Kölner Comicszene

Bei der 1. Kölner Literaturnacht  am 4. Mai

WDR 5, Scala 

3. Mai 2019

14 Uhr und 21 Uhr

Link zum Audio

Link zur Fotostrecke über die Comicminiatur

Martin Böer zeichnet einen Bücherwurm ans Schaufenster der Traumathek © CF

Comics bauen bizarre Architekturen, in deren Grenzen die Phantasie regiert. Sie lassen ihr Publikum von Bild zu Bild hasten, von Sprechblase zu Sprechblase. Gleich einer Inspiration, die durchs Hirn schießt, blitzen Momente auf und verschwinden wieder. Wer den Strich zu lesen versteht, erfährt viel über diejenigen, die ihn in die Welt setzten. 

Leo Leowald (li./ Zeichner und Initiator der Comicveranstaltung am 4. Mai) mit Harald Sack Ziegler (Musiker) © CF

Wer aber sind diejenigen? Am 4. Mai kommen einige der Zeichner_innen in die Traumathek im Herzen Kölns, anlässlich der 1. Kölner Literaturnacht. Der Videostore feiert die graphische Literatur mit Workshops, Lesungen, Musik, Live-Zeichnen.

Jacci Ullmanns Handlettering am Schaufenster © CF

Wibke Ladwig (Sinn und Verstand Kommunikationswerkstatt)

Wibke Ladwig Instagram

Schaufenstercomic

Martin Böer, Ebru Erdoǧan, Jacquie Mundri, Jacci Ullmann

Ebru Erdoǧan (Studentin an der ecosign Akademie) © CF

1. Kölner Literaturnacht am 4. Mai 2019, ab 16 Uhr

Für die Comics bitte ganz nach hinten durchgehen!

Die Kölner Comicszene im Studio Argento

16 Uhr bis Mitternacht

Jacqui Mundri (Studentin an ecosign) © CF

Traumathek

Engelbertstr. 45, 50674 Köln

Martin Böer (Freier Illustrator, Comiczeichner) © CF

Martin Böer (Illustrator)

Leo Leowald (Comiczeichner, Schöpfer des Webcomics Zwarwald) © CF

Leo Leowald (Illustrator)

Harald Sack Ziegler (re.) mit Schnabelflöte © CF

Harald Sack Ziegler (Musiker)

Jackie Ullmann (Graphic Design Studentin/ Typographin) © CF
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Athos, der Förster

Ein Roman von Maria Stefanopoulou

WDR 3, Mosaik

23. April 2019

8 Uhr (Deutsche Zeit)/ 9 am (Greek time)

Link zum Audio über den Roman von Maria Stefanopoulou

Kalavrita, vom Kapi aus gesehen, dem Hausberg im Osten der kleinen Stadt auf der Peloponnes © CF

Marianthi wuchs in den Bergen der Peloponnes auf, unweit des Golfs von Korinth, in der Gegend, in der Athos Forstwirtschaft studiert hatte. Er war 21, sie 18, als sie ihn heiratete. Sie wurde die Frau des Försters. Marianthi zog mit Athos durch Griechenlands Waldgebiete, von Forstrevier zu Forstrevier. Auf Lesbos gebar sie Sohn Giannos, in Epirus Tochter Margarita. 1939 kamen sie auf die Peloponnes zurück. Athos übernahm hier ein Forstrevier. Sie lebten in Kalavrita, einer kleinen Stadt im Schatten des mächtigen Bergmassives Chelmos. Ihr Glück währte bis zum 13. Dezember 1943. Jener Montag ist das zentrale Moment in dem Roman Athos, der Förstervon Maria Stefanopoulou.

Der Hügel Kapi im Osten von Kalavrita: Gedenken an die Opfer des Massakers © CF

Zwei Jahre nach der Besetzung Griechenlands verübte die Deutsche Wehrmacht in Kalavrita eines der grausamsten Massaker auf dem Balkan im Zweiten Weltkrieg. Eine Eliteeinheit richtete 650 Männer und Jungen hin und vernichtete die männliche Linie ganzer Familien auf dem Kapi (s. auch Titelbild). Zur gleichen Zeit trieben Soldaten Mädchen, Frauen, Babys und Alte in die Volksschule und zündeten sie an. Sie konnten sich in letzter Sekunde aus den Flammen retten. Eine alte Frau starb unter den Füßen der panisch Fliehenden.

Am Ort des Massakers: Stunden dauerte die Erschießung, ein klares Kriegsverbrechen. Eine Entschuldigung von offizieller Seite Deutschlands bleibt bis heute aus. © CF

«Αθος, ο δασονομος», το μυθιστορημα τής Μαριας Στεφανοπουλου,  κυκλοφορησε στις εκδοσεις Ελεφαντοστουν απο το Βερολινο. Η μεταφραση στα Γερμανικα ειναι τής Μιχαελας Πριντζινγκερ. Το μυθιστορημα διηγηται τήν ιστορια τεσσαρων γυναικων, απο τεσσερις γενιες, απο μια οικογενεια, που παλευει με ενα φοβερο εγκλημα. Η κληρονομια τους ειναι η τραυματικη εμπειρια της σφαγής, που διεπραξε η γερμανικη Βερμαχτ στα Καλαβρυτα σιτς 13 Δεκεμβρίου τού 1943. Το βιβλιο ειναι αντιπολεμικο με παθος. Ταυτοχρονα κραταει μια κριτικη σταση απεναντι στην ηρωοποιηση τών νεκρων. Η Μαρια Στεφανοπουλου αναζητα την θεραπεια τού τραυματος στην μνημη, στην δικαιη μνημη.  Ο πρωταγωνιστης της, ο Αθος, αγωνιζεται για την αληθεια. Συνδεεται φιλικα με εναν γερμανο λιποταχτη και δεν παιρνει μερος στον ενοπλο αγωνα τών ανταρτων. 

Maria Stefanopoulou © Marina Xafolidi

Maria Stefanopoulou verbindet das historische Geschehen mit einer Familiengeschichte. Mutter, Tochter, Enkelin und Urenkelin gehen mit dem Trauma, das sich durch die vier Generationen zieht, unterschiedlich um. Es geht um Erleben und Erinnern, um Schweigen und Aussprechen, um die Frage, wie es zu diesem Verbrechen kommen konnte. Es geht um Gut und Böse. Beides gehört zum Menschsein. Doch das Urproblem liegt darin, sagt Maria Stefanopoulou, dass wir uns nicht mit der Zerstörungswut aussöhnen können. Ein biblisches Thema, das sie in biblischen Bildern beschreibt. In Metaphern von Bäumen, die wie Menschen sind, nur ohne Boshaftigkeit; im Bild des leeren Grabs. 

Die Opfer waren Schuljungen, Lehrer, Arbeiter, Händler, Väter. Die Büste des Pfarrers Panajotis Dimopoulos steht vor der Kirche © CF

Frauen, die Jesus nahe standen, gingen nach Jesus’ Kreuzigung zum Grab. Doch statt seinen Leichnam zu sehen, fanden sie nur eine leere Höhle vor. Ebenso suchte die Frau des Försters Marianthi vergebens den toten Körper ihres Mannes Athos. Gehört er zu den 13 Überlebenden? Das leere Grab ist im Roman ein immer wieder kehrendes Symbol, nicht für die Auferstehung, sondern für die Trauer. 

Der Bahnhof der Zahnradbahn in Kalavrita. Von hier aus brachten die deutschen Soldaten ihre Beute aus der geplünderten Stadt ins Tal. © CF

Mutter und Tochter sind die Überlebenden des Massakers, das ihnen Ehemann und Bruder nahm, angeblich als Sühne für die Attacken der griechischen Partisanen gegen die Deutsche Wehrmacht. Auch daran erinnert der Roman, an die Tötung von 78 deutschen Soldaten, die griechische Partisanen nach einer Schlacht gefangen nahmen und mangels an Gefängnissen bei Familien unterbrachten. Die Geiseln wurden Teil der Dorfgemeinschaften, sie arbeiteten in der Schneiderei, beim Bäcker, auf den Feldern, trugen die Kleidung der Dorfleute. Drei Monate später wurden sie exekutiert. Eine Fehlentscheidung, hieß es selbst in den Reihen der Kämpfer_innen. Für die deutschen Besatzer ein willkommener Vorwand. Allerdings hätten sie auch ohne den Mord an den Kriegsgefangenen ihre Terrorherrschaft fortgesetzt. 

Mit der Zahnradbahn zwischen Diakofto und Kalavrita © CF

Maria Stefanopoulou fordert gerechtes Erinnern. Durch die Figur des Försters Athos unterzieht sie die Ereignisse einer genauen Untersuchung, beleuchtet sie aus verschiedenen Blickwinkeln, sucht nach Gründen für den tiefen Graben, der sich bis heute durch die griechische Gesellschaft zieht. 

Die Platia im Zentrum von Kalavrita © CF

Athos, der Försterspannt den Bogen bis in die aktuellen Krisenherde. Der Roman ist eine Montage aus Erzählung und essayistischen Exkursen in die jüngste Geschichte Griechenlands. Maria Stefanopoulous’ Debüt in der Übersetzung von Michaela Prinzinger ist Thema meiner Mosaik-Miniatur.

Literatur

Stefanopoulou, Maria. Athos der Förster. Ü: Michaela Prinzinger. Elfenbein Verlag. Berlin 2019

Στεφανοπόυλου, Μαρία: Αθος, ο δασονομος. Το Ροδακιό. Αθήνα 2014 

Wölfe in Mythen & Märchen

Kreide gefressen

SWR 2 Matinee über Wölfe

17. März 2019, 9 bis 12 Uhr

Meine läuft Miniatur läuft nach 10 Uhr

Link zum Audio über die Legenden der Wölfe

Marcus de Bye (um 1639 –
nach 1688): Wolf in Dreiviertelansicht, (nach Paulus Potter), 1659
Radierung auf Vergé ©
Graphische Sammlung, Wallraf-Richartz-Museum

Ja, Wölfe töten……. Spazierende, Unschuldslämmer, Rotkäppchens Großmutter. Gelegentlich. Und genau deshalb werden aus den Jägern Gejagte. Sind sie erst einmal tot, werden sie zum Mythos. Wölfe stehen für das Böse. Nicht immer, aber meistens. Seit Jahrhunderten streifen sie durch Märchen, Sagen, Legenden. Sie fressen um des Fressens willen, verschlingen Sonne und Mond, kauen Kreide, schmücken sich mit fremden Fellen. 

Hendrick Goltzius(Werkstatt): Jupiter verwandelt Lycaon in einen Wolf, 1589. Kupferstich © Graphische Sammlung, Wallraf-Richartz-Museum

In Köln zeigt eine kleine, feine Ausstellung die verschiedenen Facetten vom bösen Wolf. Druckgraphiken aus vier Jahrhunderten spielen mit der reichen Wolfs-Symbolik. Das Titelbild ist eine Lithographie von Adolphe François Pannemaker (nach Gustave Doré) aus dem Jahre 1862. Das Original dieser Rotkäppchen-Darstellung liegt auf der Burg Wissem, dem Bilderbuchmuseum der Stadt Troisdorf. 

Rotkäppchen, ein virtuelles Horrorspiel: The Path © Tale of Tales

Das Videospiel The Path aus dem Studio des belgischen Independend Labels Tale of Tales erlebt Rotkäppchen den Wolf als Verführer, als einen, der stets andere Identitäten annimmt. Ein Werwolf. Der Urtyp des Werwolfs ist Arkadiens König Lykaon, den Zeus im Zorn verwandelte. Lykaon hatte dem olympischen Göttervater Menschenfleisch vorgesetzt.

An der Stelle, an der das Spukschloss Wolfskuhlen steht, wurden im Mittelalter Kuhlen ausgehoben und Wölfe reingetrieben, die in den Gruben einen qualvollen Tod starben. © CF

Ich stapfte in den Kunst-Wald, besuche einen Geisterort namens Wolfskuhlen und treffe die Kunsthistorikerin Maria Linsmann.

Maria Linsmann (Kunsthistorikerin, Märchenforscherin, Mitkuratorin) © CF

Ausstellung

Der Wolf zwischen Mythos und Märchen

Bis 28. 4. 2019

Graphisches Kabinett

Wallraf-Richartz Museum

Obenmarspforten

Am Kölner Rathaus

50667 Köln

Katalog

Ketelsen, Thomas und Petersen, Mariele: Der Wolf – Zwischen Mythos und Märchen. Heft 29. Der un/gewisse Blick. Graphisches Kabinett des Wallraf-Richatz-Museum & Foundation Corboud. Köln 2019

Literatur

Matthes und Seitz. Berlin 2/ 2017

Physiologus. Frühchristliche Tiersymbolik (Hg. und Ü: Ursula Treu). Union Verlag. Berlin 1981

The Path © Tale of Tales

A short horror game

Entwickler_in: Auriea Harvey und Michaël Samyn

Musik: Jarboe und Kris Force

Tale of Tales

Studio für Videospiele: Michaël Samynund Auriea Harvey

Ein Ort für Werwölfe: Haus Wolfskuhlen am Niederrhein © CF

Bommeln sind IN

Kick auf dem Kopf

SWR 2 Matinee

24.2.2019 zum Thema Mützen

9 bis 12 Uhr

Daniela Johannsenová (Textilkünstlerin) produziert Bommel mit Pompon-Maker © CF

Mein Stück befasst sich mit einem pikanten Accessoire

Nach 9 Uhr

Link zum Audio über Kulturgeschichte der Bommel

Wachablösung am Denkmal des Unbekannten Soldaten vor dem Parlament in Athen: Die Evzonen (Präsidialgardisten) tragen Founda am Hut und auf dem Schuh © CF

Da fängt es schon an: der Bommel oder die Bommel. Geht Beides. Und schon kommt die nächste Frage. Mit Bommel oder ohne Bommel? Geht Beides. Aber „mit“ ist schöner. Und sicherer. Vor allem seit es Glowbee gibt. Glowbeeist ein Startup, gegründet 2015 in Stuttgart. Die beiden Inhaber guckten den Glühwürmchen aufs Kleid und übertrugen das Prinzip auf die Bommel. Der synthetische Ball ist mit LED Lämpchen ausgestattet und sorgen für helle Köpfchen, so lange Bommeln ganz oben mit mischen.

In der Kaserne der Evzonen: Der Schneider knüpft Troddeln aus schwarzer Seide. © CF
© CF
Die Founda am Fario (Filzkappe) symbolisiert die Träne des Christus © CF

Sie zieren den Scheitel, hängen auch lässig an anderen Körperregionen.

Daniela Johannsenová wickelt, schneidet, bindet © CF

Ich besuchte Daniela Johannsenová, einen Star der jungen, kreativen Strickszene.

Natürlich mit Bommel: Kasperle und Andreas Blaschke (Mitte/ Puppenspieler)

Außerdem zeigte mir Puppenspieler Andreas Blaschke den Urtyp der Bommelmützenträger, Kasperle.

In der Evzonen-Kaserne in Athen: Schuster Jorgos Dermatas verpasst der Schafswollbommel auf dem Lederschuh die richtige Frisur © CF
In der Zeit der Unabhängigkeitskriege versteckten die Kämpfer Dolche in der Founda © CF

Und ich schaute in die kaserneneigenen Werkstätten der griechischen Präsidialgardisten, der Evzonen. Sie tragen die Founda an Filzhut und Lederschuh. Eine Miniatur über die Kulturgeschichte der Bommel. 

Kirschbommeln vorm Frisieren © CF

Daniela Johannsenová (Textilkünstlerin)

http://maschenkunst.de

Kirschbommeln nach dem Frisieren © CF

Wollfestival

http://www.wollfestival.de

17. bis 18. August 2019

Rheinterrasse Düsseldorf

Tri Tra Trullala! Der Bommelmann ist wieder da © CF

Andreas Blaschke (Figurentheater Köln)

http://www.figurentheater-koeln.de

Kasperle mit Schnuffi und Andreas Blaschke © CF

Glowbee – die Leuchtenden Mützen

Wärmespender und Waffenhalter © CF
© CF

Evzonen am Denkmal des unbekannten Soldaten

Syntagma Platz, Athen

Fast fertig © CF
Katzenbommel © CF
Katzenbommel? Nichts für Kater Eddie © CF

MITTWOCH

수요일 Wassertag Wednesday 星期三 Der Dritte Merkurtag środa יום רביעי 348 Mercredi Η Τετάρτη Die Vierte

WDR 5 Neugier Genügt

9. Januar 2019

nach 10 Uhr 

Link zur Miniatur über den Mittwoch

Am Mittwoch ist es nicht mehr weit bis zum Wochenende. Nach Mittwoch geht es einfach nur noch bergab. Im Koreanischen heißt Mittwoch Wassertag, in den romanischen Sprachen ist der Tag dem Merkur gewidmet, im englischen Sprachraum ist der Mittwoch Wednesday, der Tag des germanischen Göttervaters Wotan. In der mystischen Lehre der Kabbala ergibt Mittwoch die Zahl 348. Im Chinesischen und Mongolischen ist Mittwoch der dritte Tag, im Griechischen der vierte, der Tag in der Mitte. Warum das so ist, bespreche ich mit dem Theologen Manfred Becker-Huberti. Eine Miniatur.

Deutscher Herbergsverein

Frei zur Einkehr

SWR 2 Matinee zum Thema Herberge

23. Dezember 2018, 10 Uhr

Link zum Audio über den Deutschen Herbergsverein

Im 19. Jahrhundert begaben sich tausende Handwerker zu den damals neuen Stahlfabriken und Kohlebergwerken. Landarbeiter verdingten sich als Erntehelfer © CF

Sie kommen aus dem Osten Europas, wandern über Grenzen, suchen Arbeit, finden Jobs, die hier niemand machen will. Sie stechen Spargel im April, lesen Wein im Herbst, zerlegen Tiere in Fleischbetrieben, eine Knochenarbeit. Sie hausen in Wäldern, übernachten illegal in Gaststätten: Wanderarbeiter und –arbeiterinnen. Andere sitzen vor Supermärkten. Sie betteln, trinken, spritzen Heroin. Sie ziehen von zur Bahnhofsmission: Menschen, die ohne Obdach sind, nie ohne Grund.

Im Mittelalter boten Klöster Asyl, in der Neuzeit Gaststätten, im 19. Jahrhundert entstanden an verschiedenen Orten Herberge zur Heimat. Die erste Herberge zur Heimat gründete in Bonn ein Kreis engagierter Christen um den Staatsrechtler um Clemens Theodor Perthes.

Auf dem ersten evangelischen Kirchentag im September 1848 lieferte der Diakon und Sozialpädagoge Johann Hinrich Wichern entscheidende Impulse. In der Schlosskirche in Wittenberg hielt er vor den Delegierten eine Rede zur Gründung des Centralausschusses für die Innere Mission der deutschen evangelischen Kirche, dem Vorläufer des Diakonischen Werkes.

Waldkirche bei Bethel © CF

Und weil das 19. Jahrhundert die Zeit der Vereine ist, wurde auch ein passender Verein gegründet: der Deutsche Herbergsverein. Sein Nachfolger ist Verband der evangelischen Obdachlosenhilfe.

Hohlweg im Teutoburger Wald: Wandernde begaben sich in die Ballungsräume, zum Beispiel ins Rheinland. © CF

Eine Miniatur über ein eher unterbelichtetes Kapitel der jüngeren Geschichte. Es geht um die Wandererfürsorge, die vornehmlich von konservativen Protestant_innen ins Leben gerufen wurde und sich auch einem Erbe stellen musste, das schmerzlich ist.

Ich sprach mit Michael Häusler, dem Archiv- und Bibliotheksleiter des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung in Berlin.

Archiv des evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung


Die Couch – Möbel & Metapher

Nathan Kravis: Auf der Couch

Eine verdrängte Geschichte der analytischen Couch von Platon bis Freud

WDR 3 Kultur am Mittag
21. Dezember 2018, 12 Uhr

Link zur Miniatur über die Couch – Link to the audio about the couch

Weniger sitzen, mehr gehen. Sport treiben hält fit. Wie wäre es mit liegen? Liegen?! Einfach so? Mich auf die Couch schmeißen, vielleicht noch beim Psychoanalytiker? Geht’s noch?! Ja, es geht. Verdammt gut geht es. Eine richtige Couch und genau das rechte Gegenüber. Das kann Wunder wirken, befreien, heilen. Liegen steht in einer langen Tradition. 

Sofa stammt aus dem arabischen Suffa, was soviel heißt wie Kissen oder Ruhebank. Dieses Sofa steht in einem kleinen, feinen Teesalon in Düsseldorf. © CF

Bei edition frölich erschien kürzlich ein Buch mit dem Titel Auf der Couch. Das Buchcover zeigt ein Gemälde des spanischen Künstlers Ramon Casas i Carbó aus dem Jahre 1895. Nach dem Ball, so der Titel des Bildes, gehört zu eines der vielen Illustrationen, die den Text des US-amerikanischen Autors Nathan Kravis begleiten.

Nathan Kravis (Professor für Psychiatrie am Weill Cornell Medical College der Cornell University in New York) © David Arky

Nathan Kravis gräbt in der reichen Geschichte des Möbelstücks. Er spiegelt die soziale, kommunikative und medizinische Seite des Sofas von der Antike bis heute. Ich las im Liegen und schrieb im Sitzen. Das könnte sich demnächst ändern. 

Die Präsidialsuite im klassizistischen Hotel Thermae Sylla in Aidipsos auf Euboia (Griechenland). Im Turmzimmer unterm Dach lag der Jet Set der 1950er/ 60er Jahre auf der Couch, auch die Opernsängerin Maria Callas. © CF

My Radiofeature is a homage for the recumbent posture. I spoke with Nathan Kravis, the Professor of Psychology, who wrote about the long tradition of laying down as strong gesture of power and communication.

Kravis, Nathan: On the couch. A repressed history of the analytic couch from Plato to Freud. Massachusetts Institute of Technology. Cambridge Massachusetts 2017 (German by edition frölich. Berlin 2018)

The art of recumbency: Liegen Lernen von denen, die die Kunst beherrschen © CF