Atta-Höhle

Tropfsteine und Käseräder (siehe Titelbild)

SWR 2 Matinee am 4. Juli 2021

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Restaurant an der Höhle: Blick zum Stützenberg © CF

Kalk und Käse brauchen Zeit. Zwischen drei Monaten und ein paar Millionen Jahren. Je nach Reifegrad. In der Atta-Höhle ist Beides zu haben, Kalkformationen und Käsesorten.

In der Tropfsteinhöhle © CF

Das Grottensystem in Südwestfalen ist knappe 7000 Quadratmeter groß. Rund 800 Meter sind für Gäste begehbar.

An der Stelle der Sprengung: Blick aus der Höhle © CF

Im Juli 1907 entdeckten Bergarbeiter die Tropfsteinhöhle. Bei Sprengungen entstand das Tor in eine Welt, die aus der Erdaltzeit stammt, vor rund 400 Millionen Jahren.

Den Tropfen entwachsen: 10 Jahre für einen Millimeter © CF

Seither formen kalksatte Wassertropfen Gebilde, die von der Decke hängen, Stalaktiten, aus dem Boden wachsen, Stalagmiten, die Oben mit Unten verbinden, Stalagnaten.

Hauchdünne Sinterfahnen an steilen Felswänden © CF

Nach dem Fund wurde der Steinbruch stillgelegt. Heute ist die Höhle ein Naturdenkmal und in Privatbesitz. Jährlich besuchen um die 150 000 Tourist_innen die Attraktion im Stützenberg der Hansestadt Attendorn. Höhlenführer Siegbert Picker zieht durch die Gänge und erzählt Geschichte und Geschichten.

Vor dem Höhleneingang: Siegbert Picker © CF

In einer einsamen Nebengrotte ruhen hunderte Käselaibe, die am Fuße des Berges entstehen. Mit Fingerspitzengefühl, Leidenschaft und Wissen stellen sie die Spezialität her: der Käsemeister Josef Siepe und seine Kollegin Alexandra Kessler.

Ich besuchte erst die Käserei und dann die Höhle.

Käserei © CF

Atta Höhle Attendorn

Finnentroper Str. 39

57439 Attendorn

Stützenberg: Bis zu 100 Meter Fels und Mischwald lasten auf der Höhle © CF

Der Rhein

Eine Flussvita von Hans Jürgen Balmes

WDR 3 GUTENBERGS WELT

29.6.2021, 15.05 Uhr

Die Miniatur ist in der Sendung bereits zu hörfen, ab Minute 19.45,

anmoderiert von Manuela Reichart

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Dank der Skizze von Hans Jürgen Balmes haben wir uns gefunden © CF

Wir treffen uns in Koblenz, am Deutschen Eck, an der Stelle, wo die Mosel in den Rhein mündet. Hans Jürgen Balmes stammt von hier. Auf dem Rhein lernte er vom Vater Faltboot fahren. Das kam ihm jetzt zugute, als er sich entschied, ein Buch über den Fluss zu schreiben. Über Jahre hinweg bereiste er im Urlaub den Rhein, oft in Begleitung seiner Frau. Jetzt liegt das fertige Werk vor. Der Rhein. Biographie eines Flusses ist der Titel. Eine Erzählung, die die heutigen Menschen am Fluss ebenso in den Blick nimmt wie die Landschaft vor 50 Millionen Jahren. Der Text ist wie ein Floß, auf dem wir uns treiben lassen, hängen bleiben, mitgerissen werden, kentern, auftauchen, weitertreiben.

Hans Jürgen Balmes (Lektor, Übersetzer, Autor) © CF

LITERATUR

Balmes, Hans Jürgen: Der Rhein. Biographie eines Flusses. S. Fischer Verlag. Frankfurt am Main 2021

Am Rhein © CF

DIGITALTAG 2021

Demokratie unter Strom

WDR 5, 18.6.2021, 14 und 21 Uhr

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Startpunkt der Digitalen Schnitzeljagd Around the Globe aus dem Hause ESRI © Screenshot/ ESRI

Digitale Technologien prägen unsere Lebenswelten, drohen aber auch Luxusgut zu werden. Die Initiative Digital für alle will Teilhabe und Transparenz. Ihrer Studie zufolge liegt die Schulnote für Digitalkompetenzen bei 3,1, also befriedigend.

Schlaue Hirnwindungen über der Saarschleife: ein interaktiver Wanderpfad vom Projekt Schlaue Dörfer © Screenshot/ Schlaue Dörfer

Auf dem bundesweiten Digitaltag präsentieren Vereine, Firmen, Städte neue Technologien: lustvoll, spielerisch, informativ. Zum zweiten Mal veranstaltet die Initiative den Veranstaltungsmarathon mit mehr als 2000 Programmpunkten, online, vor Ort, hybrid.

Rätsel lösen, nach New York reisen © Screenshot/ ESRI

Und alle sollen profitieren. Dass das nicht selbstverständlich ist, zeigt die Studie. In meiner Netzkultur kommt die Geschäftsführerin Anna-Lena Hosenfeld zu Wort.

Anna-Lena Hosenfeld (Geschäftsführerin der Initiative Digital für alle) © Martin Klemmer

Bundesweiter Digitaltag 2021

Mitwirk-o-mat (Lebendiges Lüneburg)

Ausgezeichent mit dem dem Preis für digitales Miteinander

© ESRI

ESRI Deutschland – Digitale Schnitzeljagd Around the globe

Zwei Macher der Denkspur und der Plattform schlauedoerfer.de: (li) Ingo Besserdich-Noß (Psychologe/ htw Saar) & Kevin Klaus Kohler (Medieninformatiker)

Interaktiver Wanderpfad Denkspur

Mär vom bösen Wolf

TITELBILD

Der Wolf mit dem Lamme, vom Hirten verfolgt (1803) © Wallraf Richartz-Museum/ Graphikkabinett/ Stich: Adam Bartsch (nach Jean le Ducq), Wiener Kupferstecher

Wölfe reißen Unschuldslämmer und tragen die Leichen auf dem Rücken davon. Auf dem Rücken: das glaubte man so im 18. Jahrhundert. In der Zeit entstand die Radierung des Wiener Künstlers Adam Bartsch.Speer in der Hand verfolgt ein Schäfer den tierischen Killer mit seinem toten Opfer auf dem grauen Pelz. Eine Ikonographie, die durchaus aktuell ist.

Wülflingen im Stadtkreis von Winterthur (Schweiz)

In der Heraldik sind die Tiere recht beliebt, ausgerechnet in Gegenden, in denen sie gejagt werden. Als Wappentier steht der Wolf für Stärke.

WDR 5 Scala, 9. Juni 2021, 14 und 21 Uhr

Podcast zum Feature (bis 9.6.2022)

Seit jeher streift der Wolf durch Mythen, Sagen, Legenden. Er inspiriert sämtliche Kunstgenres. Aus dunklen Wäldern zieht er in die Lichtung. Das begann vor rund 10 000 Jahren, als Menschen der Natur Tiere entnahmen und sie domestizierten. Im 15. Jahrhundert wird der Holzschnitt, kurze Zeit darauf der Kupferstich, erfunden. Beliebtes Motiv: der Wolf.

Romulus und Remus und die säugende Wölfin (1587) © Wallraf-Richartz Museum Köln/ Holzschnitt auf Vergé von Jost Amman (Schweizer Kupferätzer, Buchautor, Zeichner)

Die Kapitolinische Wölfin ist Roms Symboltier. An den Zitzen saugen Romus und Remulus, die Gründer der Stadt Rom.

Das belgische Paar Auriea Harvey (Oría Harwie) und Michaël Samyn (Michael Samíhn) inszenieren Rotkäppchen als ein Horrorspiel, wie sie es sagen, genau wie in der literarischen Vorlage selbst.

Ginger im Wald/ The Path (2009) © Tale of Tales

Ozean ist sauer

Wenn die Weltmeere kochen und kippen

Titelbild © CF

Der 8. Juni ist der UNO Welttag der Ozeane

Mein Zwischenruf auf WDR 3 Resonanzen am 8. Juni 2021

Link zum Podcast (bis 6/2022)

Kunststoff-Nanopartikel am Strand und im Wasser © CF

KULTURBRACHEN

Wie sich Kunsträume ändern

TITELBILD

Frauentanzschule Köln: Vorhang auf für die Öffnung nach dem Lockdown © CF

WDR 3, Mosaik, 2. Juni 2021, 8 Uhr

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Am Tisch: Claudia Reger, Inhaberin der Frauentanzschule Köln © CF

Im Winter 2020 mussten Kulturorte dicht machen. Vielleicht entpuppt sich die Abriegelung als eine der größten Fehlentscheidungen der Politik. Doch im Nachhinein lässt sich das Ruder nicht mehr rumreißen. Was macht der Lockdown mit diesen Orten? Wie geht es denen, die diese Räume bespielen, natürlich nur vor und mit Publikum? Und was macht das mit uns, die diese Orte nicht besuchen können? Wollen wir überhaupt noch hin? Wir müssen!

In der Loge: Großer Saal der Lichtburg in Essen

Ich spreche mit Marianne Menze, der Geschäftsführerin der Essener Filmkunsttheater, und ich besuche Claudia Reger in der Frauentanzschule in Köln.

Claudia Reger und Else (re), die Desinfektionsmittelspenderin © CF

Die Tanzschule ist gleichzeitig das Vereinshaus der Swinging Sisters. Vor Corona organisierten die Mitglieder Tanztreffs, Turniere, den Auftritt der Formation beim Christopher Street Day in Köln. Jetzt ist der Verein pleite. Ein Schicksal, das die Swinging Sisters mit vielen Vereinen teilen. Die Folgen wären fatal. Ein Auftritt beim CSD in Köln könnte sich die Tanztruppe der Swinging Sisters nicht mehr leisten. Die Startgebühren für den Verein haben bereits einen hohen Preis, für die Frauentanzschule aber wäre mehreren Tausend Euro nicht zu schultern.

Auf frisch gepolsterten Sesseln: Marianne Menze, Kinobetreiberin und Cineastin © CF

Auch die Kinobetreiberin Marianne Menze kämpft für und um einen Ort, ohne den die Gesellschaft umso vieles ärmer wäre. Wir müssen nur die Angst überwinden. Im Ballroom wie im Kinosaal ist die Ansteckungsgefahr so niedrig wie selbst in unseren Wohnzimmern nicht, geschweige denn in Verkehrsmitteln oder am Arbeitsplatz.

Hinter Plexiglas: Trennwände und Profi-Luftreiniger sorgen für sicheren Kulturgenuss © CF

Kultur unter Verschluss hinterlässt andere Wunden, die nicht so schnell vernarben, vielleicht nie.

In der Lichtburg: Der größte Kinosaal der Bundesrepublik © CF

Lichtburg Essen

Kettwiger Str. 36, 45127 Essen

Frauentanzschule Swinging Sisters Köln

Venloer Straße 725, 50827 Köln

In Pose: Claudia Reger weiß, gekonnt aus der Rolle zu fallen, beim Equality Dancing © CF

Amors Pfeile

SWR 2 MATINEE am 30. Mai 2021 zum Thema Pfeile

TITELBILD

Ernst Friedrich Rietschel: Amor auf dem wilden Panther reitend (1850) © Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Neue Pinakothek München

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Eros, Lügner und Ränkeschmied,

tückischer Junge…

listiger Freund, ich kehr dir den Rücken…

Sappho (Nachdichtung: Michael Schroeder)

Amor und Psyche © Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Staatsgalerie in der Residenz Würzburg

Eros oder Amor, wie er im alten Rom heißt, ist der Gott, der der Liebe eine menschliche Gestalt verleiht. Einer der ältesten Götter der griechischen Mythologie, eine Urgewalt, elternlos und ewig jung. Er ist „der schönste der unsterblichen Götter, der gliederlösende, der allen Göttern und Menschen den Sinn in der Brust überwältigt und ihr besonnenes Denken.“ So beschreibt ihn der Dichter Hesiod in seiner Theogonie. Er trägt Fackeln und seit dem 5. Jahrhundert vor Christus sendet er Pfeile aus, andere Pfeile als die von Apollon, Herakles oder Prinz Paris.

Aphrodite von Knidos, zu sehen in der Glyptothek in München: Um 300 vor Christus schuf der griechische Bildhauer Praxiteles mit der Göttin im Bade die erste uns bekannte Großplastik einer nackten Frau. © CF

Im vierten vorchristlichen Jahrhundert wird aus dem Jüngling ein Knabe, aus dem Gott der Sohn der Göttin Aphrodite bzw. Venus, wie sie später im antiken Römischen Reich genannt wird. Amors Pfeile führen ins Glück oder in Katastrophen, wie im Falle der tragischen Königstochter Medea aus Kolchis. Ihre Ehe mit Iason nimmt ein böses Ende. Eros‘ Pfeile stürzen auch Göttervater Zeus in Liebeswirren und sind treffsicher im Falle der Vermählung des Meeresgottes Poseidon mit Amphitrite, einer Okeanide.

Römischer Sarkophag (2. Jahrhundert nach Christus/ Glyptothek München): Die Verstorbene in der Muschel ist umgeben von Meereswesen und von Eroten, geflügelten Wesen der Liebe. © CF

In seinem Kunstmärchen von Amor und Psyche beschreibt der römische Dichter Lucius Apuleius, wie venus ihren Siohn bittet, Psyche aus dem Weg zu schaffen; die irdische Königstochter sei zu schön und damit zu gefährlich für die Göttin der Schönheit.

Aphrodite von Knidos in der Glyptothek in München © CF

Amor soll seine Waffe gebrauchen und einen hässlichen Mann erschießen. Doch dann kommt alles ganz anders. „Ich, der hochberühmte Bogenschütze, habe mich selbst mit meinem eigenen Geschoss durchbohrt, und dich zu meiner Gattin gemacht.“

Wilhelm von Kaulbach: Das Märchen von Amor und Psyche: Amor und Psyche vereint, (1830/31) © Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Neue Pinakothek München

In den Darstellungen des Barock gehören geflügelte Kindergestalten zur Kunststaffage in Form von Putten (s. Petzer Paul Rubens Gemälde Amor schnitzt den Bogen). Vermutlich verkörpern sie die verschiedenen Aspekte der Liebe: Sehnsucht und Verlangen, sind also die Brüder von Eros/ Amor.

Astrid Fendt in der Glyptothek (Oberkonservatorin, Kuratorin) © CF

In der Glyptothek in München treffe ich die Klassische Archäologin und Kuratorin Astrid Fendt.

Die bayerischen Staatsgemäldesammlungen wiederum zeigen Amor als einen engelgleichen Jungen, der aber nichts von seiner ursprünglichen Macht eingebüßt.

Peter Paul Rubens: Amor schnitzt den Bogen (1614) © Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Alte Pinakothek München

ADRESSEN

Glyptothek und Staatliche Antikensammlungen München

Königsplatz

80333 München

Bayerischen Staatsgemäldesammlungen

Alte und neue Pinakothek München

Staatsgalerie in der Residenz Würzburg

LITERATUR

Ars amatoria. Ü: Niklas Holzberg. Walter de Gruyter Verlag. Berlin 2011

Knauss, Florian: Die Kunst der Antike. Meisterwerke der Münchner Antikensammlungen Verlag C.H. Beck. München 2017
Wünsche, Raimund: Glyptothek München. Meisterwerke griechischer und römischer Skulptur. Verlag C.H. Beck. München 2016

Villa Hügel

Im Keller

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Weidendes Pferd von Albert Hinrich Hußmann (Bronze 1914) an der früheren Hauptzufahrt zur Villa Hügel © CF

26. Mai 2021, WDR 5, Scala, 14 und 21 Uhr

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Die Villa Hügel liegt an einem Hang hoch über den Baldeneysee im Süden von Essen, umgeben von einem gepflegten Park im Stil eines englischen Landschaftsgartens. Der einstige Wohnsitz der Industriellen-Dynastie Krupp ist ein Exempel für die jüngere Geschichte Deutschlands. Die Mächtigsten der Welt waren hier zu Gast, Handelspartner aus China, Russland, Japan, das Kaiserpaar, der Reichskanzler Adolf Hitler.

Bauherr Alfred Krupp (1812-1887) mit Blick auf die Villa Hügel. Das Große Haus (Hauptgebäude/ re.) ist durch einen Verbindungstrakt mit dem Kleinen Haus (ehemals Gästehaus, Witwensitz) verbunden © CF

Bauherr des klassizistischen Ensembles ist Alfred Krupp. Alfred Krupp erfand den nahtlosen Eisenbahnradreifen und machte aus der Gusseisenfabrik seines Vaters einen international agierenden Stahlkonzern. Ende der 1860er Jahre ließ er das monumentale Einfamilienhaus bauen. Keine brennbaren Materialien und bloß keine Gemütlichkeit. Funktion statt Dekor. Ganz im Sinne des Star-Architekten Le Corbusier, der Häuser als Maschinen zum Wohnen beschrieb, allerdings erst in den 1920er Jahren.

Prof. Ralf Stremmel (Leiter des Historischen Archivs Krupp) betrachtet ein Panoramabild der Krupp-Werke aus den 1860er Jahren. Die damals hoch innovativen Werksfotografien sind frühe Werbeaufnahmen, die auf Weltausstellungen gezeigt werden, in Paris, in London. © CF

Die nachfolgenden Generationen bauten um, brachten Holz und Stoffe ins Haus. Seit 1961 befindet sich in einem Teil des Komplexes, im sogenannten Kleinen Haus, das Historische Archiv Krupp, das älteste Wirtschaftsarchiv Deutschlands.

Flur im Keller der Villa Hügel © CF

Das Haus zählt 269 Räume; um die 100 Räume und Kammern liegen im Keller der Villa Hügel. Hier gingen bis zu 650 Bedienstete ein und aus, Zimmerer, Maler, Tischler, Näherinnen, Köchinnen, der Hausmeister. Es gab spezielle Lagerräume für Bier, Weißwein, Rotwein, Gemüse, Fisch. Es gab Kühlräume und Leinenkammern; und es gab die Küche. In der Küche entstanden Essen für den Kaiser, Geschäftspartner, Hochzeitmenüs, Kalbsrücken mit Edelpilzen, gefüllte Wachteln, Rebmedaillons, die dann per Speisenaufzug in die oberen Etagen geschickt wurden.

Auf dem Elektroherd: Töpfe und Suppenkelle aus Nirosta – nie rostendem Stahl, einem Patent der Firma Krupp. © CF

In einem fensterlosen Raum lagern Perlen der fotografischen Sammlung, die rund 2,5 Millionen Objekte umfasst.

Alfred Krupp ließ sich in Düsseldorf von einem Daguerreotypisten portraitieren, zehn Jahre, nachdem Louis-Jacques-Mandé Daguerre seine Kastenkamera im Jahre 1839 vorgestellt hatte. © CF

Der Historiker Ralf Stremmel stieg mit mir über die Dienstbotentreppe in die verborgene Architektur der Villa Krupp.

Villa Hügel

Hügel 1, 45133 Essen

Die Küche mit Blick auf die Uhr. Ralf Stremmel: „Es gab hier immer einen sehr eng getakteten Zeit- und Organisationsplan, Uhren sind im Haus unglaublich wichtig.“ © CF

Robotik

Wie Systeme schwingen & Maschinen lernen

WDR 5 Neugier Genügt am 21. 5. 2021, 10 Uhr

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Digitale Technologien ändern die Gesellschaft. Und die Gesellschaft hat es in der Hand, welchen Einfluss Technologien nehmen. Denn niemand anderes als wir selbst kreieren die smarte Welt der Maschinen.

Diana Kleingarn und Aaron Larisch (Institut für Roboterforschung) mit Daredevil (Mitte) © CF
Ingmar Schwarz (Institut für Roboterforschung) © CF

Am Institut für Roboterforschung in Dortmund programmiert ein Wissenschaftsteam Humanoiden, die Fußball spielen. Die Mannschaft der Nao Devils Dortmund ist in ihrer Liga recht erfolgreich und gewann bereits verschiedene Pokale. Einer der Spieler ist Stürmer Daredevil.

Daredevil im Trikot seiner Mannschaft © CF

Ich hatte das Vergnügen, gegen ihn anzutreten. Unbeirrt trippelt Daredevil übers 9x& Meter große Spielfeld. Beobachtet, läuft, kickt. Und schon ist der Ball im Tor.

Christian Faubel entwickelt ein künstliches, neuronales Netzwerk © CF

An der TH in Köln Mülheim besuchte ich Christian Faubel, Professor für Smart Connected products im Studiengang Code and Context. Er geht einen ganz anderen Weg, Maschinen in die Selbstständigkeit zu führen.

Christian Faubel (Professor an der TH Köln) © CF

Christian Faubels Modelle sind Metaphern auf die neuronalen Netzwerke in menschlichen Hirnen. Einer seiner Versuchsaufbauten beschreibt verschaltet künstliche Neuronen, die in Beziehung treten und oszillieren. Die Schwingungen greifen drei zarte Metallzylinder ab, die im Polyrhyhtmus gegen Glocken schlagen.

Isabella Hermann © Privat

Mit der Politikwissenschaftlerin Isabella Hermann sprach ich über den Mythos Künstliche Intelligenz und über den merkwürdigen Drang, Maschinen zu vermenschlichen.

Oliver Reindl und ich stehen im Fadenkreuz der Drohne. Und wer hält die Copyrights? © Drohne
© CF

Außerdem begegne ich einer Drohne auf Augenhöhe, dank des IT-Experten und Drohnenpiloten Oliver Reindl und ich frage Alexa aus.

Im Zwiegespräch: Alexa (Li) und Oliver Reindl © CF
NAO DEVILS TU DORTMUND © CF
Christian Faubel (Technology Arts Sciences – Technische Hochschule Köln) © CF
Die Motoren schlagen gegen Messing-Glocken namens RIN © CF

RIN – Bells

RIN bedeutet auf Japanisch soviel wie Kalt, Frostig. RIN heißen die Glocken wegen ihres klaren, hellen Klangs. Die Instrumente entstehen in der Otsuka Factory, einer kleinen Manufaktur in Mito (Japan), rund 140 Kilometer nordöstlich von Tokio © CF

Ganz wichtige Adresse in Sachen Robotik

NRW-Forum Düsseldorf

© CF

Sub Rosa

Die Blüte des Schweigens

TITELBILD

Sub Rosa (Ausschnitt) auf Burg Eltz © Foto: W. Schäfer Münstermaifeld

SWR 2 Matinee zum Thema Schweigen

Sonntag, 16. Mai 2021, nach 10 Uhr

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Burg Eltz: Schweigerose über der Ausgangstür im Rittersaal © Burg Eltz/ Foto: W. Schäfer Münstermaifeld

Rosen sind schön, sind Zierde, sind formvollendet. Rosen verströmen Duft und zeigen sich in vielen Farben. Rosen werden besungen, verschenkt, gemalt. Rosen sind Symbole. Keiner anderen Pflanze wird so viele Bedeutungen zugeschrieben wie der Rose. Sie steht für Werden und Vergehen, für Liebe und Leid, fürs Schweigen. Geschnitzte oder gemalte Rosen im Beichtstuhl, an den Decken von Ratssälen und Weinstuben sind Sub Rosa, das heißt, nichts von dem Gesagten geht aus diesem Raum.

Dr. Jutta Pauli (Direktorin des Rosenmuseums)

Über die Schweigerose spreche ich mit Jutta Pauli. Jutta Pauli ist die Direktorin des Rosenmuseums in Bad Nauheim-Steinfurth. Es ist das einzige Museum in Europa, das sich mit der Kultur- und Kunstgeschichte der, wie sie die altgriechische Dichterin Saphho nennt, Königin der Blumen befasst. Auf Burg Eltz ist ein Prachtexemplar zu sehen, im Rittersaal über der Ausgangstür. Auch im Schlafgemach der Burg, im Baldachin des Bettes gemahnt eine Rose: Das hier Geschehene und Gesagte ist SUB ROSA… Allerdungs sind derartige Symbole heutzutage fast vergessen, oder besser, äußerst verschwiegen.

Rosenmuseum Steinfurth

Alte Schulstraße 1/ 61231 Bad Nauheim

Burg Eltz © Burg Eltz. 56294 Wierschem
Stefan Lochner: Muttergottes in der Rosenlaube, Eichenholz, entstanden um 1440-42 © Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud/ Obenmarspforten (am Kölner Rathaus), 50667 Köln