Paranormale Ermittlungen in Abtei

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Lost Place: Abtei Marienberg in Boppard © CF

Kloster Marienberg in Boppard

SWR 2 Matinee am 19. November 2017

9 Uhr bis 12 Uhr – Thema „Geister“

Mein Stück ist der Eröffnungsbeitrag

Die Geister der Abtei

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Bizarrer Sound: Alex Hardt bei der Arbeit © CF

Die Abtei in Boppard hat eine lange Geschichte. Als ein Benediktinerinnenkloster wurde sie um 1200 gegründet. Bis zur Säkularisierung im 18. Jahrhundert lebten Nonnen am Berg im mittelalterlichen Boppard.

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Äbtissin Adelheid © CF

Nach ihrer Vertreibung war der barocke Bau Soldatenquartier, Lazarett, Finanzschule, Kurort, Mädcheninternat.

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Kein Licht: Seit Jahrzehnten steht der Gebäudekomplex leer © CF

Seit Mitte der 1980er Jahre steht der Komplex leer und verfällt. Aber ist das Haus wirklich so leer?

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Im Keller: AnDaPaVa_Ein Teil des Teams für paranormale Ermittlungen © CF

AnDaPaVa nahm den Ort genauer unter die Lupe und machte interessante Entdeckungen.

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Mel-Meter: Andreas Schipper, Gründer von AnDaPaVa, mit einem Standardinstrument für paranormale Ermittlungen © CF

Hinter AnDaPaVa steht ein zwölfköpfiges Team, das paranormale Ermittlungen durchführt. „Sage ich Ghosthunter, wissen sofort alle, was ich meine“, sagt AnDaPaVa-Gründer Andreas Schipper. „Doch der Begriff greift viel zu kurz. Wenn wir nach etwas jagen, dann höchstens nach Beweisen.“

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9,8 Grad Celsius: Andreas Schipper misst per Mel-Meter Störungen im elektromagnetischen Feld und die Temperatur. © CF
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Gegen Mitternacht: Mona Brand © CF

Zwei Stunden vor dem Treffen mit AnDaPaVa: Mein Begleiter Alexander Hardt, ein Soundartist, und ich begaben uns in den drei Stockwerke hohen Bau.

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Vom Keller: Treppe zum Erdgeschoss © CF
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Zimmerfluchten mit Stuckdecken © CF

Wir zwängten uns durch dunkle Gänge, hörten merkwürdige Klopfzeichen in einem Schrank. Dielen knarzten. Regen tropfte durch ein Dach. Grusel überkam uns und kroch bis in die letzte Faser unseres Seins.

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Volles Rohr © CF
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Dieter Goebel (AnDaPaVa) ƒ CF

Endlich kam AnDaPaVa. Drei Männer, drei Frauen errichteten ein Basislager im Erdgeschoss, aktivierten Infrarotlichter, Fullspektrum-Kameras, eine App für paranormale Ermittlungen, Messgeräte namens Rem Pod und Mel-Meter. Die Instrumente sollen helfen, die Kommunikation mit Wesenheiten aufzunehmen, sofern sie in den Gemäuern weilen.

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Im Bild: Uwe Seidel (AnDaPaVa) filmt mit der Fullspektrumkamera. © CF

Auch das 21. Jahrhundert vertreibt sie nicht, die Gespenster, Seelen, Geister, Erscheinungen, Wesenheiten, Entitäten. Sie sind Gestalten ohne Gestalt, sind nicht von dieser Welt, aber auch von keiner anderen. Sie sind Grenzgänger, Außenseiter, Rebellen, die in die aufgeklärte Gesellschaft einbrechen und die sauberen Trennungen zerstören wie Leben versus Tod, Volkskult versus Naturwissenschaft, Magie versus Beweis.

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Zweiter Stock: Alex Hardt © CF

Links

Paranormale Ermittler_innen

Alex Hardt (Soundartist)

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2 Uhr morgens © CF

 

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Anna Maria van Schurman

Frommes Genie

1607: Geburtstag der Universalgelehrten Anna Maria van Schurman

5. November 2017

ZeitZeichen

WDR 5 und WDR 3

9.45 Uhr und 17.45 Uhr

Der Link zur Sendung

Portrait über Anna Maria van Schurman

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Im Martena-Haus in Franeker: Manon Borst (Kunsthistorikerin, Museumsdirektorin) mit Selbstbildnis von Anna Maria van Schurman (das erste Pastellgemälde in den Niederlanden) © CF

Sie war ein Multitalent in der Zeit des Barock. Anna Maria van Schurmann beherrschte zwölf Sprachen, studierte Naturwissenschaften, betrieb Musik und Malerei (s. Titelbild, ein Selbstbildnis mit Utrechter Glockenturm). Sie korrespondierte mit Gelehrten wie René Descartes, diskutierte über die Frage, ob einer christlichen Frau wissenschaftliches Studium anstehe.

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Im Dom St. Martin in Utrecht: Pieta van Beek (Literaturwissenschaftlerin, Anna Maria van Schurman-Forscherin) rollt eine rund sechs Meter lange Buchrolle aus, die Leben und Werk der Gelehrten dokumentiert © CF

Anna Marias Mutter war Deutsche, der Vater Niederländer. Sie waren adlig, protestantisch, Glaubensflüchtlinge. Jahrzehnte nach der Kirchenspaltung versank Europa in blutigen Religionskriegen, die beide Familien zur Flucht nach Köln zwangen.

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Pieta van Beek liest aus dem Gedicht über den Unterschied zwischen Utrecht und Köln von Anna Maria van Schurman © CF

Um 1600 war Köln ein liberalerer Ort als Antwerpen oder Neuss, die Heimatstädte der Eltern. Doch zunehmend waren Reformierte auch in Köln Repressalien ausgesetzt, wurden Zielscheibe von Verfolgungswellen und gründeten geheime, calvinistische Gemeinden. In solch einer Gemeinde lernten sich vermutlich Eva von Harff und Frederic van Schurman kennen. Sie heirateten, bekamen zwei Söhne, bevor am 5. November 1607 das dritte Kind geboren wurde: Anna Maria van Schurman. Sie war drei Jahre alt, als die protestantische Familie das katholische Köln verließ und ins liberale Utrecht migrierte, einer Hochburg des Calvinismus..

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In einem römischen Kellergewölbe: Der Ursprung Utrechts liegt in einer Römersiedlung am ehemaligen Flusslauf des Rheins. © CF
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Martena-Haus im friesischen Franeker: Anna Maria van Schurman war ein Teenager, als die Eltern nach Franeker zogen, in der die zweitälteste Universität der Niederlande stand. Das mittelalterliche Schloss im friesischen Stil beherbergt eine einzigartige Anna Maria van Schurman-Sammlung: Gemälde, Schriften, Objekte aus dem Privatbesitz der Gelehrten. © CF

In Franeker lebte die Familie kaum ein jähr, als der Vater plötzlich starb. Einige Jahre später kehrte die Tochter nach Utrecht zurück.

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Wohnhaus achter den Dom, hinter dem Dom: Eine Gedenktafel in der Fassade erinnert an die einstige Bewohnerin Anna Maria van Schurman. Hier besuchte sie Christina von Schweden in Männerkleidern. © CF

Mit knapp 30 Jahren genoss die Privatgelehrte Anna Maria van Schurman internationale Anerkennung. Anlässlich der feierlichen Eröffnung der Universität schrieb Anna Maria van Schurman ein viel beachtetes Poem auf Latein, in dem sie in einem Satz den Ausschluss der Frauen kritisierte. Kurze zeit später saß sie selbst im Vorlesungssaal als erste Studentin Europas.

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In der Aula der Universität Utrecht: In eben diesem Saal wurde 1579 die Republik der vereinigten Niederlande gegründet, die das Goldene Zeitalter einläutete, rund 100 Jahre nach der Reformation, die die Kirche des Westens in zwei Konfessionen teilte. © CF
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Anna Maria van Schurman saß neben der Tür, in einer loge gril, einem vergitterten Holzverschlag, mit Stoff überzogen, damit die Studenten nicht abgelenkt werden. © CF

„Schreckliche Zeiten“, sagt Matthys Gras. Absolvent der Uni Utrecht. Nicht vorstellbar für den Kommilitonen aus dem 21. Jahrhundert. Anna Maria van Schurman kennt Matthys Gras durch die Glocke, die im Uniturm hängt. Er nimmt den Weg über die alte Holztreppe auf den Dachboden.

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Auf dem Dachboden der Universität in Utrecht: Matthys Gras absolvierte an dieser Uni sein Studium. © CF
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Der Schlegel führt ins Gebälk zur Glocke, die seit 2010 alljährlich das akademische jähr einläutet. Die Glocke ist Anna Maria van Schurman gewidmet. Am Glockenrand steht ein Zitat „O Utrecht, liebe Stadt hoe sound‘ ick U vergeeten“ © CF
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Dom und Dach der Aula: Hier entwickelte Anna Maria van Schurman ihre Lehren und ihr theologisch wissenschaftliches Hauptwerk mit dem Titel Dissertatio, in dem sie den Beweis erbrachte, dass Frauen ein Wissenschaftsstudium zusteht. © CF
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Im alten Klostergarten zwischen Aula und Dom mit der Bronzestatue des Utrechter Priesters Hugo Wstinc (14. Jhd.): Hier lief Anna Maria van Schurman zu ihren Vorlesungen. © CF

Ende der 1660er Jahre distanzierte sie sich von ihren Studien und führte im Gefolge des radikalen Reformers Jean de Labadie ein Wanderleben. Ihre Freundin Elisabeth von der Pfalz, Äbtissin eines Damenstifts im westfälischen Herford, gewährte der Gruppe für eine Zeit Asyl. Nach weiteren Stationen erreichte die christliche Kommune das friesische Dorf Wieuward und lebte im Schloss Waltha, 15 Kilometer südlich von Franeker.

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Martina-Haus in Franeker: Ein Raum unterm ist Anna Maria van Schurman gewidmet © CF

Als sie im Mai 1678 starb, war sie für viele nicht mehr die gefeierte Forscherin, sondern nur noch eine fromme Närrin. Heute ist Anna Maria van Schurman vergessen. Fast. Das ZeitZeichen widmet sich dem Universalgenie vor der Kulisse der Religionskriege.

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Manon Borst (Martena-Haus Direktorin) spricht über Anna Maria van Schurman. „Sie war eine Frau, die ihren eigenen Weg gegangen ist. Heute wäre sie Professorin, auf jeden Fall.“ In dem Moment fliegt ein junger Vogel durch den Gedenkraum. © CF
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Manon Borst lacht: „Eine kraai. Eine Krähe. Das ist Anna Maria!“ © CF

Literatur

Beek, Pieta van: De eerste studente. Anna Maria van Schurman (Niederländisch) Stichting Matrijs. Utrecht 2/ 2007

Beek, Pieta van: The first female student. Anna Maria van Schurman (Englisch) igitur. Utrecht online (kostenloser Download)

Beek, Pieta van (Hg.): Verbastert Christendom. Nederlandse gedichten van Anna Maria van Schurman (1607 bis 1678). Den Hertog B.V. Houten

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„She was an early bird“, sagt die Forscherin Pieta van Beek. „Heute würde sie wahrscheinlich für eine grüne Umwelt und eine sozialere Gesellschaft einstehen. Sie wäre die Erste gewesen, die Recycling Klamotten trägt.“ © CF

Brouwer, Marjan: Vrouw van de wereld. Het leven van Anna Maria van Schurman. Museum Martena. Franeker 2007

Schurmann, Anna Maria von: Dissertatio de ingenii muliebris ad doctrinam et meliores litteras aptitudine – Abhandlung über die Befähigung des Geistes von Frauen für die Gelehrsamkeit und die höheren Wissenschaften (1641). Herausgegeben, eingeleitet, übersetzt und kommentiert von Michael Spang. Zweisprachige Textausgabe. Verlag Königshausen & Neumann. Würzburg 2009

Schurman, Anna Maria van: Eukleria (Ευκλερια) oder Erwählung des besten Teils. Ü: Paulus Hachenberg. Dessau und Leipzig 1783

Spang, Michael: Wenn sie ein Mann wäre. Leben und Werk der Anna Maria van Schurmann 1607-1678. Wissenschaftliche Buchgesellschaft. Darmstadt 2009

Rullmann, Marit: Anna Maria von Schurmann (IN: Philosophinnen von der Antike bis zur Aufklärung. Bd 1/ S. 166.171) Surkamp Verlag. Frankfurt am Main 1998

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Matthys Gras auf dem Dach der Universität: „Ich kannte ihren Namen nur durch die Uniglocke, die ihr gewidmet ist.“ © CF

Museum Martena
Voorstraat 35
8801 LA Franeker
T (0517) 39 21 92
Museum Martena Haus in Franeker

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St. Pieter in Utrecht: In dieser Kirche saß Anna Maria van Schurman, als Jean de Labadie vor der wallonischen Gemeinde predigte. © CF

Skulptur 57 am Historischen Rathaus in Köln

Anna Maria van Schurman (1607-1678)

Westseite des Turms: zweiter Stock

Bildhauerin: Elisabeth Perger (Übergeben 4.3.1991)

Rathausplatz 2

50667 Köln

Kölner Frauengeschichtsverein (Initiator der Figur)

Kölner Frauengeschichtsverein

Marienplatz 4
50676 Köln

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Im Martena-Haus: Anna Maria van Schurman – Ausschnitt eines Gemäldes von Michiel Janusz. van Mierevelt © CF

Odysseen in Bus, Bahn, Flugzeug

Von Umwegen und Abwegen im öffentlichen Verkehr

SWR 2 Matinee

29. Oktober 2017

9 Uhr

Der Link zur Sendung über Odysseen

Gleise
© CF

Der öffentliche Verkehr stiehlt den Autos die Show. Immer mehr Passagiere nutzen Bus, Bahn und Flugzeug. Warum allein im Stau stehen? In den letzten Jahren stiegen hierzulande rund 11 Milliarden Reisende in Busse und Bahnen. Fast 200 Millionen Passagiere hoben ab: von bundesdeutschen Flughäfen.

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Heike Voss und Michael Kamp erlebten ihre Odyssee mit dem Fernbus. © CF

Auf dem Siegertreppchen steht der Zug, gefolgt von Fernbussen und Flugzeug. Das heißt, es gibt fast 11 Milliarden Geschichten.

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Aus dem Gleis geworfen und auf der Insel gestrandet. Sie erleben verschiedene Odysseen:  der Fernbahnpendler René Oldenburger (li.) und der Flugbegleiter Markus Oldenburger © CF

Denn wer erlebte sie nicht: ungeheuerliche Irrfahrten und Fluggeschichten?! Claudia Friedrich ließ sich Reiseabenteuer erzählen.

Katerina Katsatou
Katerina Katsatou pendelt seit 30 Jahren zwischen Arbeits- und Wohnort. © CF
Gleise 2
© CF

Royal Philatelic Collection

Besuch beim Keeper der königlichen Briefmarkensammlung

St. James’s Palace in London

WDR 3 – Kultur am Mittag

5.10. 2017

12 Uhr

Link zum Podcast – Go to the Feature

http://www1.wdr.de

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Blick zum Gatehouse des St. James’s Palace © CF

In St. James’s Palace exists the royal philatelic collection. Around 250 000 stamps tell about the philatelic history of Great Britain and the states of the Commonwealth. Pearls of paper stick in 328 red leather albums, a heritage of King George V.. He is known as a great stamp collector. Together with his counselor, Keeper Sir Edward Bacon he assembled the collection. The actual Keeper Michael Sefi takes care of the rare objects of the British Empire. He writes articles, selects certain objects for exhibitions, takes part in auctions. I had the chance to visit him in the Stamp Room in St. James’s Palace.

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Suche nach dem Weg zur Briefmarkensammlung der Queen – St. James’s Park © CF

Queen Elisabeth II. ist keine Briefmarkensammlerin, aber sie ist Besitzerin einer Kollektion aus lauter Raritäten. Im St. James’s Palace lagern eine viertel Million Wertmarken. In einem unscheinbaren, fensterlosen Hinterzimmer entziehen sie sich den Blicken der Öffentlichkeit. Michael Sefi (siehe Titelbild) kümmert sich um die Privatsammlung. Er ist der Keeper, der Kurator. Den Titel führte King George V. ein, als er anfing, sich systematisch mit den aufklebbaren Quittungen zu befassen und seinen Berater Sir Edward Bacon (✝ 1938) zum Kurator der königlichen Sammlung ernannte. Elisabeths Großvater ist das Erbe zu verdanken. Er trug die schönsten Exemplare aus dem Britischen Empire zusammen.

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Penny Black – die erste Briefmarke der Welt aus dem Jahre 1840 (ein Exemplar aus dem Auktionshaus Heinrich Köhler) © CF

Da ist die Penny Black, die erste Briefmarke der Welt, gestochen und gedruckt in England. Da ist eine ungestempelte Blaue Mauritius, die ein Agent des Königs 1904 auf einer Auktion erwarb und sie quasi dem Deutschen Postmuseum vor der Nase wegschnappte.

Da ist ein Briefumschlag, versehen mit der orangeroten One Penny Mauritius-Marke, abgestempelt am 21. September 1847 in Mauritius’ Hauptstadt Port Louis. An diesem Tag erschien eine kleine Auflage der Post Office-Mauritius-Marken. Sie sind die ersten eigenen Postwertzeichen, die eine Kronkolonie je druckte.

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Seitenflügel des St. James’s Palace © CF

Der Brief mit Marke und Stempel ist ein Mythos der Philatelie. Insgesamt existieren drei dieser kleinen Umschläge, in denen wahrscheinlich Zutrittskarte für den Ball steckten, den Lady Gomm in Port Louis geben würde. Lady Gomm war die Frau des Gouverneurs, eines Waterloo-Veteranen. Sie sandte dem Jet Set von Mauritius Post zu, mit druckfrischen, orangeroten Post Office-Mauritiusmarken. Eine der vielen Legenden ist, dass nur wegen Lady Gomms Ball der Graveur und Uhrmacher Joseph Osmond Barnard beauftragt wurde, Briefmarken zu stechen. Michael Sefi: Es existieren so viele Legenden, und das meiste ist Müll.

Der Keeper zieht Alben aus dem Regal, zeigt Perlen, die Geschichten und Geschichte erzählen, von Kriegen, Kolonien, Kunst, Kommunikation.

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Die blaue Schwester der Penny Black mit dem Motiv der 17jährigen Queen Victoria  (ein Exemplar aus dem Auktionshaus Heinrich Köhler) © CF

1847 – Der Bordeaux-Brief verlässt Mauritius

Dokument & Monument

Der Bordeauxbrief ist frankiert mit einer Blauen und einer Roten Mauritius

WDR 5 ZeitZeichen

4.10. 2017

WDR 5: 9.45 Uhr

WDR 3: 17.45 Uhr

WDR 2 StichTag

4.10. 2017

WDR 2: ca. 9.40 Uhr/ Wiederholung: 18.40 Uhr

Hier steht das Podcast zum ZeitZeichen über den Bordeauxbrief 

http://www1.wdr.de

Unter diesem Link ist das Podcast zum StichTag zu finden

http://www1.wdr.de/stichtag/stichtag-bordeauxbrief-wird-abgeschickt-100~_tag-04102017.html

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Andreas Hahn ist der Leiter des Archivs für Philatelie der Museumsstiftung Post und Telekommunikation in Bonn. Im Tresor liegen über 800 Alben. Das berühmteste Exemplar ist eine Blaue Mauritius auf Brief © CF

Mauritius. Port Louis, die Hauptstadt des Inselstaates. Es ist der 4. Oktober 1847, ein Montag. Ein Angestellter der Weinhandlung Edward Francis trägt einen Brief zur Post, frankiert mit zwei Wertmarken, Orangerot und tiefstes Blau. One Penny und Two Pence. Sekunden später sind die Marken entwertet: Post Paid.

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Das Museum für Kommunikation in Berlin befindet sich im Bau des ehemaligen Reichspostmuseums, das 1872 eröffnet wurde, als erstes Museum dieser Art weltweit © CF

Als das Geschäftsschreiben den Hafen von Port Louis verließ, existierten die Briefmarken knapp zwei Wochen. Im September 1847 gingen die ersten 500 One Penny und Two Pence-Marken durch die Handpresse. In der Mitte das Profil der Queen Viktoria, umrandet von einem Schriftzug: Post Office Postage Mauritius. Damit war die Vulkaninsel im Indischen Ozean die erste Kolonie des British Empire, die über eigene Briefmarken verfügte.

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Klaus-Peter Wagner (Leiter des Sicherheitsdienstes) hütet unter anderem Philatelie-Raritäten in der Schatzkammer des Museums für Kommunikation. © CF

Ende Dezember 1847 erhält der Lieferant des Weinhändlers in Bordeaux jenen Faltbrief aus Mauritius. Kurze Zeit später bekommen die Herren Ducau und Lurguie einen weiteren Brief mit dem gleichen Inhalt. Vorsichtshalber schickte ihr Geschäftspartner aus Mauritius die Doublette mit einem anderen Schiff. Das Original ging als Bordeauxbrief in die Geschichte ein, das zweite Schreiben wurde als Brief nach Bordeaux  berühmt. Das mit beiden Marken frankierte Dokument befindet sich in Privathand; der kleine Bruder trägt eine Marke, die Blaue Mauritius, und liegt in der Schatzkammer des Museums für Kommunikation.

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Das Mauritius Tableau in der Schatzkammer des Museums für Kommunikation in Berlin. Für weniger als eine Minute ist eine Leselampe aktiv, mit der Leuchtkraft einer Fahrradlampe; 50 Lux. Mehr Licht zerstört Tinte und Papier. Neben einer Roten Mauritius, zwei Britisch-Guayana-Marken,  vier Hawaii-Postmeistermarken ist die Blaue Mauritius zu sehen, auf dem Brief nach Bordeaux (o.r.) © CF

Sowohl der Bordeaux-Brief als auch Beide Briefe wurden mit Wertmarken frankiert, die es ein Jahr später in dieser Form nicht mehr gab. Die zweite Auflage trug zwar das gleiche Motiv, die gleichen Farben, den gleichen Wert, aber statt Post Office ist Post Paid zu lesen. Ein veränderter Schriftzug, der die erste Auflage zum Unikat werden lässt.

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Sternstunde für jeden Auktionator, wenn eine der Post Office Mauritius-Marken unter den Hammer kommt. In seinem Auktionshaus versteigerte der Philatelist Heinrich Köhler zweimal eine Rote Mauritius. Der Hammer des Gründers des ältesten Auktionshauses Deutschlands ist immer noch im Gebrauch, auch bei der 365. Auktion im September 2017. © CF

Einige Jahrzehnte nach dem Druck der ersten 500 Mauritiusmarken sind jene Postwertzeichen von der kleinen Vulkaninsel im Indischen Ozean gefragte Sammlerobjekte. Der Bordeauxbrief gilt bis heute als Kronjuwel der Philatelie. Warum eigentlich? Ein Rätsel, das alles andere als gelöst ist.

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Karl Louis (Philatelistischer Gutachter, Kaufmann, Co-Geschäftsführer beim Auktionshaus Heinrich Köhler) © CF

Literatur

Kugler, Lieselotte/ Hahn, Andreas (Hg.)Die Blaue Mauritius. Das Treffen der Königinnen in Berlin. Katalog. Museumsstiftung Post und Telekommunikation. Berlin 2011

Zeitschrift

Deutsche Briefmarken-Zeitung (DBZ)

http://www.deutsche-briefmarken-zeitung.de

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„Briefmarken sind Zeitgeschichte.“ Frank Eder ist mit 30 Jahren einer der jüngsten Briefmarkenhändler. Im Besichtigungsraum des Auktionshauses Heinrich Köhler stöbert der Berufsphilatelist in Alben, die versteigert werden. © CF

Adressen

Archiv für Philatelie

Museumsstiftung Post und Telekommunikation

http://sammlungen.museumsstiftung.de/archiv-fuer-philatelie-bonn/

Robert-Schumann-Platz 3

53175 Bonn

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Im Archiv für Philatelie betrachtet der Kunsthistoriker Andreas Hahn Raritäten der Postgeschichte. © CF

Museum für Kommunikation

mfk-berlin.de

Leipziger Straße 16. 10117 Berlin-Mitte

St. James’s Palace

Cleveland Row London

U-Bahn: Green Park

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Im St. James’s Palace in London befindet sich die königliche Briefmarkensammlung, unter anderem die Blaue Mauritius, eine von vier ungestempelten Exemplaren, die auf der Welt existieren. © CF

Heinrich Köhler Auktionshaus

heinrich-koehler.de

Wilhelmstraße 48, 65183 Wiesbaden

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Dieter Michelson (Geschäftsführer Auktionshaus Heinrich Köhler, auch im Titelbild zu sehen) bei der 365. Auktion in Wiesbaden. Einmal den Bordeauxbrief in den Händen halten, das wäre ein Traum des irischen Philatelisten. © CF