Ecuador) liest aus El Principito auf Spanisch, der Muttersprache der Ehefrau Consuelo de Saint-Exupéry. Sie stammte aus El Salvador © CF
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Katerina Katsatou (Griechenland) liest aus Ο μικρός Πρίγκιπας auf Griechisch. © CF

Demokratische Digitale Republik

Smart World – Maschinen und andere Menschen

Oliver Reindl (IT-Experte und Drohnenpilot) © CF
Oliver Reindl (IT-Experte/ Drohnenpilot) © CF

WDR 5 Scala

17. Januar 2018

14 Uhr (Wiederholung: 21 Uhr)

Das ist der Link zum Audio

Audio über Digital Politics

Das ist der Link zur Fotogalerie im WDR Internet

Fotos zum Feature über Digitale Politik

Kaum ein Handy erlaubt, das Akku zu entfernen. Kaum ein Internetformular lässt sich abschicken, ohne dass irgendwelche Captchas, winzige Webtests, dazwischen funken und gelöst werden wollen. Sowas wie Ich bin kein Roboter. Nein! Habe ich doch schon so oft abgehakt! Ja, aber Algorithmen lernen nun mal langsamer. Was hat das mit Captchas zu tun? Viel, sehr viel.

Aleksandra Sowa (Volkswirtin Robotikforscherin) © CF
Aleksandra Sowa (Volkswirtin, Roboter- und IT-Spezialistin, Autorin von Digital Politics) © CF

Über neue Technologien schrieb Aleksandra Sowa ein Buch. Digital Politics erklärt Zusammenhänge zwischen Offline und Online, zwischen lernenden Algorithmen und gesammelten Daten, beschreibt Wege aus der digitalen Unmündigkeit. Ein Weg ist eine klare Rechtssprechung.

Schminke gegen Gesichtserkennung © CF
Bemalung gegen Überwachung. Ein russischer IT-Experte entwickelte einen Schmink-Algorithmus gegen Gesichtserkennung. © CF

Ein anderer Weg ist das berühmte Do it yourself. Computer beherzt aufschrauben und selbst reparieren. Handys mit herausnehmbaren Akku kaufen, nach dem Verbleib von Daten fragen.

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Auf Augenhöhe: Ich fotografiere die Drohne, die Drohne fotografiert mich. Oliver Reindl gab ihr den Steuerbefehl, der sie auch noch in sieben Kilometern erreichen würde. Die  Drohnenverordnung erlaubt Flüge in Sichtweite. © Drohne

Aleksandra Sowa rät gegen Angst, aber zu einer gehörigen Portion Skepsis und den Genuss der kognitiven Computer. Die sind schnell und unbestechlich.

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© Drohne

Literatur

Sowa, Aleksandra: Digital Politics. So verändert das Netz die Demokratie. 10 Wege aus der digitalen Unmündigkeit. Dietz Verlag. Bonn 2017

Lem, Stanisław: Summa technologiae. (Ü: Friedrich Griese) Suhrkamp Verlag. Frankfurt am Main 1976/ eBook Suhrkamp Verlag. Berlin 2013

Aleksandra Sowa (Autorin von Digital Politics) © CF
Aleksandra Sowa © CF

Europäisches Kulturerbejahr 2018

Wahren ∧∨ Wandeln

WDR 5 Scala

2. Januar 2018

14 Uhr (21 Uhr: Wiederholung)

Der Link zur Fotogalerie, die mein Feature über Kultur und ihr Erbe begleitet

Feature über die Erbstücke von Kultur

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Kernkraftwerk Würgassen an der Weser (Kreis Höxter) © CF

Angenommen, wir schreiben das Jahr 2118. Eine Touristin aktiviert das Navigationssystem auf ihrer Netzhaut, folgt dem schnellsten Weg zur nächst gelegenen Sehenswürdigkeit, studiert das POP-UP. Kernkraftwerk Würgassen (s.Titelbild). 1994 stillgelegt. Grund: Haarrisse im Kernmantel am Reaktorkern. Rückbau bis 2014. Das 60 Meter hohe Kraftwerksgebäude bleibt stehen, dient als Zwischenlager für mittelschwache Abfälle. Ein weiteres POP-UP erklärt, dass über Atommeiler als Kulturdenkmäler erbitterte Diskussionen liefen, im Europäischen Kultur-Erbe-Jahr 2018. Vor Ort geben Digital Graffiti Einblick in die umstrittenen Energiebauten; ein Besuch in Ibbenbüren wird empfohlen, in dem das tiefste Steinkohlebergwerk der Welt stand und das im Dezember 2018 die letzte Schicht fuhr.

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Lost Place: Ein verlassenes Herrenhaus am Niederrhein © CF

2118 ist Europa eine transnationale Republik, in der Eventzentren klassische Wissenshorte retten wie Bibliotheken und Museen.

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Register der Barockorgel Borgentreich © CF

2018 leistet sich Europa zumindest ein transnationales Projekt: das Europäische Kulturerbejahr. An vielen europäischen Orten wird über das gemeinsame Erbe diskutiert: Fluchtwege, Lost Places, Handschriften, Erinnerungsorte. Was heißt kulturelles Erbe und was ist wert, erhalten zu bleiben? Im Dezember 2017 zum Beispiel erklärte die UNESCO Orgelbau und Orgelspiel zum Weltkulturerbe.

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Ute Schneider (Professorin für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Duisburg Essen) © CF

Ute Schneider, kommissarische Leiterin des Kulturwissenschaftlichen Instituts in Essen, hat eine ambivalente Haltung zur Frage des Kulturerbes. „Wir dürfen nicht nur die Vergangenheit im Blick haben, sondern wir müssen auch Zukunftsperspektiven entwickeln.“

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Jörg Kraemer an der Barockorgel in Borgentreich © CF

CD

Die historische Barockorgel in St. Johannes Baptist Borgentreich

Erstaufnahmen nach der Orgelrestaurierung

Jörg Kraemer (Orgel)

Organum Classics. Öhringen 2014

Prospekt

Katholische Kirchengemeinde (Hg.): Barockorgel Borgentreich. Ein Instrument wahrhaft europäischen Klanges. Von 1600 bis 2011. Borgentreich 2012

Katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist

www.barockorgel-borgentreich.de

Orgelmuseum
Museumsleitung: Jörg Kraemer

Marktstraße 6. 34434 Borgentreich
erstes Orgelmuseum der Bundesrepublik

Kulturwissenschaftliches Institut Essen

Kommissarische Leitung: Prof. Ute Schneider

Kulturwissenschaftliches Institut Essen

Europäisches Kulturerbejahr 2018

Europäisches Kulturerbejahr 2018

Von großen Plänen und kleinen Zufällen

Die Kraft der Vorstellung oder das Projekt vom Planen

WDR 5 Neugier genügt

2. Januar 2018, zwischen 10 und 12 Uhr

20 Minuten Feature

Link zur Fotogalerie und zum Podcast

PlanBar in Bild und Ton

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Wehe, der Strom fließt nicht nach Plan © CF

Planlos sein ist auch bloß ein Plan. Einfach mal querfeldein laufen statt per Smartphone auf Premiumwegen wandern. Einerseits. Andererseits ist Planen ein uraltes Konzept, sich in der Welt zu orientieren. Als die Neandertaler_innen in den unwirtlichen Norden zogen, war die Orientierung überlebensnotwendig, ohne Wege, ohne Kirchturmspitzen, ohne Kompass, geschweige denn GPS. Sie machten sich ein Bild von ihrem Umfeld. Sie hatten einen Plan. Heute ist das Planen ein ausgeklügeltes Konzept, das ganze Gesellschaften entwirft. Zukunftsplanung liegt im Trend. Was wird, was noch nicht ist. Doch was ist, wenn der Zufall auf den Plan gerufen wird?

Dirk van Laak © Scharfscheer
Dirk van Laak (Prof. für deutsche und europäische Geschichte des 19. bis 21. Jahrhunderts/ Uni Leipzig) © Scharfscheer

Ich fragte den Historiker Dirk van Laak, unterhielt mich mit Ladeninhaberinnen, einer Zahnärztin und einem Kirchenmusiker über ihren Plan von Beruf und Leben.

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In der Kirche in Borgentreich (Westfalen) steht eine der größten Barockorgeln Europas. Ihre mehr als 3000 Pfeifen aus gehämmerten Blei haben einen festen Platz, so wie es der Plan vorsieht. © CF

Vom Golem und der Kabbala

אמת = Wahrheit

WDR 5 Scala, 12. Dezember 2017

14 Uhr/ Wiederholung: 21 Uhr

Unter dem Link kann mein Feature nachgehört werden.

Eine kleine Kulturgeschichte des Golem

Der Schatten des Golem 1 @ Knesebeck
Joseph und Zelmira, gezeichnet von Benjamin Lacombe: Der Golem und sitzt auf einer Bank im Hof des Oberrabbis Löw im Jüdischen Viertel in Prag. © Knesebeck Verlag

Der Golem ist seit mindestens 200 Jahren ein Medienstar. Um den Superhelden ranken sich Geschichten. Es gibt Filme, Gemälde, Computerspiele. Frankestein ist ein Zitat auf den Golem. Spiderman hat Ähnlichkeiten, Roboter stehen in seiner Tradition.

Der Schatten des Golem sw © Knesebeck
© Knesebeck Verlag

Vor kurzem erschien beim Knesebeck-Verlag eine weitere Golem-Erzählung mit großformatigen Illustrationen unter dem Titel Der Schatten des Golem. Das Original entstand in Frankreich. Éliette Abécassis schrieb den Text, Benjamin Lacombe schuf die Zeichnungen.

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Jüdische Mystiker überlegten, wie es möglich ist, künstliches Leben herzustellen. © CF

Der Golem geht in die Blütezeit der jüdischen Mystik zurück, er ist ein Konstrukt der Kabbala.

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Michael Moses in seiner Töpferwerkstatt. Mit Lehm aus dem Westerwald formt er einen Golem © CF

Lange fristete die Kabbala ein Nischendasein. Doch dann erforschte der Religionshistoriker Gershom Sholem die jüdische Mystik und verhalf der Kabbala zu neuem Ruhm.

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Über einen Code wird der Golem gesteuert. Alef, Mem, Tav steht auf seiner Stirn. Das heißt Emet. Und Emet heißt Wahrheit. © CF

Ende der 1960er Jahre entstand in Tel Aviv das erste Kabbala-Centre. Inzwischen gibt es 40 Zentren, unter anderem in Los Angeles und Berlin. Eine der prominentesten Mitglieder ist die Sängerin Madonna.

Der Schatten des Golem 4 @ Knesebeck
© Knesebeck Verlag

Der Golem ist Form gewordene Kabbala. Die Lektüre Der Schatten des Golem bietet einen  sanften Einstieg in das „Leben“ des Humanoiden, geboren aus der jüdischen Mystik.

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Shuli Grohmann liest aus der Tora © CF

Zu Wort kommen Shuli Grohmann (Sängerin, Tänzerin, Religionslehrerin aus Israel), Andreas Kilcher (Professor für Literatur- und Kulturwissenschaft/ Kabbala-und Esoterikforschung an der ETH Zürich) und Michael Moses (Töpfermeister, Keramikgestalter aus Israel). Er setzte sich in die Werkstatt und töpferte drei Golem aus Lehm.

Der Schatten des Golem 2 @ Knesebeck

Literatur

Abécassis, Éliette/ Lacombe, Benjamin: Der Schatten des Golem. (Ü aus dem FR: Anja Kootz) Knesebeck Verlag. München 2017

Kilcher, Andreas: Die Namen der Kabbala. (IN: Rahden, Wolfert von/ Sommer, Urs (Hg.): Namen. Zeitschrift für Ideengeschichte. Verlag C.H.Beck. München 2013. S. 5-28)

Tyradellis, Daniel/ Friedlander, Michal (HG.): 10+5=Gott. Die Macht der Zeichen. DuMont Verlag. Köln 2004

Herrmann, Klaus (Hg. und Ü aus dem Hebräischen): Sefer Jezira. Buch der Schöpfung. Verlag der Weltreligionen (Insel) Frankfurt am Main 2008

Necker, Gerold (Hg. und Ü aus dem Hebräischen und Aramäischen): Sohar. Schriften aus dem Buch des Glanzes. Verlag der Weltreligionen (Insel) Frankfurt am Main 2012

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Den ersten Golem erschuf Elijah Ba’al Shem, der Rabbi von Chelm, sagt die Legende. Er soll einen Lehmklumpen zum Leben erweckt haben, indem er den Namen Emet – Wahrheit auf seine Stirn schrieb © CF

Adresse

Michael Moses (Töpfer) und Verena Hielscher (Textilkunst)

Wallenthalerstraße 17

53925 Kall-Scheven

www.verenahielscher.com

www.toepferei-moses.de

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© CF

Von der Lust am Kino im Freien

Räume fürs Träumen

WDR 5 – Scala

21. Juni 2017, 14 Uhr (Wiederholung: 21 Uhr)

Über diesen Link geht es zu Fotogalerie und zum Feature zum Nachhören (WDR Mediathek)

http://www1.wdr.de/kultur/film/sommer-kino-open-air-100.html

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Kurzkunst im Sommerkino im Kölner Rheinauhafen mit der Sängerin Talya © CF

Juni 1933. In den USA stellte ein Autohändler seinen Filmprojektor auf ein Wagendach, hängte Leinentücher zwischen die Bäume und montierte Lautsprecher an die Äste. Während er seinen Kunden die Reifen wechselte, schauten sie Filme im Freien. Ein Werbegag wird zum Autokino, das Warten zum Traum.

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Bochum: Privatbrauerei Fiege – Nachts verwandelt sich die Bierfabrik in einen Sommernachtstraum © CF

Heute bespielen Sommerkinos ehemalige Industriebrachen, Rasenplätze und Museumsdächer. Krimis, Klassiker und Blockbuster locken die Gäste. Sommerkinos sind wie Landschaftsgärten. Kompositionen aus Farben, Licht, Schatten, Bewegung. Natur und Film liefern ihr Schauspiel. Worin liegt der Charme vom Lichtspieltheater unterm Sternenzelt?

Duisburg_Stadtwerke Sommerkino © Thomas Berns
Duisburg_Landschaftspark Nord_Stadtwerke Sommerkino © Thomas Berns
Duisburg Hochofen 1_im Landschaftspark Nord © CF
Duisburg: Hochofen Eins, in der Gießhalle. Industriedenkmal und Kinokulisse © CF

Ich besuchte Orte, die am Tag nichts von ihrer nächtlichen Verwandlung verraten und ich begab mich zu den Wurzeln der Freiluftkinos, die 2400 Jahre alt sind. Mindestens. Ich begutachtete die Architektur der Sommerkinos, Skulpturen aus Projektor, Leinwand, Himmelsdach. Meine Auswahl ist wirklich nur ein Streiflicht einer inzwischen sehr reichen Sommerkino-Kultur. Merkwürdig nur, dass ich keiner einzigen Sommerkino-Betreiberin begegnete.

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Klaus Eschmann (Veranstalter und Initiator des Sommerkinos im Rheinauhafen) © CF

Köln – Rheinauhafen

  1. Mai bis 14. September

https://koeln.openairkino.de

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Düsseldorf_Im Biergarten VierLinden_Tom Birke (li) ist Mitgründer des Sommerkinos und Nico Elze ist seit 2016 Geschäftsführer der Düsseldorfer Filmkuntskinos © CF

Düsseldorf – Biergarten VierLinden

  1. Juni bis 2. September

http://www.biergarten-vierlinden.de

http://www.filmkunstkinos.de/kinos.php?kinos=akki

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Marcus Gloria lebt in Bochum und veranstaltet zusammen mit Martin Semerad das Sommerkino auf dem Hof der Brauerei seit 1999 © CF
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Martin Semerad © CF

Bochum – Fiege Kino Lounge

  1. Juli bis 27. August

http://www.fiegekino.de

Duisburg_Kai Gottlob (Geschäftsführer des Filmforums) am Hochofen © CF
Kai Gottlob (Geschäftsführer des Filmforums in Duisburg) © CF

Duisburg – Stadtwerke Sommerkino

  1. Juli bis 20. August

https://www.stadtwerke-sommerkino.de

 

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Udo Heimansberg – Cineast und Mitgründer des Sommerkinos im Biergarten VierLinden © CF

Open-Air-Kinos

Die schönsten Kinos unter freiem Himmel in NRW

https://www.nrw-tourismus.de/open-air-kinos

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Zaungäste an der Düsend, direkt hinter dem Sommerkino VierLinden © CF
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© CF