1995 – Atlantis trifft Mir

Spaceshuttle trifft Raumstation

USA trifft RUS

Die erste Atlantis-Mir Mission

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Russische Raumstation MIR: fotografiert von Atlantis, beim Andocken im Januar 1997.

Astronaut Thomas Reiter (ESA Mitarbeiter) beim Spacewalk während einer Mission auf der ISS im August 2006 © NASA

WDR 2, 29.6.2020, 9.40 und 18.40

Link zu meinem StichTag

Sommer 1995. Das amerikanische SpaceShuttle Atlantis nimmt Kurs auf die russische Raumstation Mir (s. Titelfoto). Das „Parken“ ist eine technische Meisterleistung. Zentimeter für Zentimeter nähert sich das riesige Raumschiff der Mir mit seinen vier Solarpanelen, die wie ein X in den Weltraum ragen. Per Hand manövriert der Pilot die Atlantis an den Kopplungsring. Shuttle und Station bilden die größte Installation, die die Menschheit bis dahin ins All gesetzt hat.

Thomas Reiter außerhalb der ISS, rund 400 Km von der Erde entfernt © NASA

Die Besucher schweben durch den schmalen Verbindungstunnel in die Mir. Mit diesem Treffen wird der Grundstein für den Bau der Internationalen Space Station ISS gelegt. Im November 1995 legt die Atlantis ein zweites Mal an die Mir an. In der russischen Station empfängt Astronaut Thomas Reiter die Gäste aus Cape Canaveral (Florida). Mit dem Ex Astronauten und Mitarbeiter bei der European Space Agency (ESA) sprach ich über seine Erfahrungen im Weltraum und über die Atlantis-Mir-Missionen.

Thomas Reiter (Astronaut/ ESA)

Thomas Reiter im Flug-Anzug vor dem Start des Space-Shuttle-/ISS-Langzeitmission „Astrolab“2006 © ESA Foto: S Corvaja

Digital ins antike Rom

ONLINE SCHNITZELJAGD

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Historikerin Sabine Holländer (li) und Archäologin Julia Großekathöfer © LWL-Römermuseum

NEU !!!!!! Im Römermuseum in Haltern am See

WDR 5 Scala Netzkultur am 19. Juni 2020, 14 und 21 Uhr

Link zum Audio meiner Reportage

Außenansicht des LWL-Römermuseums. Foto: LWL-Römermuseum/J. Hähnel

Moderne Schlüssel führen zu antiken Schlössern. Digitale Schnitzel folgen 2000 Jahre alten Spuren. Im Römermuseum in Haltern am See gibt es ein neues Angebot, das noch in der Testphase ist. Denn wo einst Legionäre lagerten, lauert jetzt Corona (und nicht nur da). Die Gäste halten Abstand und sind dennoch ganz nah dran. Für eine Stunde können wir sie buchen: die Historikerin Sabine Holländer und die Archäologin Julia Großekathöfer. Die beiden Fachfrauen gehen an die Orte, an die sie von uns geschickt werden, mit Hilfe der Schatzkarte und den Bildern, die drauf sind. Da ist zum Beispiel eine CD. Die hat was mit dem Kasten zu tun hat, den Sabine Holländer auf dem folgenden Foto in der Hand hält…..

Sabine Holländer (li) und Julia Großekathöfer vor Keramik und Marschzelt

Aber wir sitzen nicht einfach vor dem Laptop und gucken zu, wie die Guides Kilometer schrubben. Wir müssen mitmachen. Das Ganze ist eine Online-Schnitzeljagd mit Schatzkarte, Wörter erraten, Lösungen finden, einen Schatz gewinnen. Piktogramme geben Hinweise.

Spuren der Vergangenheit. Foto: LWL-Römermuseum/J. Hähnel

Ich habs ausprobiert, habe viele Lücken und verdammt viel Spaß. Meine Netzkultur-Reportage bringt mehr davon.

RÖMERMUSEUM IN HALTERN AM SEE

Buchungen der Online-Schnitzeljagd

Fon: 02364 9376-0

Mail: besucherservice-roemermuseum@lwl.org


Römerschiff „Victoria“ im Einsatz bei den Römertagen. Foto: agenda/W. Huppertz

Ikonen

Fenster zum Himmel

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Muttergottes von Smolensk

Russland um 1500/ Eitempera auf Holz/ Rahmen: Silber gepunzt

Geschenk von Dr. Reiner Zerlin, Brühl, 2019
© Ikonen-Museum Recklinghausen, Foto: Jürgen Spiler

Kunsthalle Recklinghausen: Lutz Rickelt (Leiter des Ikonen-Museums) im Gespräch mit Katerina Katsatou (sie wuchs mit dem Kult der Ostkirche auf) © CF

Link zu meinem Ikonen-Audio

Link zu meiner WDR 5 Netzgalerie

Ikonen gelten als Fenster zum Himmel. Bildnisse, die die göttliche Ordnung spiegeln. Ikonen beschreiben Schöpfung, das Leben von Heiligen, Gottes Wort. In der Ostkirche sind sie Kult, in westlichen Museen Kult, für Sammler_innen Objekte der Begierde.

Lutz Rickelt (Byzantinist und seit 2018 Leiter des Ikonen-Museums) © CF

In der Kunsthalle Recklinghausen ist die Sammlung von Reiner Zerlin zu sehen. Der einstige Jugendrichter sammelt Ikonen, seit er 18 ist. Im Alter von 81 Jahren hat er seine kostbare Kollektion dem Ikonen-Museum Recklinghausen geschenkt. In meinem Feature geht es um Ikonen als Kult und Kunst. In meiner Fotogalerie gibt es einen kleinen Eindruck. Ich empfehle: zuhören, anschauen, hinfahren.

Titelikone, Russland, Ende 16. Jahrhundert, Eitempera auf Holz, Geschenk von Reiner Zerlin © Ikonen-Museum Recklinghausen Foto: Jürgen Spiler

„ÜBER DICH FREUET SICH DIE GANZE SCHÖPFUNG“

Schenkung des Ikonensammlers Reiner Zerlin

6. Juni bis 30. August 2020

in der Kunsthalle in Recklinghausen

Ikonen-Museum Recklinghausen

Heiliger Nikolaus, Nowgorod (Russland), um 1500, Eitempera auf Holz, Geschenk von Reiner Zerlin © Ikonen-Museum Recklinghausen Foto: Jürgen Spiler

Petros Markaris

Petros Markaris an seinem Schreibtisch © CF

Schöpfer des Krimihelden Kostas Charitos

WDR 5, 1. Juni 2020, 22.04 Uhr

Link zur Erlebten Geschichte von Petros Markaris

An diesem Ort beginnt jedes neue Werk © CF

Petros Markaris ist der Schöpfer des Polizisten Kostas Charitos, der kauzigen Hauptfigur seiner Athen-Krimis. Keiner kann Griechenlands Hauptstadt Athen besser erklären als der „Zuzügler“ Petros Markaris. Der Bestsellerautor, Kriminalschriftsteller, Essayist und Übersetzer wurde in Istanbul geboren.

Auf dem Balkon der eigenen Wohnung © CF

Seit fast 60 Jahren lebt Petros Markaris in Athen, ein Kosmopolit, ein polyglotter Chronist unserer Zeit. Er übersetzt Gothes Faust und Bert Brechts Theaterstücke. Er schrieb Drehbücher für den Filmemacher Theo Angelopoulos. Er jagt seinen Kommissar Kostas Charitos durch Griechenlands Hauptstadt, auf der Suche nach Leichen und Mördern, in seinen stets politischen Krimis.

Zweites Wohnzimmer im Café der Buchhandlung Poems & Crimes (Monastiraki) © CF

Für „Erlebte Geschichten“ spricht Petros Markaris über sich, seine Arbeit, seine Gedanken.

Petros Markaris und der Verleger Phoibos Gavriilidis © CF

Wir besuchten ihn im Verlag Poems & Crimes in Monastiraki und in der Werkstatt des Meisters in Kypseli.

Für „Erlebte Geschichten“ zu Besuch © CF

Romane von Petros Markaris bei Diogenes Verlag. Zürich

© CF

KdF Seebad Prora

Koffer im Keller

Verborgen & Bewahrt

Titelbild

Südlicher Abschnitt des KdF-Seebades, Richtung Binz, um 1940 (Quelle: Archiv Dokumentationszentrum Prora)

Überseekoffer und Holzkiste mit den Unterlagen des Chefstatikers Adolf Leber (Quelle Dokumentationszentrum Prora)

SWR Matinee 31. Mai 2020 zum Thema Koffer

9 bis 12 Uhr

Link zu meiner Miniatur

Koffer können abgestellt und vergessen werden, oder einfach verdrängt. Denn Koffer schreien nicht HIER, es sei denn, sie explodieren. Aber Koffer der Geschichte explodieren nicht, sie verzehren sich nach innen. Doch das dauert lange, sehr lange. Jahre, Jahrzehnte. Wie im Fall eines Koffers in Köln (s. Bild oben) Absender: Clemens Klotz. Adressat: Adolf Leber. Architekt der Eine. Bauingenieur der Andere. Der eine entwarf das Kraft durch Freude Seebad Rügen, der Andere lieferte die statischen Berechnungen.

Positionsplan der Empfangshalle, gezeichnet und berechnet von Adolf Leber, über 70 Jahre später in einem Koffer entdeckt (Quelle Dauerleihgabe der Familie Becker/ Archiv Dokumentationszentrum Prora

1936 war die Grundsteinlegung. 1937 gewann der Entwurf der „Hotelanlage“ auf der Internationalen Weltausstellung in Paris einen Preis. Eine Urlaubsmaschine, die Platz für 20 000 Tourist_innen gleichzeitig bieten sollte, so war der Plan.

Prestige und Propaganda: KdF-Reiseprospekt (Quelle: Archiv Dokumentationszentrum Prora)

Selbst zu Kriegszeiten, mitten im Baustopp wurden die Entwürfe optimiert.

Handarbeit: Liegehalle, berechnet von Adolf Leber (Quelle: Dauerleihgabe der Familie Becker/ Archiv Dokumentationszentrum Prora)

Das zeigt ein neuer Fund. Jahrzehnte stand der Überseekoffer des Chefstatikers von Prora in einem Keller in Köln.

Ingrid und Jürgen Becker begleiten den Überseekoffer auf seiner letzten Passage nach Prora © CF

Die Enkelin und ihre Familie deckeln das schwere Erbe nicht länger, sondern übergeben es dem Dokumentationszentrum Prora.

Katja Lucke (Leiterin des Dokumentationszentrums Prora) © Archiv/ privat

Dokumentationszentrum Prora

Dritte Straße 4, 18609 Binz

Dauerleihgabe Becker/ Quelle: Dokumentationszentrum Prora

Klar bei Krise

Schnell Handeln ohne viel Wissen

Die Zeit treibt Blüten © CF

Scala Schwerpunkt bei WDR 5 „Der Nachmittag“

19. Mai 2002, 14 Uhr

Link zu meinem Feature

Amphitheater in Epidauros – Sommer 2015: Die Komödie „Die Acharner“ von Aristophanes spielt zur Zeit der Attischen Seuche, 5. Jhd. vor Christus © CF

Corona kam, sah und siegt……

Die Datenlage war dünn und sie ist auch jetzt nicht gerade üppig. Expert_innen werten Forschungen mitten im Prozess aus, ändern ihre Meinungen, kommen zu Urteilen, die durchaus konträr sind. Und die Regierung trifft Entscheidungen, die oft genug als grenzwertig empfunden werden. Denn es sind Entscheidungen, die nicht gerade populär sind. Wer fährt schon gern sehenden Auges die Wirtschaft an die Wand, sperrt die Demokratie in die eigenen vier Wände, hebelt Grundrechte aus. Acht Wochen sind seit dem Shutdown vergangen. Was ist geschehen, was geschieht und wie soll es weitergehen?

Nach dem Shutdown: Abstand halten © CF

Das ist nicht nur ein Fall für Wissenschaft und Politik, sondern für die Philosophie. Nikil Mukerji und Adriano Mannino gehen der Krise auf den Grund.

In ihrem Essay Covid-19: Was in der Krise zählt resümieren die beiden Philosophen über den bisherigen Verlauf und spannen den Bogen zu Klimawandel, Tierethik, Künstlicher Intelligenz. In meinem Feature kommen die beiden Philosphen zu Wort.

Nikil Mukerji © Jan Greune

Philosoph und Ökonom/ Geschäftsführer des Studiengangs »Philosophie Politik Wirtschaft« an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Adriano Mannino © Privat

Philosoph und Sozialunternehmer/ Leiter des Solon Center for Policy Innovation der Parmenides Stiftung in München-Pullach. 

„Die Aacharner“ im Amphitheater Epidauros: Eine bitterböse Komödie über Schlacht und Seuche © CF

Victor Klemperer

Kater Muschel muss abgegeben werden

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Szene aus Tierethik (Comic): Zeichnung: Oliver Hahn/ Text: Julia Kockel

Paderborn 2017

SWR 2 Zeitwort am 15. Mai 2020

Link zu meinem ZeitWort am 15.5.

Am 15. Mai 1942 notiert der Literaturwissenschaftler Victor Klemperer in sein Tagebuch eine erschütternde Nachricht. Es geht um seinen Kater, den er seit 11 Jahren besitzt. Victor Klemperer (Autor von LTI) lebt unter einer Regierung, die eines der besten Tierschutzgesetze weltweit auf den Weg gebracht hat.

Antoine F. Geotschel (Rechtsanwalt, Buchautor) © CF

Das Reichstierschutz-Gesetz traf den Nerv der Zeit; doch wessen Geistes Kind es war, davon zeugen Victor Klemperers Tagebucheintragungen.

Gründer des Global Animal Law (GAL) – Projekts (Verein für Tiere im Recht) © CF

Trampen mit Jack Kerouac

On the Road

WDR 3 MOSAIK, 13. Mai 2020, 8 Uhr

Link zu meiner Miniatur

On the Road zählt zu den 100 besten Romanen des 20. Jahrhunderts. Im Stil der spontanen Prosa trifft Jack Kerouac den Nerv der Jugend nach dem zweiten Weltkrieg. Ein autobiographischer Text, der an die Ränder der USA führt, geographisch und gesellschaftlich. Ich stelle mich an den Straßenrand. Eine Reiseminiatur.

On the road. Die Urfassung/ The original scroll (2007). Ü: Ulrich Blumenbach. Rowohlt Verlag. Reinbek bei Hamburg. 6/ 2018

„Quer durch Athen“

Petros Markaris (Schriftsteller, Essayist, Übersetzer) © CF

Mit Petros Markaris durch die Hauptstadt Griechenlands

Montag, 11. Mai 2020

Mosaik WDR 3, 8 Uhr

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Stadtbahnhof in Piräus (1928), der Beginn der längsten U-Bahnstrecke Athens © CF

Petros Markaris ist der Schöpfer des Polizisten Kostas Charitos, der kauzigen Hauptfigur seiner Athen-Krimis. Weniger bekannt sind Petros Markaris‘ scharfsinnige Essays über Griechenlands Hauptstadt.

Musiker in einem Café in Piräus © CF

Der in Konstantinopel geborene Autor Petros Markaris setzt sich in Athens älteste U-Bahn und erkundet die Seele der Stadt entlang des Schienenstrangs.

Poems ’n‘ Crimes: Verlagshaus Gavriilidis in Monastiraki

LITERATUR

Markaris, Petros: Quer durch Athen. Eine Reise von Piräus nach Kifissia (Reiseliteratur. Ü: Michaela Prinzinger). Diogenes Verlag. Zürich 2013

Petros Markaris‘ Krimis, Übersetzungen (Goethe, Brecht….) und sein Band „Quer durch Athen“ entsteht in der Druckerei des Verlags © CF

Tele-Face

Kultur der Videotelefonie

WDR 5, Der Nachmittag, formerly known as Scala

11. Mai, 14 Uhr

Link zum Audio

Buchautor Tobias Held forscht zur Videotelefonie (Foto: Malin Wiewel)

Telekommunikation ist heute mehr als IN. Sie ist weltumspannend und körperlos. Sie schert sich nicht um Raum und Zeit, sorgt für social distancing und simuliert Verbundenheit. Skype & Co lösen also einen alten Menschheitstraum ein, über Entfernungen miteinander im Gespräch zu sein, per Bild und Ton. Und doch bleibt der Videotelefonie der ganz große Durchbruch verwehrt. Warum eigentlich? Scala skypt mit dem Medienforscher Tobias Held.