GETEILTES KREUZ

Kirche(n) in der Stadt – Evangelisch im Rheinland

Neujahrsempfang des Rheinischen Vereins für Denkmalschutz und Landschaftspflege

4. Februar, 2017

Christuskirche, Koblenz

11 Uhr

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Wittenberg © CF

Iß, was gar ist,

trink, was klar ist,

red, was wahr ist.                            Martin Luther

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Martin Luther- Skulptur in Eisleben, der Geburtsstadt des Theologen. Bei einem Besuch in Eisleben starb Martin Luther 1546. (Bronzestatue von Rudolf Siemering, 1883) © CF

Altardiskussion 

Präses Manfred Rekowski (Evangelische Kirche im Rheinland)

Roswitha Kaiser (Leiterin der Direktion Landesdenkmalpflege der Generaldirektion Kulturelles Erbe – GDKE)

Moderation: Claudia Friedrich

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Wittenberg: Katharina von Bora – Ordensschwester, Ehefrau von Martin Luther, Mutter von sechs Kindern, Verwalterin, Gutsherrin, Bierbrauerin (Bronze-Skulptur von Nina Koch, 1999) © CF

Martin Luther musste es ja wissen. Der hat den Leuten aufs Maul geschaut und die Religion gespalten. Natürlich nur aus Versehen. Im Oktober 1517 klebte er 95 Thesen an die Schlosskirche von Wittenberg. „Die Schätze der Ablässe sind Netze, mit denen nun die Reichtümer der Menschen gefischt werden.“ Thesen gegen die Missstände der Institution, in der er selbst als Mönch arbeitete. Martin Luther wollte reformieren, nicht rebellieren. Doch es kam anders. Es folgten Religionskriege und schließlich zwei Konfessionen.

500 Jahre später ist der Reformationstag ein Jahresfest. Was es zu feiern gibt? Die Spaltung?  Gottes Gnade?  Es gibt Lutherkekse, Lutherweingummis, Lutherspiele, Lutherbücher, Luthermusik, Lutherhäuser, Lutherplakate, Lutherpartys. Es gibt Lutherstreit über die Luthertat. Ist der Anschlag der Thesen an die Kirchentür Legende oder Wirklichkeit? Egal.

Wie viel Luther steckt überhaupt in der Reformation. Und ist sie wirklich so ein Feuerwerk? Vielleicht steht die Reformation nur in einer langen Tradition verschiedener Reformströmungen. Es bleibt auch die Frage nach dem Erbe der Reformation, nach Differenz, Pluralismus und Moderne, nach der Architektur der Gemeinden. Eine Altardiskussion über Konfessionen, Kirche und Kultur.

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Die Reformation hinterließ ein geteiltes Friedhofwesen. Die Katholik_innen hatten weiterhin ihre Kirchhöfe, die Protestant_innen begruben ihre Toten außerhalb, zum Beispiel auf dem Campo Santo (Heiliger Acker), dem Alten Friedhof in Eisleben ( 1533-1876) © CF
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