Der Wolf

Gejagt Gefürchtet Verehrt

WDR 5, Scala am 21. Oktober 2019

14 Uhr (Wiederholung: 21 Uhr)

Audio zum Feature über den Wolf

Wolf in Dreiviertelansicht (nach Paulus Potter). Radierung von Marcus de Bye (1659) © Wallraf-Richartz-Museum in Köln

Seit jeher streift er durch Mythen, Sagen, Legenden: Der Wolf. Er inspiriert sämtliche Kunstgenres, erscheint in Literatur, Malerei, Videospielen. Die kapitolinische Wölfin (Titelbild) ernährt Romus und Remulus und befeuert Gründungsmythos von Rom.

Regina Sommer (Geschichtenerzählerin) © CF

Aus dunklen Wäldern zieht der Wolf in die Lichtung. Als Wappentier steht er für Stärke, als Fabelwesen für das Böse. Die Kunst spielgelt das ambivalente Verhältnis von Mensch und Wolf, zeigt aber auch die reiche Symbolik, die mit dem Tier verbunden ist.

Maria Linsmann (Märchenforscherin, Kunsthistorikerin, Dozentin) © CF

Wölfe stehen für Ängste, Träume, das Fremde, die Politik.

Wolfsburg: Adolf Hitler wollte die Stadt des Kraft-Durch-Freude-Wagens so benennen. Die Umbenennung erfolgte nach dem Suizid des Reichskanzlers © CF

Im nationalsozialistischen Deutschland wird ausgerechnet der Wolf zum Codewort der Führungselite, auch die AfD nutzt den Wolf als Symbol.

Lost Place: Haus Wolfskuhlen am Niederrhein © CF

Bereits im Mittelalter wurden Wölfe in Kuhlen getrieben und abgeschlachtet. Im 18. Jahrhundert waren die Tiere nahezu ausgerottet.

Sabine Sweetsir (Archivarin im Stadtarchiv Rheinberg) vor Haus Wolfskuhlen.

In meinem Feature geht es um den Wolf als Kunstfigur.

Matthes und Seitz. Berlin 2/ 2017

Physiologus. Frühchristliche Tiersymbolik (Hg. und Ü: Ursula Treu). Union Verlag. Berlin 1981

Videospiel

Screenshot aus dem Videospiel © Tale of Tales

The Path. A short horror game

Entwickler_in: Auriea Harvey und Michaël Samyn

Tale of Tales

Studio für Videospiele: Michaël Samyn und Auriea Harvey

Rotkäppchen mit dem Wolf (nach Ernst Bosch). Radierung von Fritz Dinger © Wallraf-Richartz-Museum in Köln

Magische Ringe

Geometrie der Geister

© CF

WDR 5 Neugier Genügt

3.9.2019

zwischen 10 und 12 Uhr

Link zur Fotogalerie im WDR 5-Internet

Link zum WDR 5-Hörstück über Magische Ringe

Ring auf runder Manege in Cirque Bouffon © CF

Magische Ringe verleihen Macht und ewiges Leben. Sie kennen keinen Anfang und kein Ende, sie nehmen gefangen und schließen aus. Sie bieten Schutz und säen Gefahr. Magische Ringe sind das Scharnier zu unsichtbaren Räumen, in denen Geschöpfe leben, die nicht von dieser Welt sind, aber auch von keiner anderen. 

Zutaten der Magie: Gold, Kupfer, Silber in Raumschale © CF

Magische Ringe entstehen in den Küchen von Alchemist_innen. Die beiden Goldschmiedinnen Katja Voscht und Regina Maresch schneiden, schmelzen, walzen, feilen, sägen, glühen, hämmern, gravieren. Sie arbeiten mit Säure, Tinkturen, Salzen, Pulvern.

Alchemistinnen am Werk © CF

Mitte der 1950er Jahre erschien Lord of the Rings von John Ronald Reuel Tolkins.

John Ronald Reuel Tolkien © Klett-Cotta Verlag

1969 lag die Romantrilogie des britischen Literaturprofessors zum ersten Mal in deutscher Sprache vor, unter dem Titel Herr der Ringe. Jetzt brachte der Klett-Cotta Verlag eine druckfrische, dreibändige Jubiläumsausgabe heraus, in der ursprünglichen Übersetzung von Margaret Carroux. 

Jens Harzer im Treppenhaus des Thalia Theaters © Armin Smailovic/ Thalia Theater)

Magie umgibt den nach dem Schauspieler August Wilhelm Iffland benannten Ring, ein Kronjuwel aus Eisen, mit Diamanten besetzt, der ein Iffland-Portrait umringt, in einen violetten Edelstein geschnitten. Seit mindestens einem Jahrhundert bestimmt der aktuelle Träger per Testament seinen Nachfolger. Nach dem Tod des Schweizer Schauspielers Bruno Ganz im Februar 2019 ging der Ring an Jens Harzer, Ensemblemitglied im Hamburger Thalia-Theater. 

Daniela Imlau sitzt in der Mitte des Rings aus Feldsteinen © CF

Kreisformen entwickeln Energie, wie die neun Feldsteine auf der Wiese im Garten von Daniela Imlau. Sie markieren Feuer, Wasser, Erde, Luft, die Ahnen, den Traum, das Karma. Daniela Imlau ruft sie alle an, bittet das Universum: „Sende Deine Energie in diesen Ring.“

Frédéric Zipperlin gründete Cinque Bouffon. Die Manege ist rund. © CF
Mit dem Rund spielt Frédéric Zipperlins Kunstfigur Le Boul. © CF

Rund läuft es in der Cirque Bouffon – Show Lafolia. Die Truppe erzählt Geschichten mit Reifen, Rädern, Kugeln. Ein rauschhafter Traum im Ring.

Sie sammelt und erzählt Geschichten von Weißdornhecken, Zauberringen, Artus‘ Tafelrunde: Regina Sommer.

Geschichtenerzählerin Regina Sommer © CF

Magische Ringe sind weltweit zu finden, in Mythen, Märchen, der Wirklichkeit. Beherrschen wir sie oder beherrschen sie uns? 

http://www.reginasommer.de/regina_sommer_home.html
Katja Voscht (li.) und Regina Maresch © CF

Katja Voscht (Goldschmiedin) – Kleine Verzierung

Regina Maresch (Goldschmiedin) – Κιττός (Efeu)

Goldschmiedinnen: Areal Böhler Halle 26, Hansaallee 321, 40549 Düsseldorf © CF
Cirque Bouffon © CF
Im September steht das Zelt in Saarbrücken, im Oktober in Bielefeld © CF
Daniela Imlau (Weiherin des Rings) © CF
Ü: Margaret Carroux
Wer den Magischen Ring trägt, kann unsichtbar werden © CF